Umweltverschmutzung: Warum uns die plastikfressende Motte allein nicht retten wird

Ein kleines unscheinbares Tierchen sorgt derzeit für großes Aufsehen. Es ist eine Motte, die sich offenbar nichts Schöneres vorstellen kann, als Plastik zu essen. In den Medien wird sie schon als “Lösung unserer Müllprobleme” gehandelt.

Da Plastik nicht biologisch abbaubar ist, stellt es für den Kreislauf der Natur eine große Gefahr dar. Die Larven der Großen Wachsmotte scheinen an Polyethylen allerdings Geschmack gefunden zu haben. Das fand eine Imkerin zufällig heraus, als sie sah, wie sich die kleinen Tierchen durch eine Plastiktüte fraßen.

Descubrimiento: el gusano de la cera come plásticohttps://t.co/ghzrObeYrd pic.twitter.com/qm5Z5Ly9gk

— CSIC (@CSIC) 24. April 2017

Für die Wissenschaft besonders interessant ist die hohe Geschwindigkeit, mit der sie Polyethylen zersetzen. Denn wenn es gelänge, das entsprechende Enzym zu isolieren, könnte das einen wichtigen Schritt in der Bekämpfung des weltweiten Umweltproblems bedeuten. Es mag aus wissenschaftlicher Sicht bahnbrechend sein, auf diesen kleinen Helfer aus der Tierwelt gestoßen zu sein. Doch es stellt sich die Frage, warum für die hausgemachten Probleme der Menschheit immer jemand anderes herhalten muss.

Vielleicht haben manche Hollywood-Streifen das globale Denken nachhaltig beeinträchtigt, denn der Glaube, dass uns kurz vor der Katastrophe “schon irgendjemand retten wird”, ist weit verbreitet. Dabei sind wir selbst die Ursache für all den Plastikmüll - das sollte uns bewusst sein. Mindestens 150 Millionen Tonnen davon treiben heute in den Weltmeeren und sorgen bei Fischen und Vögeln für einen qualvollen Tod.

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