Dobermänner sind sehr elegante Hunde, die intelligent und wachsam sind. Sie lieben ihre Familie und sind äußerst loyal. Für den Dobermann kann es gar nicht genug Action geben. Er liebt es, eine Aufgabe zu erfüllen und will stark gefordert und geführt werden.

Charakter und Haltung des Dobermanns

Diese Eigenschaften liegen dem Hund in den Genen, denn ihr Züchter, Louis Dobermann, brauchte einen respekteinflößenden Schutz- und Gebrauchshund, der ihn bei seiner täglichen Arbeit als Steuereintreiber im thüringischen Apolda begleitete. Ende des 19. Jahrhunderts verpaarte der Züchter darum Rottweiler mit Pinschern, dem Manchester Terrier und Pointern. Sein Ziel war eine Rasse, die elegant und ausdauernd war und sowohl über einen starken Schutztrieb als auch über scharfe Sinne verfügte. Schnell setzte sich der Dobermann als Wachhund und als Polizeihund in Europa und den USA durch. Heute ist der Dobermann auch als Familienhund geschätzt und beliebt.

Dobermänner sind sehr anhängliche Hunde, die am liebsten immer und überall dabei wären. Die Rasse zählt zu den intelligentesten Hunderassen überhaupt und will dementsprechend gefordert werden. Bekommt der Dobermann artgerechte Aufgaben und kann er sich beim Hundesport ausgiebig austoben, ist er gelassen und zuverlässig. Bekommt er aber keine ausreichende Beschäftigung, entscheidet der Dobermann selbst, was gerade zu tun ist – und das ist nicht immer im Sinn des Besitzers.

Konsequente Erziehung

Dobermänner brauchen vom ersten Tag an eine sehr konsequente Erziehung und dem Hund sollte absolut klar sein, dass Herrchen oder Frauchen alles im Griff haben und er sie nicht beschützen oder retten muss. Sein angeborenes Misstrauen Fremden gegenüber, sein großer Schutztrieb und seine niedrige Reizschwelle können sonst dazu führen, dass der Dobermann Situationen falsch einschätzt und seine Leute verteidigt. Und in seinen Augen ist eben der Angriff die beste Verteidigung.
Fehlt die Beschäftigung mit dem Hund, wird er schnell unzufrieden und beginnt, seine Energie zum Beispiel durch das Zerkauen der Möbel abzubauen.
Am glücklichsten ist der Dobermann, wenn er eine echte Aufgabe hat und zum Beispiel als Wach- oder Schutzhund fungieren darf. Dann ist der Dobermann ein absolut liebenswürdiger, treuer Hund, der für seinen Besitzer durchs Feuer gehen würde.

Pflegeleichtes Fell

Pflegeleicht ist dagegen das kurze, glänzende Fell des Dobermanns. Bürsten, striegeln oder der Besuch beim Hundefriseur sind hier nicht nötig. Da dem Dobermann die Unterwolle fehlt, ist er kälteempfindlich und freut sich bei Minustemperaturen im Winter über einen wärmenden Hundemantel.

SPIELE UND AKTIVITÄTEN MIT DEM DOBERMANN

Der Dobermann ist ein extrem anspruchsvoller Hund und braucht eine gute Auslastung, um nicht nervös und unausgeglichen zu werden. Der energiegeladene Dobermann will sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig so richtig auspowern. Hundesportarten wie Agility, Flyball oder Obediance sind also ein absolutes Muss und jeder, der sich einen Dobermann in die Familie holt, sollte sich klar darüber sein, dass dieser viel Zeit und Zuwendung fordert. Dobermänner sind sehr aktiv und sportlich und werden schnell unausgeglichen, wenn sie täglich nur eine kurze Runde spazieren gehen dürfen und ansonsten links liegen gelassen werden.

DAS RICHTIGE SPIELZEUG

Als Spielzeuge für den Dobermann eignen sich Zerrseile und Bälle oder Futterdummys zum Apportieren aber auch Intelligenzspielzeug für Hunde machen viele Dobermänner gern. Auch Klickertraining eignet sich gut für den intelligenten Hund, der sehr lernwillig ist und einen stark ausgeprägten Willen hat, seiner Familie zu gefallen. Natürlich nimmt der Dobermann seine selbst gewählte Aufgabe als Beschützer und Bewacher von Haus und Hof sehr ernst.

DOBERMANN: FUTTER UND ERNÄHRUNG

Da der Dobermann sehr aktiv ist, hat er einen entsprechend leistungsfähigen Stoffwechsel. Der große Hund braucht hochwertiges Futter ohne Zusatzstoffe – und davon eine Menge. Gerade junge Hunde, die noch wachsen, brauchen oft das vierfache der Futtermenge eines ausgewachsenen Dobermanns, um sich gesund entwickeln zu können. 
Dobermänner vertragen sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter gut, sodass Du beides auch gemischt verfüttern kannst. Dobermänner lieben Abwechslung im Napf. Was die Menge des Futters angeht, können Sie sich an den Angaben auf der Futterpackung orientieren. Dein Dobermann ist gut ernährt, wenn sein Fell glänzend und glatt ist, er eine Taille hat, wenn Du ihn von oben betrachtest und er insgesamt munter und aktiv ist.

TYPISCHE KRANKHEITEN DES DOBERMANNS

Der Dobermann ist genetisch bedingt anfällig für verschiedene Herzkrankheiten. Auch Hüftgelenksdysplasien wie beim Schäferhund kommen vor. Rassetypisch sind das Wobbler-Syndrom, bei dem eine Nervenschädigung im Bereich des Rückenmarks vorliegt, das Blue Dobermann Syndrom, bei dem ein genetischer Effekt für das Ausfallen sämtlicher Haare sorgt, und die sehr seltene neurologische Erkrankung Dancing Dobermann Disease. Hunde, die aus seriöser Zucht stammen, sind weniger anfällig für derartige Erkrankungen.

FÜR WEN EIGNET SICH EIN DOBERMANN?

Ein Dobermann ist kein Anfängerhund. Der sensible Hund gehört in erfahrene Hände und braucht einen charakterstarken Besitzer, der klar aber liebevoll die Führung übernimmt. Familien mit kleinen Kindern sollten auf die Anschaffung eines Dobermanns lieber verzichten, denn hier kann ihm nicht das Maß an Aufmerksamkeit geschenkt werden, das er braucht. Quirlige Kleinkinder können den Dobermann zusätzlich nervös machen. 
Dobermann-Besitzer sollten ruhig und souverän sein, denn der Hund ist häufig ein Spiegel seines Herrn. Wer also laut, hektisch und aufbrausend ist, muss sich nicht wundern, wenn auch sein Dobermann ständig unter Strom steht. 
Wer aber selbst ausgeglichen und durchsetzungsstark ist und bereit ist, viel Zeit in die Erziehung und Beschäftigung seines Hundes zu investieren, wird mit einem absolut treuen und liebevollen Freund fürs Leben belohnt, der mit seinem Besitzer durch Dick und Dünn geht.