Dieses Tier ist vom Aussterben bedroht und niemand kennt es

DONNERSTAG, 29.03.2018

Pangolins sind in Europa weitgehend unbekannt. Dabei sind die kleinen Tierchen wunderschön und ziemlich außergewöhnlich. Mit ihren Panzern aus Schuppen widerstehen sie sogar den Zähnen von Löwen, Tigern und Leoparden. Ihr größter Feind ist leider der Mensch. Pangolins sind die am häufigsten illegal gejagten und geschmuggelten Säuger der Erde. Noch bevor Europäer überhaupt diese wunderbaren Tiere kennengelernt haben, könnten sie schon ausgestorben sein.

Ähnlich wie Ameisenbären ernähren sich Pangolins vor allem von Ameisen und Termiten. Die im südlichen Afrika und in Teilen Asiens heimischen Säuger bringen ausgewachsen bis zu zehn Kilo auf die Waage. Da sie bis auf den Bauch komplett mit widerstandsfähigen Schuppen bedeckt sind, werden sie auch als Schuppentiere bezeichnet.

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In den vergangenen zehn Jahren wurden ungefähr eine Million Pangoline gewildert und gehandelt. Die Bestände in Asien sind bereits so zurückgegangen, dass viele Tiere aus Afrika eingeschmuggelt werden. Vor allem in China und Vietnam gilt das Fleisch von Schuppentieren als Delikatesse. In der “traditionellen” Medizin finden die Schuppen Anwendung. Angeblich haben sie eine heilende Wirkung, was allerdings nicht stimmt.

Zwar wurde der kommerzielle internationale Handel auf der Artenschutzkonferenz in Johannesburg im September 2016 verboten - doch der illegale Handel floriert weiterhin. Wenn er nicht bald eingedämmt wird, könnten die Tiere bald ausgerottet sein. Welche Folgen das für das Ökosystem hätte, sind nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass Pangolins eine wichtige ökologische Nische abdecken. Bis zu 70 Millionen Ameisen und Termiten frisst jedes Tier im Jahr.

Während es hierzulande für die Gefährdung von Löwen und Elefanten ein öffentliches Bewusstsein gibt, scheint es im Falle des Pangolins völlig zu fehlen. Den niedlichen Schuppentieren mehr Aufmerksamkeit zu schenken, ist also ein Schritt in die richtige Richtung. Nur so kann sich genug öffentlicher Druck für z.B. härtere Strafen für Schmuggler aufbauen, die mit dem Leid der Tiere Millionen verdienen und meist ungeschoren davon kommen.