Rasseportrait: Zwergwidder

MONTAG, 14.01.2019 Julia Weinzierler

Der Zwergwidder kann gewissermaßen als das Schlappohr schlechthin bezeichnet werden. Das süße Kaninchen hat seinen Ursprung in Frankreich – die Vorfahren zählten allerdings zu den recht großen Kaninchen-Exemplaren. Der heutige Zwergwidder kommt vorwiegend aus den Niederlanden und ist verhältnismäßig klein und äußerst niedlich. Die charakteristische Stupsnase, das farbenfrohe Fell und die herunterhängenden Schlappohren vervollständigen das Bild des kleinen Fellknäuels.

Charakter und Haltung Zwergwidder

Der Zwergwidder ist ein perfektes Familienmitglied für Jung und Alt. Die Kaninchenrasse ist äußerst freundlich, aufgeschlossen und freut sich sehr über soziale Kontakte. Mit Menschen kommt das Tier daher ohne Probleme zurecht.

Auch wenn Du garantieren kannst, dass es nicht viel alleine sein würde, ist es keinesfalls zu empfehlen einen Zwergwidder ohne Artgenossen zu halten. Denn auch wenn er sich unter anderen Familienmitgliedern pudelwohl fühlen wird, der beste Spiel- und Lebensgefährte für das Tier ist ein anderes Kaninchen.

Haltung im Haus

Zwergwidder-Besitzer sollten ausreichend Platz für die aktiven Tiere zur Verfügung haben. Während eine Haltung in der Wohnung prinzipiell unproblematisch ist, sollte der Käfig eine große Grundfläche und viele Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere bereithalten.

Mindestens einmal täglich solltest Du außerdem sicherstellen, dass die Kaninchen aus dem beengten Käfig entfliehen können und die Wohnung unsicher machen dürfen. Das heißt auch: Achte darauf, dass mögliche Gefahrenquellen in den zugänglichen Räumen aus dem Weg geräumt sind!

Kaninchen buddeln gerne, eine echte Buddelkiste in der Wohnung macht allerdings sehr viel Dreck. Eine sinnvolle Alternative ist daher eine Kiste mit vielen Stoffresten und Tüchern, durch die sich die Zwergwidder wühlen können.

Außenhaltung

Noch wohler fühlen sich die Tiere meist draußen, auch weil ihnen mehr Platz zur Verfügung steht. Wenn Du einen Zwergwidder bis dato drinnen gehalten hast, solltest Du ihn allerdings nur langsam an die Außenhaltung gewöhnen, da vor allem die Nahrungsumstellung Probleme machen kann.

Die Tiere sind aber nach anfänglicher Eingewöhnung sehr strapazierfähig und genießen das verfügbare Gras und die frische Luft im Garten. Einige Vorsichtsmaßnahmen sind dennoch zu treffen: Giftpflanzen und andere Gefahrenquellen sollten aus dem Garten entfernt werden, da die kleinen Kaninchen auch draußen noch zusätzlich Auslauf brauchen. Gleichzeitig solltest Du sicherstellen, dass Heu und Wasser im Freien sauber bleiben.

Beschäftigungsmöglichkeiten für den Zwergwidder

Zwergwidder können sich gut selbst beschäftigen. Sie lieben das Buddeln und Graben! Als Halter kannst Du ihnen den Spaß am Werkeln erleichtern, indem Du den Käfig mit Buddelkisten ausstattest und immer wieder deren Inhalt wechselst. Ihrem geschäftigen Treiben werden sie dann wie von selbst nachgehen!

Ansonsten gilt wie für andere Kaninchen auch: Wenn ein Zwergwidder genug Auslauf hat, beschäftigt er sich mit Mümmeln, Springen und dem Umherlaufen und braucht keinen großartigen Schnickschnack zum glücklich sein.

Mit kleinen und einfachen Tricks kannst Du ihnen ein paar Extrafreuden im Alltag bereiten: Baue den kleinen Tieren Höhlen und Tunnel und lege Hindernisse zum Überspringen in die Laufwege.

Zwergwidder: Futter und Ernährung

Zwergwidder haben wie andere Kaninchenarten recht empfindliche Mägen, weswegen eine gute Ernährung für die Tiere sehr wichtig ist. Heu, Frischfutter wie Gräser, Gemüse und Obst sowie ein wenig Trockenfutter stellen eine gute Grundlage für die Ernährung der Tiere dar.

Auf Getreide und Zucker sollte allerdings verzichtet werden. Generell gilt: Wenn Du die Nahrung umstellen willst, sollte dies nur sehr langsam und bedacht geschehen, damit sich die Tiere an das neue Futter gewöhnen können.

Bei Außenhaltung sollte im Winter zugefüttert werden, da Zwergwidder bei kalten Temperaturen mehr Energiereserven benötigen. Kalorienreiches Futter in Form von Pellets oder Körnern hilft dabei, genug Fettreserven aufzubauen. Ein Esslöffel pro Tag ist dabei völlig ausreichend.

Typische Krankheiten des Zwergwidders

Neben dem empfindlichen Magen-Darm-Trakt des Zwergwidders gibt es einige weitere typische Krankheitsbilder. Die Schlappohren etwa sind Fluch und Segen zugleich – denn sie geben dem kleinen Tier das charakteristische Aussehen, sind aber auch anfällig für Verunreinigungen und Krankheiten der Ohren. Daher sollten diese oft kontrolliert und gesäubert werden.

Bei Außenhaltung sind zudem Milben, Flöhe und Zecken ein Problem, auf die der Zwergwidder regelmäßig kontrolliert werden sollte. Ansonsten haben sich die Tiere als äußerst robust erwiesen.

Für wen eignet sich ein Zwergwidder

Der Zwergwidder ist ein genügsamer Freund in der Familie, der sich auch für Familien sowie Anfänger eignet. Wer sich mit der Käfiggröße, der richtigen Ausstattung und Haltung auseinandersetzt, wird dem Tier ein gutes Leben bieten können.

Wichtig dabei ist, dass Du genügend Platz für zwei Weggefährten hast und ihnen so ausreichend Auslauf bieten kannst. Zudem brauchen die süßen Kaninchen täglich Deine Aufmerksamkeit und Zeit für die Käfigpflege sowie ausreichende Hygiene.

Zwergwidder Kaninchen Hase pin

Zwergwidder – Steckbrief

  • Name: Zwergwidder (Holland Lop)
  • Größe: 20 – 40 cm
  • Gewicht: 1,2 – 2 kg
  • Lebenserwartung: 8 – 15 Jahre
  • Charakter: ruhig, sozial, liebenswürdig
  • Bedürfnisse: täglicher Auslauf, Pflege der Ohren
  • Krankheiten: empfindlicher Magen, Ohrenprobleme
  • Nagetiererfahrung: für Anfänger geeignet

Julia Weinzierler