SONNTAG, 17.02.2019

Meerschweinchen sind sehr soziale Tiere. Wenn Du mehrere der kleinen Nager hast, wirst du beobachten, dass sie immer wieder die Nähe ihrer Kameraden suchen und sich aneinander kuscheln. Du machst Deinem Haustier also eine große Freude, wenn Du ihm einen Freund oder am besten gleich mehrere an die Seite gibst.

Welche Gruppengröße ist am besten?

Ein mögliches Sozialgefüge ist zum Beispiel ein sogenannter „Harem“ mit einem kastrierten Böckchen und 2-4 Weibchen.

Du kannst auch mehrere kastrierte Böckchen zusammenhalten, allerdings solltest Du darauf achten, dass die Gruppe immer aus ungefähr zwei bis dreimal so vielen Weibchen wie Männchen besteht, damit es nicht zu Rivalitäten kommt.

Weibchen hingegen sind untereinander meist sehr verträglich. Trotzdem kann es zu Rangeleien kommen, wenn ein neues Tier zur Gruppe stößt.

Auch Meerschweinchen haben eine Rangordnung

Wie bei Hunden im Rudel und Pferden in der Herde gibt es auch innerhalb eines Nager-Harems eine feste Rangordnung. Nur so kann das Gruppengefüge funktionieren, denn die Tiere wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können. Dass das Meerschweinchen seinen Platz innerhalb der Gruppe kennt, gibt ihm also ein Sicherheitsgefühl.

Mit Hilfe von speziellen Drüsen können Meerschweinchen Sekrete abgeben, die ihren Status innerhalb der Gruppe kommunizieren. Außerdem markieren sie damit ihr Revier. Die Sekrete dienen den Tieren aber auch zur gegenseitigen Erkennung – jeder Nager hat seinen ganz eigenen Duft. Die Sekrete sind also so etwas wie die Visitenkarte Deines Meerschweinchens.

Deswegen solltest Du beachten, dass ein neues Meerschweinchen in einer bestehenden Gruppe erstmal auf Skepsis bei den anderen stoßen wird. Es muss erstmal seinen Platz in der Gruppe finden. Die Situation verursacht großen Stress für die Tiere, besonders wenn sie auf engem Raum wie etwa einem Käfig zusammenleben müssen. In einem größeren Gehege, in dem die Tiere ausreichend Bewegungsfreiheit haben, fällt die Zusammenführung leichter.

Um Deinem Zuwachs die Eingewöhnung zu erleichtern, ist es deshalb ratsam, neue und bereits vorhandene Tiere in einem größeren Gehege zusammenzusetzen. Im Notfall solltest Du über einen Anbau nachdenken.

Gib ihnen so etwas Zeit und Raum, damit sie sich an den Geruch, die Laute und den Anblick des Fremden gewöhnen können und im Fall der Fälle auch mal das Weite suchen können. Biete ihnen genügend Ablenkungsmöglichkeiten wie Einrichtungsgegenstände, durch die sie rennen können oder genügend Futter, auf das sie sich konzentrieren können.

Du kannst auch beide ab und zu auf den Schoß nehmen und streicheln, um ihnen zu helfen sich anzufreunden.

Kommunikation von Meerschweinchen

Ob Deine Meerschweinchen gut miteinander auskommen kannst Du ganz einfach durch Beobachten erkennen: Innerhalb der Gruppe kommunizieren die knuffigen Nager mit Hilfe von Lauten und Körpersprache.

So ist Fiepen beispielsweise ein Ausdruck von Einsamkeit oder Unwohlsein, während Murmeln ein Zeichen von Zufriedenheit ist. Ein tiefes Trillern ist hingegen als Drohung gegenüber einem Rivalen oder auch als Balzverhalten zu verstehen.

Will ein Meerschweinchen einem anderen imponieren, etwa um seinen Rang innerhalb der Gruppe zu verteidigen, kannst Du das an seinem Fell erkennen: Die Haare im Nacken und am Rücken sind dann aufgestellt, zudem wird der kleine Kauz mit den Zähnen klappern und seinen Rivalen umkreisen.

Handelt es sich beim Gegenüber um ein konfliktscheues Tier, wirst Du eventuell beobachten, dass das Meerschweinchen gähnt, um seinen drohenden Kameraden zu besänftigen. In diesem Kontext signalisiert Gähnen also keine Müdigkeit, sondern Unterwerfung.

Auch das sogenannte „Treteln“ kann ein Ausdruck von Imponiergehabe sein. Dazu schaukelt das Meerschweinchen mit seinem Hinterteil, indem es abwechselnd die Hinterbeine anhebt. Ein tretelndes Meerschweinchen kann aber auch einfach nur sehr aufgeregt sein. In diesem Fall kann es passieren, dass das Tier daraufhin ängstlich wegrennt.

Meerschweinchen: Glücklich in der Gruppe

Meerschweinchen, die ein stabiles soziales Umfeld haben, sind in der Regel zutraulicher und neugieriger gegenüber Menschen. Du hast also am Ende sogar mehr von Deinem Haustier, wenn es in einer Gruppe mit anderen Nagern leben kann. Vor allem aber hast du ein sehr glückliches Meerschweinchen, das sich gut aufgehoben fühlt und immer jemanden zum Spielen hat.

Passende Artikel