DONNERSTAG, 15.11.2018 Julia Weinzierler

Sie sind unglaublich süß und wickeln mit ihren kleinen Knopfaugen und dem flauschigen Fell jeden Tierliebhaber sofort um den Finger. Doch trotz ihrer recht überschaubaren Größe und dem niedlichen Aussehen sind Goldhamster keine Spielzeuge. Sie benötigen einen sich kümmernden Halter und eine artgerechte Umgebung. Doch auf was musst Du bei der Haltung eines Goldhamsters achten?

Charakter und Haltung Goldhamster

Wie alle anderen Hamsterarten sind auch Goldhamster wahre Eigenbrötler und fühlen sich besonders wohl, wenn sie allein und ungestört ihrem Geschäft nachgehen können. Manch ein felliger Begleiter kann zu launischen Stimmungsschwankungen neigen und sogar mal zubeißen.

Ein Goldhamster allein ist ein äußerst friedliches Nagetier. Doch selbst bei Artgenossen ist es schnell wieder vorbei mit der Friedlichkeit, denn Goldhamster sind Einzelgänger. Werden sie dennoch mit anderen Tieren gehalten, bedeutet das für die kleinen Nager vor allem Stress und Unruhe. Nur zu Zuchtzwecken werden die Tiere kurzzeitig zusammengeführt – ansonsten gehen sie ihren eigenen Weg. In der Natur ist das nicht anders, Goldhamster treffen nur zur Paarung aufeinander.

Nachts erwacht der Hamster, während er tagsüber seine Ruhe braucht. Daher gilt es bei der Haltung zu beachten: Im Schlafzimmer wirst Du mit einem Käfig nicht sonderlich glücklich. Während Du tagsüber besser auf Abstand gehen solltest, veranstaltet der kleine Nager nachts das gesamte Lärmrepertoire, zu dem er fähig ist. Der Goldhamster buddelt und gräbt für sein Leben gern und läuft unentwegt geschäftig durch den Käfig. Vor allem wegen dieses äußerst ausgeprägten Tatendrangs ist vor Anschaffung eines Goldhamsters ein besonderes Augenmerk auf den Käfig und die Ausstattung zu legen.

Käfig und Reinigung

Mit etwa 15 bis 18 Zentimetern ist der Goldhamster zwar recht klein. Dafür ist er ein wirklicher Wirbelwind, der viel Auslauf und Bewegungsfreiheit braucht. Ein Käfig sollte daher ein Mindestmaß von 100 x 50 x 50 Zentimetern haben, nach oben hin gibt es kaum Grenzen. Goldhamster lieben es Gänge zu bauen, weswegen Du immer auf genügend Heu und Stroh achten solltest. Um Chaos zu vermeiden, sollte der Käfig also ein hohes Unterbecken haben, in dem der Goldhamster genügend Platz zum Graben hat.

Auch wenn Hamster sehr reinliche Tiere sind und sich ähnlich wie Katzen selbst säubern, musst Du auf eine ausreichende Käfigreinigung achten. Vor allem die Ecke, in der ein Goldhamster sein Geschäft verrichtet, sollte jeden Tag geputzt werden. Für eine Erleichterung kann hier auch eine Kleintiertoilette in den Käfig gestellt werden. Alle vier Wochen sollte der Käfig komplett gereinigt werden.

Beschäftigungsmöglichkeiten für den Goldhamster

Goldhamster sind sehr geschäftige Tiere und legen nachts einiges an Wegstrecken zurück, auch wenn sie nur im Käfig gehalten werden. Wegen des schier endlosen Bewegungsdranges sollte Dein Käfig mit allerlei Beschäftigungsmöglichkeiten für das Nagetier ausgestattet sein. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt, vom normalen Laufrad bis hin zu vielfältigen Klettermöglichkeiten – alles, was viel Bewegung verspricht bereitet dem Hamster viel Spaß.

Ein wenig Vorsicht ist aber dennoch geboten: Das Laufrad sollte nicht zu klein sein und die Klettermöglichkeiten nicht zu hoch – ein Goldhamster hat kein ausgeprägtes Gefühl für Höhe und könnte sich bei einem Sturz verletzen. Einige Ideen für die Gestaltung des Käfigs sind zum Beispiel Labyrinthe, Äste, halbe Kokosnüsse oder Eierkartons. So kann auch mit wenig Investitionen viel erreicht werden.

Goldhamster: Futter und Ernährung

Der Goldhamster ist eine der häufigsten Hamster-Arten, weswegen Du im Tierhandel allerlei angepasstes Futter für den Nager findest. Dabei sind Hamster wahre Allesfresser: Für gewöhnlich besteht Hamster-Futter aus Getreide, Blüten, getrockneten Kräutern und Früchten. Für die besonderen Freuden zwischendurch gibt es eine Reihe von Leckerlis, über die sich der Goldhamster freut. So etwa kleine Stücke Paprika, eine zurecht geschnittene Gurkenscheibe oder Rosinen. Diese Köstlichkeiten machen den Goldhamster ungemein glücklich – weswegen er sie mit ein bisschen Übung sogar von der Hand frisst.

Verzichten solltest Du aber auf Zucker. In der Natur isst der Hamster zwar alles, was er kriegen kann, doch ist seine Ernährung eher fettarm und nicht allzu süß. Das Maß ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen – ein Hamster kann unentwegt essen und neigt dann zu Übergewicht. Außerdem ist es wichtig, dass sich der Hamster zwar abwechslungsreich ernährt, das Futter aber nicht zu abrupt gewechselt wird. Der kleine Magen des Tieres verträgt eine Ernährungsumstellung nicht allzu gut, was Du leicht an Durchfall erkennen kannst.

Typische Krankheiten des Goldhamsters

Im Gegensatz zu seinen Artgenossen gehört der Goldhamster zu den eher robusten Nagern. Du kannst mit einer Lebenszeit von etwa zwei bis vier Jahren rechnen. Dennoch ist das kleine Tier vor Krankheiten nicht gefeit. Besonders bekannt ist beim Goldhamster seine starke Kurzsichtigkeit. Ohne seine Nase wäre er nahezu orientierungslos. Doch sein Riechorgan reicht dem Nager, um sein Leben zu meistern – die süßen Augen sind also fast nur Deko.

Wie bereits erwähnt neigen Goldhamster zu Durchfall, besonders nach einer Nahrungsumstellung haben die Nager mit ihrer Verdauung zu kämpfen. Im Zusammenhang mit dem großen Sammeltrieb eines Hamsters stehen die häufig auftretenden Erkrankungen der Backentaschen. Doch nicht nur spitzes Futter kann ein Grund für Verletzungen sein, auch zu viel Zucker könnte eine Entzündung hervorrufen. Weitere typische Krankheiten des Nagers sind Parasitenbefall, Hautpilz und Zahnprobleme (die vor allem auftreten, wenn der Hamster nicht genug hartes Futter zum knabbern hat).

Für wen eignet sich ein Goldhamster

Wer selbst abends nur noch erschöpft vom Tag ins Bett fällt, wird von einem Goldhamster nicht viel haben. Für Kinder ist das Nagetier nicht geeignet, da es die an ein Haustier gestellten Erwartungen nicht erfüllen kann. Denn es sollte immer bedacht werden: Der Goldhamster ist kein Spielzeug und auch kein Kuscheltier, sondern ein eigensinniges kleines Wesen mit einem ganz anderen Rhythmus als Menschen es gewöhnt sind. Sind Kinder im Haus, sollte ihnen klar gemacht werden, dass der Goldhamster tagsüber seine Ruhe braucht und generell nicht zum Schmusen da ist. Zwar kann der Nager mit viel Geduld gezähmt werden, doch wird die Berührung durch den Menschen nicht zu seinen Lieblingsaktivitäten gehören. Wer das kleine Tier aber gerne bei seinen nächtlichen Aktivitäten beobachtet und eine artgerechte Haltung gewährleisten kann, wird mit einem Goldhamster glücklich.

Goldhamster