DONNERSTAG, 18.10.2018 Julia Weinzierler

Degus gehören zu der Gattung der Nagetiere und sind mit dem Meerschweinchen verwandt. Auch wenn ihre Verwandten häufiger in bei uns zu Hause zu finden sind, mausert sich der kleine Nager mehr und mehr zum beliebten Haustier. Ursprünglich kommen Degus aus Chile und sind dort eher als Plage bekannt – denn sie fressen sich durch die Felder und machen vor den Ernten der Bauern keinen Halt. Ihr ausgeprägter Nagetrieb macht die tagaktiven Tiere zu äußerst anspruchsvollen Heimtieren. Alles was Du über die Haltung von Degus wissen solltest, erfährst Du hier.

Charakter und Haltung der Degus

Degus sind in freier Wildbahn äußerst soziale Tiere – zumindest was ihre Artgenossen angeht. Daher empfiehlt sich eine Einzelhaltung des Nagetiers nicht. Am besten hat er mehrere Spielgefährten und einen großen Käfig. Seine soziale Ader hat beim Menschen seine Grenzen. Degus lassen sich nicht gerne streicheln oder berühren, daher sind sie nur bedingt Kuschelgefährten. Doch wer die Tiere in ihrem Nagetrieb gerne beobachtet, wird auch mit einem Degu glücklich.

Käfighaltung

Die Haltung von Degus ist kein Zuckerschlecken. Die kleinen Tiere nagen für ihr Leben gerne – und machen auch vor Plexiglas oder dünnem Blech keinen Halt. Für den Käfig bedeutet das, dass etwa die Befestigungsklammern möglichst aus Metall sein sollten. Besonders geeignet ist daher ein Terrarium, das dem Nagedrang von Degus standhält. Auch ein Aquarium ist denkbar, doch ist dieses nicht so leicht zu reinigen und die Luft kann sich zwischen den Glaswänden schnell stauen.

Nicht nur der Nagetrieb bestimmt die Umgebung von Degus. Die tagaktiven Tiere haben außerdem einen schier endlosen Bewegungsdrang. Je größer die Fläche ist, auf der sie sich austoben können, desto besser. Ein Käfig mit mehreren Ebenen und großzügiger Grundfläche wird dann auch den kleinen Wirbelwinden gerecht. Mit ein wenig Kreativität kannst Du auch Versteck- und Klettermöglichkeiten für die Nagetiere basteln. Achte aber darauf nagesicheres Material zu wählen.

Beschäftigungsmöglichkeiten für Degus

Degus sind neugierige Tiere mit einem ausgeprägten Spieltrieb. Als Halter kannst Du in ihren Alltag kleine Spielchen mit einbauen, wie etwa ein „Tier-Rätsel“. So zum Beispiel beim Füttern: Gebe das Futter der Nager in eine leere Papprolle und verschließe diese mit Toilettenpapier auf beiden Seiten. Schon muss der Nager sich seinen Weg zum Essen freiknabbern. Allerlei Such- oder Kletterspiele machen dem Tier Spaß – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Schon vor dem Kauf eines Degus solltest Du einige Zeit in den Käfig investieren. Kleine Labyrinthe und mehrere Ebenen geben Degus die Möglichkeit, durch den Käfig zu flitzen und so genug Bewegung zu bekommen. Außerdem ist auch ein Laufrad eine gute Möglichkeit, den kleinen Nagetieren Freude zu bereiten oder auch eine Schicht Einstreu zum Buddeln. Du könntest Deine Degus auch in der Wohnung freilaufen lassen. Doch an dieser Stelle ist Vorsicht geboten: Alle Strom- und Wasserquellen sollten außer Reichweite sein und mit Knabberschäden solltest Du leben können. Die beste Beschäftigungsmöglichkeit für einen Degu sind andere Artgenossen. Daher sollten sie mindestens zu zweit, besser zu dritt oder in noch größeren Gruppen gehalten werden.

Degus: Futter und Ernährung

Sie nagen zwar an allem was ihnen in den Weg kommt, dennoch haben Degus einen recht empfindlichen Magen. Daher sollte entweder spezielles Futter für die kleinen Tiere gekauft werden oder Du mischst Meerschweinchenfutter und Goldhamsterfutter im Verhältnis 2:1. In der freien Natur ernähren sich die Nagetiere von Gräsern oder Rinde. Daher sollten sie auch bei Dir zuhause immer Zugang zu genügend Heu haben, das den sozialen Tieren auch als Nistmaterial dient. Ansonsten essen Degus gerne Obst, vor allem Äpfel, Bananen und Beerenfrüchte. Doch sollten sie nicht zu viel Zucker zu sich nehmen. Eine gute Alternative ist Gemüse wie etwa Möhren, Blumenkohl oder Gurken. Auch was Naschereien angeht, sind Degus sehr entspannte Weggefährten: Was für den Hund Leckerlis sind, ist für ein Degu trockenes, hartes Brot oder frische Zweige aus dem Wald.

Typische Krankheiten des Degu

Nicht ohne Grund sollten Degus nicht allzu oft mit süßem Obst gefüttert werden – denn die Tiere sind anfällig für Diabetes. Infolge dieser Erkrankung kann eine Linsentrübung (Katarakt) auftreten. Vor haustiertypischen Erkrankungen wie einer Erkältung, einem Wurmbefall oder Durchfall ist auch ein Degu nicht sicher. Auf jeden Fall solltest Du mit einem kranken Tier einen Arzt aufsuchen und professionellen Rat einholen. Generell lassen sich die Tiere Erkrankungen nicht sofort anmerken, sie gehen weiter zur Fressstelle und nehmen am Leben in ihrer Gruppe teil. Daher solltest Du schon bei der kleinsten Veränderung im Verhalten eines Degu reagieren.

Für wen eignet sich ein Degu

Mit der richtigen Vorbereitung kann jeder zum Degu-Halter werden. Denn solange das Tier genug Auslauf und Beschäftigung hat, wird es sich wohlfühlen. Doch gerade wenn auch Kinder im Haus sind sollte klar sein, dass Degus keine Spielgefährten für den Menschen sind und eher beobachtet werden können. Außerdem solltest Du dich darauf einstellen mehrere Tiere zu halten und ihnen auch ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen. Wie zutraulich ein Degu letztendlich wird, hängt ganz von der individuellen Persönlichkeit des Tieres ab.

DEGUS – STECKBRIEF

Name: Degu (Gewöhnlicher Degu, Octodon degus)

Länge: 25 – 31 cm

Gewicht: 170 – 300 g

Lebenserwartung: ca. 6 – 8 Jahre

Charakter: sozial, verspielt, neugierig

Bedürfnisse: starker Nagetrieb, braucht viel Platz und Auslauf

Krankheiten: Diabetes mellitus, Katarakt

Erfahrung: für Kenner geeignet