MITTWOCH, 09.01.2019 Martin Haase

Klein, süß und knuffig: Der Teddyhamster ist so beliebt wie der Goldhamster, im Unterschied zu seinem nahen Verwandten hat er aber ein langes, plüschiges Fell. Daher kommt auch der Name – er ist einem Teddy sehr ähnlich und doch ein Lebewesen, das die richtige Haltung und Pflege braucht. Hier erfährst Du, was Du über den Teddyhamster wissen musst.

Charakter und Haltung Teddyhamster

Der Teddyhamster ist nicht zufällig dem Goldhamster sehr ähnlich – er ist eine Zuchtform des süßen Nagetiers. Er ist auch unter dem Namen Angora-Hamster bekannt. Die ersten Varianten des Langhaar-Hamsters wurden in den USA geboren.

Auch wenn sie eher scheue Tiere und Einzelgänger sind, können sie ziemlich zutraulich werden. Zwar sind sie keinesfalls zum Kuscheln geeignet, doch es ist nicht unüblich, dass sich ein Teddyhamster darüber freut, wenn sein Pfleger nach Hause kommt und stellt sich in erwartungsvoller Pose in seinen Käfig. Es kann sogar vorkommen, dass er auf Deine Hand klettert, um von Dir hochgehoben zu werden.

Die kleinen Nager leben am liebsten allein. Ein Hund, der ständig an ihrem Käfig schnüffelt und auch herumfliegende Vögel machen ihm Angst. Nur junge Teddyhamster lassen die Nähe ihrer Geschwister zu und natürlich ihrer Mutter, später grenzen sie sich aber auch von diesen ab. Hältst du mehrere Tiere in einem Käfig, kann es passieren, dass sie aufeinander losgehen – schwerwiegende Bissverletzungen können die Folge sein.

Ein Teddyhamster-Käfig sollte mindestens einen halben Quadratmeter Platz bieten. Mit einem Laufrad, einem kleinen Häuschen und ausreichenden Versteckmöglichkeiten sorgst Du für ein Zuhause, in dem er sich wohlfühlt.

Da die kleinen Nager gern mal auch an der Einrichtung knabbern, solltest du auf natürliche Materialien wie Holz, Kork oder Keramik setzen, Deko und Spielzeug aus Plastik sind wegen der enthaltenen Giftstoffe nicht empfehlenswert. Mittlerweile bieten einige Hersteller von Kleintierbedarf aber auch Produkte aus schadstofffreiem Kunststoff an. Dabei solltest Du auf das ASPCA-Siegel achten.

Achte bei dem Hamsterhäuschen darauf, dass es einen Eingang von etwa sieben Zentimetern Durchmesser hat, durch das Dein Tier einfach hindurchschlüpfen kann. Ein abnehmbares Dach ist nicht nur praktisch, damit Du nach ihm schauen kannst, sondern auch, um verderbliches Frischfutter einfach auszutauschen, was der Teddyhamster in seinen eigenen vier Wänden bunkert.

Stellst Du ihm ein Häuschen mit mehreren Kammern zur Verfügung, bietest Du ihm die Gelegenheit, sein Haus einzurichten – er kann sich so eine Schlaf- und eine Vorratskammer zurechtmachen.

Wegen seines langen Haares können ab und an mal Einstreuteile hängen bleiben, auch sein Hinterteil kann verschmutzt sein. Hat sich Dein Teddyhamster an Dich gewöhnt und klettert Dir gern auf die Hand, kannst Du ihn mit einer Bürste von dem Schmutz befreien.

Bei stärkerer Verschmutzung ist ein Friseurbesuch notwendig: Schneide ihm vorsichtig mit einer abgerundeten Schere die dreckigen Haare ab. Doch besonders vorsichtig solltest Du am Hinterteil sein: Das kleine Schwänzchen ist unter den langen Haaren oft gar nicht zu erkennen.

Außerdem solltest Du ihm ein wenig Sand hinstellen, in dem er buddeln kann. Dabei nutzen sich seine Krallen ab und sie werden nicht zu lang. Sind sie doch zu lang, solltest Du sie unbedingt von einem Tierarzt stutzen lassen.

Spiele und Aktivitäten mit dem Teddyhamster

Teddyhamster sind nachtaktiv. Du wirst also vornehmlich in den Abendstunden Dein niedliches Haustier beobachten können. Sie sind keine Kuscheltiere und kümmern sich selbst um ihren Tagesablauf. Deswegen wirst Du nicht sonderlich viele Aktivitäten mit ihm gemeinsam machen können.

Dafür kannst Du den putzigen Nager bei seinem Tagesablauf beobachten. Ob er sich putzt, seine Nahrung oder Nistmaterial bunkert oder ein paar Runden im Laufrad dreht – ist die Umgebung ruhig und das Licht gedämmt, kommt er aus seinem Versteck und geht seinen täglichen To-dos nach.

Willst Du Deinen Teddyhamster aus seiner Behausung locken, kannst Du zum Beispiel eine frische Karotte zurechtmachen. Denn die verströmt für das Kleintier einen verführerischen Duft, den er mit seinem guten Geruchssinn wittert.

Teddyhamster: Ernährung und Futter

Wie jedes Lebewesen ist auch beim Teddyhamster eine ausgewogene Ernährung wichtig. Er ernährt sich vor allem von Obst und Gemüse, Kräutern sowie Gräsern und Samen. Aber auch Insekten stehen auf seinem Speiseplan.

Wegen seines langen Fells ist die Gefahr hoch, dass sich im Verdauungstrakt des Tieres eine Zusammenballung von Haaren und Nahrung bildet. Katzen beispielsweise haben einen natürlichen Würgereflex, um sich dieser zu entledigen – bei Teddyhamstern ist das nicht der Fall. Achte auf einen hohen Rohfaseranteil im Futter, um dem Problem vorzubeugen. Spezielle Kost für den langhaarigen Gesellen findest Du im Fachhandel.

Als besonderes Leckerli kannst Du ihm Mehlwürmer, frisches Gemüse und getrocknetes Obst anbieten – letzteres aber nicht zu oft, sonst bekommt Dein kleiner Nager Diabetes. Auch Industriezucker sollte nicht in der Nahrung des Teddyhamsters enthalten sein.

Veranstalte ein kleines Versteckspiel, wenn Du ihm etwas gönnen willst: Vergrabe ein Stückchen trockene Banane im Sand oder verstecke eine getrocknete Himbeere unter grobem Einstreu – er wird sich über die kleine Herausforderung freuen.

Auch wenn er an etwas nagen muss, um an die Leckerei zu kommen, verhinderst Du Langeweile. Biete ihm zum Beispiel gefüllte Birkenscheiben an und beobachte das putzige Wesen beim Knabbern.

Typische Krankheiten des Teddyhamsters

Leider ist die Lebenserwartung von Teddyhamstern nicht besonders lang. Sie werden im Schnitt nur zwei bis drei Jahre alt. Daher solltest Du ihnen ihre kurze Zeit auf Erden besonders versüßen!

Achte auf genügend Auslauf, eine ausgewogene Ernährung und hilf ihnen bei der Fellpflege. Damit beugst Du der Entstehung von Bezoaren, also den Fellknoten im Verdauungstrakt des Tieres vor.

Achte außerdem darauf, dass Du ihnen nicht zu oft süßes Obst oder zuckerhaltige Nahrung verfütterst – denn sonst droht den kleinen Nagern Diabetes. Vermeide außerdem Stress durch andere Tiere und biete ihnen ausreichend Beschäftigung mit kleinen Such-Aufgaben und Spielen.

Übrigens: Fällt die Temperatur in dem Raum, in dem Du Deinen Teddyhamster hältst, unter 8 Grad Celsius, richtet sich der Nager einen Platz für den Winterschlaf ein. Dann verlangsamt sich sein Herzschlag, seine Körpertemperatur kühlt ab und er atmet langsamer. Manche Halter glauben dann fälschlicherweise, er sei verstoben.

Für wen eignet sich das Tier?

Ein Teddyhamster ist nachtaktiv und absolut kein Kuscheltier. In Kinderhände gehört der knuffige Nager eher nicht. Etwa zwischen 18 und 24 Uhr tobt er herum und geht auf Futtersuche.

Besonders berufstätige Personen, die keine anderen Haustiere halten und das süße Wesen gern bei ihren Aktivitäten beobachten, haben ihre Freude an dem kleinen Nager. Wer darauf Wert legt, noch weniger Zeit in die Pflege eines Tieres zu investieren, findet im kurzhaarigen Goldhamster wohl einen passenderen Nager.

Teddyhamster Hamsterrad