Abwechslung im Winter: Nagetiere zu Hause beschäftigen

Im Garten raschelt es in der Ecke, der Igel baut sich ein Winterquartier aus Laub. Die letzten Sonnenstrahlen sind hinter den Herbstwolken verschwunden und nun ist es für Hase, Meerschweinchen und Co. an der Zeit das Winterquartier im Warmen zu beziehen. Damit den Nagern im Haus nicht langweilig wird, gibt es ein paar einfache Maßnahmen.

Wer beim Kleintierkäfig an eine karge Plastikwanne mit Gitterstäben denkt, der sollte sich im Fachhandel noch einmal ausführlich beraten lassen. Das Zuhause für Hasen, Kaninchen, Hamster und Co. sollte nicht nur genügend Platz bieten, sondern auch ausreichend Abwechslung. Als Besitzer solltest Du für Spiel, Spaß und Spannung sorgen, damit die Nager nicht „auf dumme Gedanken kommen“. Natürlich dürfen Auslauf und Bewegung nicht zu kurz kommen. Wusstest Du, dass Nagetiere täglich mindestens drei Stunden Auslauf brauchen? Im Idealfall haben Nager die Möglichkeit permanent Auslauf zu bekommen, aber dazu braucht man auch Platz, der nicht immer vorhanden ist. Täglicher Auslauf ist wichtig für die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Sinnesorgane.

Spielplatz für Nager

Neben dem täglichen Auslauf gehören Buddeln, Spielen und natürlich Nagen zu den Lieblingsbeschäftigungen. Kaninchen und Rennmäuse lieben nichts mehr, als ihre kleinen Pfötchen im Sand zu vergraben und ausgiebig zu buddeln. Auch Verstecken in Höhlen und Krabbeln durch Tunnel stehen hoch im Kurs. Kaninchen und Rennmäuse haben diese Vorliebe im Blut, denn in freier Wildbahn leben sie in ausgeklügelten Systemen aus Tunneln und Höhlen. Du kannst diesen angeborenen Trieb nutzen um die Nager ausgiebig und artgerecht zu beschäftigen. Biete den Nagern einen Sandspielplatz an; am besten aus unbehandeltem Holz. Eine Rampe hilft den Nagern leichter in die Kiste hüpfen zu können. Achte darauf, dass die Tierchen auf der Rampe nicht ausrutschen können und dass auch sie aus unbehandeltem Holz ist. Die Kiste befüllst Du einfach mit Sand aus dem Tierfachhandel und schon kann das Buddeln beginnen. Die Größe und Tiefe der Kiste musst Du an Dein Haustier anpassen. Ein Kaninchen benötigt mehr Platz als eine Rennmaus.

Meerschweinchen, Kaninchen und Rennmäuse freuen sich auch über ein System aus Tunneln. Verwende dazu Röhren aus Kork, Ton oder Weide. Die Tierchen flitzen nicht nur gerne durch die Tunnel, sondern nutzen sie auch als Versteck. Wenn Dein Nager anfänglich noch etwas verunsichert ist, kannst Du einfach etwas Futter in den Tunnel legen. Seine Neugier und der Hunger auf das leckere Futter werden ihn sicher bald überzeugen in die Röhre zu krabbeln. Achte beim Durchmesser der Röhren darauf, dass sie nicht zu klein für Deinen Nager sind.

Auf Futtersuche

Futter wird Dein Tierchen nicht nur dazu motivieren, unbekanntes Terrain zu erkunden, sondern auch, sich richtig anzustrengen. Die Futtersuche gehört in freier Wildbahn zur täglichen Beschäftigung und ist für den Nager unheimlich wichtig. Zudem ist die Futtersuche eine Möglichkeit Dein Tier über einen langen Zeitraum und sehr artgerecht zu beschäftigen. Du kannst das Trockenfutter einfach im Einstreu verstecken oder auch in der Buddelkiste. Frischfutter solltest Du nicht verstecken, es könnte schimmeln, wenn Dein Nager es nicht schnell genug findet. Durch das Suchen und Finden von Futter schüttet das Gehirn der Tiere Glückshormone aus und das sorgt für gute Laune. Das Belohnungssystem im Gehirn wird eingeschaltet; das Gehirn schüttet Dopamin – das Glückshormon – aus.

Wenn Du etwas kreativer sein möchtest, dann kannst Du einen Futterturm bauen. Dazu brauchst Du einen dicken Ast und eine Bodenplatte aus unbehandeltem Holz. Den Ast kannst Du im Wald holen oder Du gehst in ein Fachgeschäft für Heimtierbedarf. Schraube den Ast von unten mittig auf die Bodenplatte. Achte bei der Größe der Platte darauf, dass sie nicht umfallen kann. Nun bohrst Du mit der Bohrmaschine Löcher in unterschiedlicher Größe in den Ast. In die Löcher kannst Du nun Gemüse oder Trockenfutter stecken. Du kannst auch leckeres Heu oder geeignete Kräuter verstecken. Dein Nager wird sich über jegliche Leckerei freuen, die er aus den Löchern fummeln kann. Dieses Spiel dauert nicht nur lange genug, es fordert den Nager auch geistig wie motorisch. Achte bitte darauf, dass Du die Platte nur auf den Boden des Käfigs stellst, damit diese auf festem Untergrund steht.

"Wir hatten für unseren Hamster ein tolles Holzhaus gekauft, dass auf einer festen Platte montiert war. Wir stellten es einfach auf die zentimeterdicke Einstreu. Nach einer Weile wunderten wir uns, wo denn unser Hamster ist. Wir fanden ihn - fast zerquetscht - unter der Bodenplatte. Er hatte sich unter die Platte gebuddelt und immer weiter gegraben. Das schwere Holzhaus senkte sich nach und nach und hätte ihn fast zerdrückt. Zum Glück haben wir ihn noch früh genug gefunden und konnten ihn retten."

Noch mehr Spieletipps

  • Du kannst einen alten Eierkarton verwenden und ihn mit Heu und Futter oder Leckerlies befüllen. Deckel drauf und ab damit in den Käfig. Dein Nager wird es lieben sich mit der Futtersuche zu beschäftigen.
  • Verzichte am besten ganz auf eine Futterschale für Trockenfutter. Verteile die tägliche Futterration im Einstreu oder im Heu.
  • Steine, Holzstücke oder unbehandelte Tongefäße dienen als Hindernisparcours. Nager lieben es, über Dinge zu klettern oder darunter hindurch zu schlüpfen.
  • Du kannst Tunnel aus alten Kartons basteln oder kleineren Nagern aufgebrauchte Toilettenpapierrollen geben.
  • Eine alte Socke mit Heu befüllt dienst als Beschäftigung. Du kannst auch kleine Löcher hineinschneiden, dann kann Dein Nager das leckere Heu besser herausholen.
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Nagetiere im Winter drinnen beschäftigen

Mit etwas Kreativität lassen sich die kalten Wintermonate drinnen gut überbrücken. Achte stets darauf, dass sich Dein Nager nicht verletzen kann und verwende nur unbehandelte Materialien. Natürlich braucht das Tierchen dennoch täglichen Auslauf, mindestens drei Stunden täglich. Achte beim Auslauf darauf, dass Dein Nager nicht davonflitzt und dass er sich nirgends verletzten kann. Kabel solltest Du vorsorglich wegräumen.

Julia Schürer

Ich schreibe, lebe und liebe zusammen mit Ehemann Gregor, Sohn Paul und Dackel Igor in München. Seit April 2018 kümmere ich als Redaktionsleitung um mein zweites Haustier; schlappohr.de. Ich bin für die inhaltliche Planung, das Layout und die Weiterentwicklung von "Schlappi" verantwortlich. Natürlich schreibe ich auch gerne über meine persönlichen Erfahrungen als Hundebesitzerin und recherchiere als Expertin rund um die Themen Hund, Katze und Nagetiere.