Nagetiere im Sommer: gesund und munter auch bei Hitze

MONTAG, 02.07.2018

Wenn das Thermometer auf 30 Grad klettert, schwitzen nicht nur wir Menschen. Auch Kaninchen, Meerschweinchen und Co. leiden unter den hohen Temperaturen. Kein Wunder, schließlich können sie ihre Pelzmäntel nicht einfach ablegen. Jetzt brauchen die Nager Deine Hilfe.

Kaninchen lieben es kühl

Nagetiere leiden im Sommer unter hohen Temperaturen. Gerade Kaninchen sind sehr hitzeempfindlich. Die pelzigen Höhlenbewohner fühlen sich bei einer Temperatur von etwa 18 Grad Celsius am wohlsten und bekommen ab 25 Grad schon erste Probleme. Ab 30 Grad besteht die akute Gefahr eines Hitzschlags, denn die Tiere können nicht schwitzen, sodass sie überschüssige Wärme im Körper nur sehr schlecht loswerden. Lediglich über ihre Ohren und über eine Art Hecheln können sie ihre Körpertemperatur etwas regeln. Um das Herz-Kreislauf-System Deiner Kaninchen zu entlasten, musst Du ihnen also unbedingt Kühlmöglichkeiten bieten.

Kurzhaarschnitt gefällig?

Hast Du langhaarige Kaninchen wie zum Beispiel Löwenköpfchen oder Langhaar Meerschweinchen? Dann kannst Du Deinen Nagetieren im Sommer ruhig einen Kurzhaarschnitt verpassen. Wenn Dir das zuviel ist oder Deine Tiere mit der Idee so gar nicht einverstanden sind, kannst Du Dich darauf beschränken, den Nagern das überschüssige Fell auszubürsten. In der Natur passiert das von selbst, wenn Kaninchen durch Büsche und Äste streifen, zuhause musst Du mit der Bürste nachhelfen.

Schatten ist lebenswichtig

Sorge im Sommer immer für ein luftiges, schattiges Plätzchen. Achte bei der Platzierung des Außengeheges auch darauf, dass die Sonne wandert! Wo es am Vormittag schattig ist, kann am Nachmittag die pralle Sonne scheinen. Das Gehege sollte also mit dem Schatten wandern. Wer keine Bäume als natürliche Schattenspender im Garten hat, kann auch ein großes nasses Handtuch oder eine Decke als Sonnenschutz über einen Teil des Geheges legen und mit Wäscheklammern befestigen.

Kühler Untergrund für Nagetiere im Sommer

Schatten von oben ist gut, gleichzeitige Kühlung von unten ist noch besser: Kaninchen lieben es, wenn sie im Sommer einen kühlen Untergrund zur Verfügung haben. Sie kuscheln sich gern in aufgewühlten Sand oder legen sich auf feuchtes Gras oder kühlende Steine. Eine gute Idee ist es also, den Boden des Außengeheges mit der Gießkanne leicht anzufeuchten oder den Tieren kalte Fliesen hinein zu legen, auf denen sie sich etwas abkühlen können. Möchtest Du Deinen Rasen lieber nicht gießen, kannst Du auch ein nasses Handtuch auf den Boden legen. Gib Deinen Kaninchen oder Meerschweinchen aber ein bisschen Zeit, viele nehmen das Angebot nicht sofort an und müssen sich erst an die neue Unterlage gewöhnen. Einfach immer wieder anbieten!

Hilfe beim Abkühlen

Auch eisgekühlte Wasserflaschen bieten Nagetieren im Sommer Hilfe. Fülle dazu eine PET-Flasche zu 2/3 mit Wasser und friere sie ein. Die gefrorene Flasche mit einem Handtuch umwickeln und den Tieren zur Kühlung ins Gehege geben. Alternativ kannst Du auch einen großen Pflanzen-Untersetzer umdrehen und zwei Kühlakkus darunter geben. Die meisten Kaninchen legen sich gern auf den kühlen Thron und auch Meerschweinchen verschmähen die willkommene Kühlung sehr selten.

Vorsicht: Unter gar keinen Umständen darfst Du Dein Kaninchen zur Abkühlung in kaltes Wasser tauchen! Der plötzliche Temperaturunterschied kann zu einem Schock und zu Kreislaufversagen führen.

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Einen Hitzschlag erkennen

Liegt Dein Kaninchen schnell atmend und teilnahmslos auf der Seite? Hat es Zuckungen am ganzen Körper und ist sein Puls kaum fühlbar? Dann musst Du schnellstens handeln. Wickle das Tier in ein feuchtes Tuch, flöße ihm etwas Wasser ein und bringe es umgehend zum Tierarzt. Ein Hitzschlag ist ein echter, lebensbedrohlicher Notfall!