FREITAG, 02.11.2018 Julia Schürer

Kleine Tiere, große Ansprüche. So in etwa könnte man es zusammenfassen, wenn es um das Sauberhalten von Kleintierkäfigen geht. Ähnlich wie wir Menschen legen Mäuse, Hamster, Kaninchen und Co. großen Wert auf Sauberkeit. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten.

Stell‘ Dir mal vor, Deine Toilette hätte keine Spülung und wäre zudem noch genau neben Deinem Bett. Würdest Du Dir nicht auch wünschen, dass Dein Klo immer sauber ist? Nagetiere haben zwar in ihrem Käfig Ecken, die sie ausschließlich für ihre Notdurft verwenden, aber dennoch leben sie quasi mit ihren Ausscheidungen auf engstem Raum. Daher ist es unsere Pflicht dafür zu sorgen, dass das Kleintierklo immer sauber ist. Dabei ist es gar nicht so einfach, den Bedürfnissen gerecht zu werden, denn diese sind sehr verschieden.

Gute Grundlage

Ganz egal ob Hamster, Hase oder Meerschweinchen, die Einstreu schafft die Grundlage. Du hast die Wahl zwischen Holz-, Papier- oder Hanfstreu. Wobei die finale Entscheidung wird Deine Fellnase treffen, denn sie entscheidet letztlich, worin sie sich wohlfühlt. Achte beim Kauf drauf, dass die Einstreu nicht staubt, Gerüche gut bindet und natürlich ordentlich Flüssigkeit aufnehmen kann. Einstreu von schlechter Qualität staubt und dann atmet Dein Tierchen den ganzen Tag Staub ein. Das führt zu schweren Atemwegserkrankungen, die nicht selten tödlich für das Tier enden. Damit sich die Fellnase auch wie zu Hause fühlt, darf die Einstreu nicht parfümiert sein. Der Duft nach Holz oder Wald ist natürlich total in Ordnung und gibt Deinem Tier ein wohliges Gefühl. Hast Du eine Fellnase die gerne wühlt, wie zum Beispiel eine Rennmaus oder einen Hamster, musst Du mindestens 30 Zentimeter hoch einstreuen. Frisches, saftiges Heu über die Einstreu drüber ist das perfekte „Finish“.

Gemütlichkeit schaffen

Deine Fellnase hat bestimmt den einen oder anderen Lieblingsplatz. Lege dort täglich eine extra große Portion frisches Heu hin. Wenn Du möchtest, kannst Du noch spezielles Streu im Käfig verteilen. Baumwollstreu oder Waldbodenstreu sind bei Nagern häufig sehr beliebt. Die Tierchen werden es lieben sich durch die verschiedenen Schichten zu buddeln und verteilen so die Einstreu ganz von allein.

Regelmäßiges Wechseln der Einstreu ist wichtig, damit sich die Nager auch wohlfühlen. Die Pipi-Ecken solltest Du täglich reinigen und frisches Einstreu reingeben. Ein vollständiger Wechsel der Einstreu ist nur alle vier Wochen nötig. Außer Du hast mehrere Tiere, dann solltest Du öfter wechseln.

Nager mögen es trocken

Die nagenden Fellnasen mögen es immer schön trocken. Daher solltest Du darauf achten, dass die Einstreu niemals feucht wird. Es ist nicht nur ein unangenehmes Gefühl für die Tiere, zu feuchtes Einstreu kann auch gesundheitsschädlich sein. Die Tierchen stehen mit ihren Pfoten und ihrem Bauch die ganze Zeit im Einstreu. Wenn das nun feucht ist, können sich Bakterien bilden, die zu Hauterkrankungen führen können. Entzündungen sind dann unvermeidbar. Nager scheiden mit ihrem Urin Ammoniak aus, dass – sofern die Einstreu feucht ist – die Atemwege angreifen kann. Am besten kontrollierst Du die Einstreu täglich und wechselst feuchte Stellen sofort aus. Hat Deine Fellnase eine Pipi-Ecke auserkoren, kannst Du auch einfach dort eine Nagertoilette hinstellen. Die meisten Tiere akzeptieren das problemlos. Diese spezielle Toilette kannst Du dann einfach rausnehmen, ausleeren und mit frischem Einstreu befüllen. Beachte: lass‘ immer einen kleinen Rest der alten Einstreu in der Toilette (oder auch in der Pipi-Ecke). Dein Tierchen weiß dann sofort wieder, da dort „sein stilles Örtchen“ ist.

Täglich frisches Futter

Nicht nur die Nagertoilette möchte täglich gereinigt werden, auch das Nassfutter muss dem Nager täglich frisch serviert werden. Achte darauf, dass die Futternäpfe niemals im Einstreu stehen. Zum einen ist das gefährlich, weil Dein Nager unter der Last eines Futternapfes (der nicht auf einem festen Untergrund steht) sterben könnte. Zum anderen findest Du Frischfutter-Reste leichter, wenn Du nicht die komplette Einstreu durchwühlen musst.

„Wir haben die Näpfe mit dem Frischfutter immer auf das Häuschen gestellt. So konnten unsere Hamster sich dort bedienen, waren sicher und ich konnte die Reste leichter finden.“

Julia, Dackelbesitzerin und früher Hamsterbesitzerin

Zudem verhinderst Du, dass das Futter mit Urin und Kot in Kontakt kommt. Das sehr Verdauungssystem der Tiere reagiert auf eine solche Verunreinigung sehr empfindlich. Am besten schaust Du in der Früh und am Abend nach, ob und wo Deine Fellnase Frischfutter verteilt hat und nimmst es gleich aus dem Käfig. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass die Nager verwelktes oder gar vergorenes Frischfutter noch fressen. Gerade Hamster verstecken ihr Futter gern, daher solltest Du bei Deinem „Kontrollgang“ auch in das Häuschen schauen und alle möglichen Verstecke durchforsten. Bitte wecke Dein Tierchen nicht, sondern warte, bis es wach ist.

Regelmäßige Reinigung

Zu guter Letzt solltest Du alle Einrichtungsgegenstände und sämtliches Spielzeug regelmäßig kontrollieren, reinigen und bei Bedarf austauschen. Das dient nicht nur der Hygiene im Nagerkäfig, sondern auch der Sicherheit. Eventuell beschädigtes Spielzeug oder Einrichtungsgegenstände sind eine echte Gefahrenquelle. Bitte stelle aber alles wieder an seinen altbekannten Platz zurück, Dein Nager wird es Dir danken, denn er kann sich so besser in seinem Käfig orientieren.