Nach gründlicher Überlegung steht die Entscheidung: Eine Katze soll Deine Familie erweitern und bei Dir einziehen. Eine Rassekatze soll es sein, mit einem Charakter, der zu Dir passt. Jetzt stellt sich nur eine Frage: Wie finde ich den richtigen Katzenzüchter?

Warum eine Katze vom Züchter?

Ein Haustier willkommen zu heißen, ist für alle Beteiligten ein großer Schritt. Viele Jahre Deines Lebens wird die neue Samtpfote an Deiner Seite sein – dementsprechend möchtest Du natürlich ein völlig gesundes Tier und Dir sicher sein, dass es die ersten Wochen in einer liebevollen Umgebung aufgewachsen ist.

Daher ist es beim Katzenzüchter finden wichtig, dass Du nicht einem unseriösen Angebot auf den Leim gehst! Wenn Du ein Tier auf eBay für einen Spottpreis findest oder Dir jemand die Katze im Kofferraum anbietet, solltest Du aufmerksam werden. Denn wenngleich der Preis lockt – das Tier musste dafür bezahlen. Umso wichtiger ist daher die Frage: Wie finde ich den richtigen Katzenzüchter?

Wo findest Du Katzenzüchter?

Eine gute Anlaufstelle zur ersten Orientierung ist das Internet. Seriöse Züchter sind immer einem Zuchtverband zugeordnet. Wenn Du bereits weißt, dass Du eine bestimmte Rasse haben willst, kannst Du die Katzenzüchter-Verbände online schnell finden.

Ein kurzer Anruf bei dem jeweiligen Verband oder das Durchforsten der Seite sollte Dich dann schnell zu einem geeigneten Züchter in Deiner Nähe führen. Auch wenn Du zum Kauf selbst oder zur Rasse noch konkrete Fragen hast, stehen Dir die Zuchtverbände beratend zur Seite.

Woran erkennst Du einen guten Züchter?

Wenn Du beim eine Anlaufstelle ausgewählt hast, solltest Du einen Termin beim Züchter vereinbaren. Mit folgender Checkliste kannst Du danach prüfen, ob der von Dir gewählte Züchter vertrauenswürdig ist:

  • Der Züchter lädt zu sich nach Hause ein und zeigt Dir die Umgebung, in der die Kätzchen leben. Wichtig dabei: Vertraue auf Dein Gefühl – die Lebenswelt der kleinen Samtpfoten sollte sauber, ordentlich und gemütlich sein.
  • Du triffst auch das Muttertier und kannst somit sichergehen, dass die jungen Katzen nicht zu früh von ihrer Mutter getrennt wurden. Habe im Hinterkopf: Das vorgeschriebene Mindestabgabealter beträgt 13 Wochen, vorher sollte Dir der Züchter die Katzen nicht übergeben.
  • Vor Ort kannst Du auch als Laie den Gesundheitszustand der Katzen ein wenig beurteilen, sie sollten einen gepflegten Eindruck machen. Tipp: Indizien wie verklebte Augen, Dreck an den Ohren und kahle Stellen im Fell sprechen für eine schlechte Zucht.
  • Ein kompetenter Züchter bietet von sich aus an, auch nach dem Kauf noch beratend an Deiner Seite zu bleiben und bei Fragen erreichbar zu sein. Daran erkennst Du, dass die Tiere nicht nur als schneller Profit gesehen werden.
  • Ein liebevoller Katzenzüchter wird auch Dich unter die Lupe nehmen: Sind Deine Wohnverhältnisse für das Tier geeignet? Passt Dein Charakter zu der Rasse? Hast du genug Zeit und Geld für Dein neues Familienmitglied?
  • Papiere und Co. kann Dir ein Züchter nur geben, wenn er Mitglied eines Zuchtverbandes ist. Hat er keine Papiere und übergibt er das Tier ohne Gesundheitszeugnis vom Tierarzt mitsamt allen nötigen Impfungen, solltest Du skeptisch werden.
  • Für das Tier ist der Umzug in Dein Zuhause Stress pur, auch wenn es natürlich verschiedene Wesensausprägungen bei jeder Katze gibt. Ein verantwortungsvoller Züchter wird Dir einen Essensplan mitgeben und auch etwas gewohntes Futter, um den Übergang leichter zu machen.
  • Generell gilt: Ist das Kätzchen im Vergleich sehr günstig, sollten bei Dir die Alarmglocken schrillen. Ein Tier aufzuziehen ist für den Züchter immer teuer, er trägt Tierarztkosten und muss für Futter und Ähnliches aufkommen. Wenn das Tier günstig ist, hat der Züchter an irgendeiner Ecke gespart – und selten passiert das zum Wohle des Tieres.

Welche Papiere müssen mit?

Wenn Du Dich für eine Rassekatze entschieden hast, wird der Züchter Dir den Stammbaum des Tieres aushändigen und zumindest das Muttertier und manchmal sogar den Vater der jungen Kätzchen zeigen. Wenn für diese Rasse erbliche Erkrankungen bekannt sind, werden gute Züchter ihre Katzen auf diese Krankheiten getestet haben, um damit das Risiko der Vererbung einzudämmen.

Der offizielle Stammbaum hat einen Original-Stempel und eine Original-Unterschrift des Zuchtvereins, bei dem die Katzen auch eingetragen sind. Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst Du dort auch die ordnungsgemäße Eintragung Deines Kätzchens erfragen.

Auf dem in deutscher Sprache angefertigten Dokument werden die Vorfahren über drei oder vier Generationen aufgeführt, daneben sind natürlich auch alle Daten Deines Tieres mitsamt Zuchtbuchnummer aufgelistet. Auch von den Eltern sind alle Daten vorhanden, bei den Großeltern oder noch älteren Ahnen reichen Name, Titel und Fellfarbe. Auch Angaben zum Züchter sowie dem ausstellenden Verein sind auf dem Dokument zu finden.

Wichtig: Wer trotz Zugehörigkeit zu einem Zuchtverband keinen Stammbaum aushändigt, möchte in den meisten Fällen etwas verstecken. Etwa wenn die Schonzeit der Mutter nicht eingehalten wurde, oder die Tiere eine tödliche Krankheit haben, wird kein Stammbaum vom Zuchtverband ausgestellt. Ein Anruf beim Verein kann an dieser Stelle für Klarheit sorgen.

In Sachen aktueller Gesundheitszustand Deines neuen Tieres gibt es ebenfalls einige Dinge zu beachten. Nicht nur sollte das Tier mit frühestens 13 Wochen alle erforderlichen Impfungen wie die Spritze gegen Katzenschnupfen bereits erhalten haben, der Züchter sollte es zudem auf Leukose und „Katzenaids“ getestet haben. Dir wird ein Gesundheitszeugnis von einem Tierarzt übergeben, der den Zustand des Tieres dokumentiert.

Bei welchen Züchtern Du vorsichtig sein solltest

Doch auch bei Züchtern gibt es schwarze Schafe. Auf der einen Seite sind da ganz offensichtliche Ausnahmefälle: Wenn Du beim Katzenzüchter finden über jemanden stolperst, der Tiere aus dem Kofferraum anbietet oder Dir das Kätzchen nach Hause bringen möchte, solltest Du stutzig werden.

Doch es gibt auch andere Anzeichen, die auf unseriöse Züchter hindeuten. Ein starkes Indiz ist es, wenn der Züchter sich auf mehr als ein oder zwei Rassen spezialisiert hat und sehr viele Tiere bei ihm im Haus leben. So kann er sich kaum richtig um die einzelnen Tiere kümmern.

Ebenso schlecht sind Rassekatzen, die nicht gemeinsam mit dem Menschen leben, sondern etwa in separaten Räumen. Ohne den menschlichen Kontakt und die gewohnte Geräuschkulisse von Staubsaugern, Fernsehen und Gesprächen, könnten die Tiere bei Dir Zuhause schnell überfordert sein. Auch wenn die Kätzchen schon beim Züchter verängstigt oder verschreckt wirken, ist es ein schlechtes Zeichen.

WIE FINDE ICH DEN RICHTIGEN KATZENZÜCHTER?

Bei den meisten eingetragenen Züchtern dürftest Du auf keine Probleme stoßen. Wenn das Tier einen gesunden Eindruck macht und die Umgebung liebevoll wirkt, darfst Du in den meisten Fällen mit einem tollen neuen Familienmitglied rechnen. Aber natürlich gibt es auch unter Züchtern schwarze Schafe:

Vertraue Deiner Intuition. Ist es dreckig, spricht der Züchter nicht liebevoll von den Tieren oder wirken die Jungtiere krank oder apathisch? Eines der besten Indizien für einen schlechten Züchter ist schlussendlich der Preis: Eine gesunde und lebensfrohe Rassekatze kostet Geld und Zeit.

Aus Mitleid die Katzen von einer schlechten Zucht zu retten, ist leider nicht der beste Weg. Denn auch wenn Du dem Tier ein besseres Leben geben kannst, machst Du Platz für noch mehr Leid und Qual. Sinnvoller ist es, an dieser Stelle den Tierschutz zu informieren.