Katzen haben sieben Leben. So oft wie unsere Samtpfoten todesmutig über Abgründe springen und doch immer wieder auf ihren Beinen landen, könnte an der Volksweisheit tatsächlich etwas dran sein. Aber wie alt werden unsere Katzen wirklich? Welche Faktoren sorgen für ein langes und erfülltes Katzenleben? Und woran erkenne ich, dass mein Stubentiger alt wird? Wir haben die Antworten.

Woher kommt die Volksweisheit von den sieben Leben?

Bevor wir uns mit dem Alter unserer Stubentiger befassen, wollen wir dem großen Mythos rund um die sieben Leben ein für alle Mal auf den Grund gehen. Im abergläubischen Mittelalter standen Katzen symbolisch für heidnische Gottheiten und damit auch in Verbindung mit Hexen. Zudem nahm man an, dass sich Hexen zur Tarnung in Katzen verwandeln können.

Aus dieser Furcht heraus versuchte die Kirche damals, die „bösen“ Katzen auf unterschiedlichsten Wegen zu töten. Da die Tiere häufig selbst Stürze aus Kirchtürmen schadlos überstanden, sprach man ihnen dämonische Kräfte zu. Der Mythos von den sieben Leben war geboren. Was man damals nicht wusste: dass Katzen auch bei Stürzen aus großer Höhe auf ihren Pfoten landen, liegt am sogenannten Stellreflex.

Wie alt werden Katzen?

Katzen haben natürlich keine sieben Leben – im Vergleich zu anderen Haustieren wie Hamstern und sogar Hunden aber trotzdem ein sehr langes Leben. Im Durchschnitt liegt die Lebenserwartung unserer Hauskatzen bei beachtlichen 15 Jahren.

In seltenen Fällen können die Stubentiger aber auch mehr als 20 Jahre alt werden. Interessanterweise hängt die Lebenserwartung von der Rasse ab. Besonders langlebig sind dabei Mischlinge. Rassekatzen dagegen weisen eine höhere Tendenz zur Kurzlebigkeit auf. Verantwortlich dafür sind die Gene. Bei Rassekatzen ist die Gefahr der Überzüchtung groß.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für die Vererbung von Krankheiten und Gendefekten. Zudem sinkt die genetische Vielfalt, was zu einer größeren Anfälligkeit gegenüber bestimmten Erkrankungen führt. Die große genetische Vielfalt von Mischlingskatzen hingegen ist deren Schlüssel zu einem langen Leben.

Das sind die echten Methusalems

Wie bei uns Menschen gibt es auch bei Katzen ab und an bemerkenswerte Ausreißer. Die folgenden Katzen sind die Methusalems unter den Stubentigern.

  • Als der Siamkater „Scooter“ im Jahr 1986 geboren wurde, war Helmut Kohl Bundeskanzler und Ronald Reagan Präsident der USA. Im Jahr 2016 verstarb der Kater im Alter von 30 Jahren.
  • Noch etwas älter wurde Kater „Nutmeg“, der bis zuletzt in Newcastle (England) lebte. Kurz nach seinem 32. Geburtstag brach der ehemalige „Findelkater“ in den Katzenhimmel auf.
  • Die älteste Katze der Welt lebte in Texas. Die im Jahr 2005 verstorbene „Créme Puff“ wurde biblische 38 Jahre und 3 Tage alt. Damit ist Créme Puff der absolute Alterspräsident.

Wie lassen sich Katzenjahre in Menschenjahre umrechnen?

Als Menschen lieben wir Vergleiche. Das gilt nicht nur für die Umrechnung von Hundejahren in Menschenjahre, sondern auch für Katzen. Am Anfang geht die Entwicklung von Katzen recht schnell. Mit etwa drei Monaten entspricht das Alter einer Katze einem Menschenjahr. Mit sechs Monaten sind es bereits zwölf Menschenjahre, mit einem Jahr 15 Menschenjahre und mit zwei Jahren bereits 24 Menschenjahre. Ab dem dritten bis zum 16. Lebensjahr entspricht jedes Katzenjahr vier Menschenjahren. Danach sind es drei.

„Créme Puff“ wäre mit seinen 38 Katzenjahren umgerechnet demnach gut 138 Menschenjahre alt geworden – 16 Jahre älter als der bisher älteste Mensch der Welt. Das war die Französin Jeanne Calment (1875-1997).

Diese Faktoren beeinflussen das Alter deiner Katze

Katzenjahre (echte Jahre) Äquivalent in Menschenjahren
1/4 1
1/2 12
1 15
2 24
3 28
4 32
5 36
6 40
7 44
8 48
9 52
10 56
11 60
12 64
13 68
14 72
15 76
16 80
17 83
18 86
19 89
29 92
  • Ernährung: Hochwertiges Futter ist für die Katzengesundheit genauso wichtig wie eine gesunde Ernährung für uns. Mit einer nährstoff- und proteinreichen Kost mit wenigen Kohlenhydraten stärkst du das Immunsystem deines Stubentigers und beugst Stoffwechselerkrankungen vor.
  • Sichere Umgebung: Ein katzengerechtes Zuhause verlängert die Lebenserwartung deiner Samtpfote ungemein. Auch hier passieren die meisten tragischen Unfälle im Haushalt. Beseitige Gefahrenquellen wie offene Balkone, gekippte Fenster, Steckdosen und für Katzen giftige Pflanzen.
  • Sicherer Freigang: Die Lebenserwartung von Freigängern ist im Durchschnitt um einige Jahre geringer als die Lebenserwartung von reinen Wohnungskatzen. Das liegt unter anderem an der Gefahr durch den Straßenverkehr, an Kämpfen mit anderen Katzen sowie an möglichen Vergiftungen.
  • Gesundheitsvorsorge: Achte daher auf regelmäßige Tierarztbesuche, lege dir ein strangulationssicheres Halsband zu und lasse deine Fellnase durchimpfen. Auch Kastration und Sterilisation wirken sich positiv auf die Lebenserwartung aus. Infolge der Sterilisation bilden die Katzenkörper weniger Stresshormone. Zudem ist das Risiko für Geschlechtskrankheiten wie „Katzen-Aids“ deutlich geringer.

So nagt der Zahn der Zeit an deinem Stubentiger

  1. Alternde Vierbeiner leiden unter schwächer werdenden Sinnesorganen. Katzen entwickeln häufig Grauen oder Grünen Star und hören deutlich schlechter. Viele Tiere werden sogar taub.
  • Ergrauende Stubentiger verlieren teilweise ihren Spieltrieb. Stattdessen beschäftigen sie sich lieber mit Denkspielen. Da sage mal jemand, Katzen seien uns nicht ähnlich. Immerhin lösen wir mit 70 auch lieber Kreuzworträtsel, als auf dem Fußballplatz herumzurennen.
  • Ältere Katzen entwickeln ein verstärktes Schlafbedürfnis und schlafen noch mehr als ohnehin schon schläfrige Jungkatzen.
  • Auch der Appetit lässt im Alter deutlich nach. Das sollte für dich ein Grund zur Sorge sein, denn ohne eine ausreichende Nährstoffversorgung leidet die Gesundheit deines Stubentigers zusätzlich.
  • Und last but not least: Alte Katzen werden im Alter genauso verwirrt, starrsinnig und auch ein wenig senil wie wir Menschen.