Katzen sind in vielerlei Hinsicht die besseren WG-Mitglieder als menschliche Mitbewohner. Sie sind in der Regel leise, zumindest was die Nahrungsmengen im Kühlschrank angeht sehr genügsam und achten auf Sauberkeit. Umso ärgerlicher, wenn Dein Kater aus der Reihe tanzt und plötzlich in die Wohnung uriniert. Nun ist guter Rat teuer. Wo liegen die Ursachen? Was sind die Unterschiede zwischen Unsauberkeit und normalem Markieren? Und wie bekomme ich meinen Kater stubenrein? Wir liefern Dir die wichtigsten Antworten.

Dein Stubentiger meint es nicht persönlich

Als Katzenhalter hast Du sicherlich schon einige Horrorgeschichten über pelzige Protestpinkler gehört. Angeblich drücken Katzen und vor allem Kater durch das Urinieren ihre Unzufriedenheit nach dem Motto „meinen Menschen zeige ich es jetzt“ aus. Gedankengänge wie „dem Zweibeiner pinkle ich jetzt aufs Kopfkissen“ oder „jetzt muss sein schöner Teppich leiden, wenn er mich nicht mit Lachspastete füttert“ kennen Katzen nicht.

Das Urinieren dient bei Katzen schlicht der Kommunikation mit anderen Katzen bzw. Katern sowie anderen Tieren. Sei es nun, um das Revier zu markieren oder Botschaften nach dem Motto „ich war hier“ zu hinterlassen. Auszuflippen und den Kater buchstäblich mit der Nase in die Urinpfütze zu drücken ist die denkbar schlechteste Lösung. Immerhin können Katzen ihre Taten und deren Auswirkungen nur binnen vier Sekunden miteinander in Verbindung bringen. Die beste Lösung ist daher, wenn Du das Ganze nicht persönlich nimmst und die Hinterlassenschaft einfach ruhig entfernst.

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Tipp: Reinige die entsprechenden Stellen großräumig mit Spezialreiniger für Katzenurin oder mit verdünntem Essig. Beides entfernt den Urin und nimmt den Geruch. Decke die behandelte Stelle für etwa 24 Stunden mit Folie ab und lass den Reiniger einwirken. Anschließend kannst Du noch einmal feucht nachwischen. Teppiche saugst Du danach kurz ab. Bei länger eingetrockneten Urinlachen musst Du den Vorgang meist noch einmal wiederholen. Wichtig ist die gründliche Reinigung, da jeder Ort, der nach Urin riecht, für eine Katze eine potenzielle Toilette ist. Auch wenn Du keinen Urin mehr riechst, kann es Dein Kater noch immer. Gründlichkeit ist also die oberste Devise.

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Urinieren ist nicht gleich Urinieren

Der häufigste Grund, warum Kater in der Wohnung urinieren, ist das Markieren ihres Reviers. In der Regel verteilt der Stubentiger seinen Duft auf diese Weise an markanten Punkten wie Möbeln und Ecken. Typischerweise gibt Dein Kater hier im Stehen nur eine geringe Urinmenge ab und bespritzt damit solche Wegstellen und Stellen mit sozialer Interaktion. Interessant: Zu beobachten ist das Harnmarkieren im Fall von Hauskatzen vor allem bei nicht kastrierten Tieren.

Ist Dein Kater dagegen kastriert, reichen ihm Kratzmarkierungen und die Verteilung von Duftstoffen durch Berührungen als Reviermarkung meist aus. Hast Du also einen nicht kastrierten Kater, der abseits vom Harnmarkieren normal die Katzentoilette nutzt, ist alles im grünen Bereich. Gegen diesen Instinkt kannst Du nichts weiter tun, als Deinen Stubentiger kastrieren zu lassen. Echte Unsauberkeit erkennst Du daran, dass Dein Kater im Hocken uriniert und dabei meist die gesamte Blase entleert. Ist Letzteres der Fall, musst Du Dich auf Ursachensuche begeben.

Ursachen für Unreinheit abseits vom Revierverhalten

Für die Unsauberkeit Deines Katers gibt es einige mögliche Erklärungen. Diese musst Du kennen, um das Problem zu lösen. Auch die Unsauberkeit ist kein böser Wille Deiner Samtpfote. Es ist ein Kommunikationsmittel, das Dir sagen soll, dass etwas nicht stimmt. Sei es nun gesundheitlich oder psychologisch bzw. etwas, das das Wohnumfeld betrifft.

Medizinische Ursachen

Dass Dein Kater plötzlich nicht mehr stubenrein ist, kann an einer Erkrankung liegen, auch wenn er sonst keine Symptome zeigt. Katzen sind wahre Meister darin, Krankheiten zu verbergen, da das Zeigen von Schwäche sie in der Natur angreifbar machen würde. Dementsprechend solltest Du Unsauberkeit immer als potenzielles Warnsignal begreifen.

Allzu viele Katzenmamas und Katzenpapas haben im Glauben, dass aus Mangel an Symptomen gesundheitlich alles in Ordnung ist, schon so manche Erkrankung übersehen. Hält die Unsauberkeit länger an, stehst Du mit einem Tierarztbesuch auf der sicheren Seite. Immerhin können auch Blasenentzündungen, Harnröhrenentzündungen, Blasensteine, Harnsteine oder eine Niereninsuffizienz dahinterstecken.

Psychologische Ursachen

Wesentlich häufiger liegt die Ursache für die unangenehm riechenden Pfützen auf Teppich und Laminat in der Umgebung. Bereits kleine Veränderungen können empfindliche Stubentiger aus dem psychologischen Gleichgewicht bringen. Das äußert sich nicht selten durch Urinieren. Dass Dein Kater plötzlich nicht mehr auf das Katzenklo geht, kann beispielsweise daran liegen, dass dieses in seinen Augen nicht ausreichend gereinigt ist.

Auch der Wechsel zu anderer Katzenstreu oder ein neuer Standort können Auslöser sein. Hinzu gesellt sich eine ganze Reihe weiterer möglicher Auslöser, die Du wie eine Checkliste prüfen solltest, um Deinen Kater wieder stubenrein zu bekommen. Ist die Ursache gefunden und beseitigt, haben sich die Urinlachen nämlich auch von selbst erledigt. Hinterfrage, ob beispielsweise die folgenden Dinge zutreffen:

  • Hat ein neues „Tier“ das „Rudel“ bzw. das Revier Deines Katers betreten? Das kann eine andere Katze, ein Lebenspartner aber auch ein Baby sein. Umgekehrt funktioniert dieser Mechanismus auch, wenn ein liebgewonnenes „Rudelmitglied“ auszieht.
  • Gibt es markante neue Gerüche in Deiner Wohnung (z.B. neue Möbel, Waschmittel, Parfüm)? Sind diese Gerüche sehr dominant, urinieren Katzen, um auf diese „Konkurrenz“ aufmerksam zu machen und ihr Revier besonders deutlich zu markieren.
  • Ist nebenan ein neuer Nachbar mit einem Hund eingezogen? In einem solchen Fall deutet das Urinieren darauf hin, dass sich Dein Kater unsicher fühlt.
  • Hat Dein Kater in letzter Zeit unangenehme Erlebnisse auf der Katzentoilette gehabt? Mögliche Beispiele sind die Verabreichung von Medikamenten oder die Störung durch laute Geräusche, Kinder, andere Katzen oder eine rumpelnde Waschmaschine.
  • Ist Dein Kater oft und lange allein, gelangweilt oder unterfordert?
  • Musstest Du in letzter Zeit umziehen, sodass Dein Kater sein Revier wechseln musste?
  • Kennt Deine Katze überhaupt eine Katzentoilette? Letzteres ist vor allem bei Jungkatzen ein Problem, die nicht lang genug bei einer stubenreinen Mutter waren.

Es gibt keine schnelle Lösung

Wie Du siehst, gibt es nicht die eine Ursache. Ebenso wenig gibt es eine schnelle Universallösung. Bei Katern, die zuvor stubenrein waren, hilft nur die Beseitigung der Ursache. Sei es nun die Behandlung des medizinischen Problems oder das Beheben der Ursache aus dem Umfeld. In Kombination mit ein wenig Zeit gibt sich die Problematik meist von ganz allein. Ein zentraler Punkt ist jedoch die richtige Auswahl und Positionierung der Katzentoilette. Stubentiger sind hier nämlich anders als die meisten menschlichen Mitbewohner sehr anspruchsvoll.

So bekommst Du einen jungen Kater stubenrein

Hast Du einen jungen Kater, der die Nutzung der Katzentoilette nicht von seiner Mutter gelernt hat, kannst Du ihn unterstützen. Das funktioniert eigentlich ganz einfach:

  1. Setze Deinen Kater in die Katzentoilette.
  2. Mach Deinem kleinen Racker spielerisch vor, wie er mit seiner Pfote ein Loch in die Katzenstreu graben kann.
  3. Sobald Dein Kater sein Geschäft verrichtet hat, zeigst Du ihm ebenfalls, wie er seine Hinterlassenschaften mit der Pfote verbuddeln kann.
  4. Bestätige Deinen Kater für richtiges Verhalten durch deutliches Loben und Streicheleinheiten. Achtung: Hier musst Du schnell sein, damit Deine Fellnase das Lob und seine Handlung miteinander in Verbindung bringt. Das Lob sollte spätestens vier Sekunden später erfolgen.
  5. Übe diesen Prozess immer wieder. Wichtig: Reinige die Toilette nicht direkt nach der ersten Nutzung. Sonst kann Dein kleiner Nachwuchstiger den Geruch nicht mit einer Toilette in Verbindung bringen.

Erwachsene Kater (wieder) stubenrein bekommen

Sofern die Ursache für die Unreinheit Deines Katers etwas mit der Beschaffenheit der Katzentoilette zutun hat, ist hier der wichtigste Ansatzpunkt. Hierzu möchten wir Dir einige Tipps an die Hand geben, mit denen Du Deinen Kater stubenrein bekommst.

  • Hinterlässt Dein Kater seine Pfützen immer an einem bestimmten Ort? Dann stellst Du dort zumindest vorübergehend die Katzentoilette auf. So gewöhnt sich Dein Stubentiger wieder an das gesittete Urinieren. Damit das funktioniert, solltest Du aber auch das bisherige Katzenklo selbst hinterfragen.
  • Verzichte auf parfümierte Katzenstreu. Das ist für Deine Nase vielleicht angenehm, kann Deinen Kater aber dazu bringen, seine Katzentoilette zu meiden.
  • Stell in Deiner Wohnung am besten zwei Katzentoiletten auf. Hier kannst Du auch unterschiedliche Streusorten testen.
  • Eine Katzenklobox mit Dachkonstruktion ist für Katzen die angenehmste Wahl. Ein solches „Luxus-Klo“ nimmt zwar viel Platz in Anspruch, macht Deinem Kater den Klogang aber deutlich angenehmer.
  • Reinige die Katzentoilette regelmäßig, damit sich Dein Kater wohlfühlt. Einmal täglich ist die Reinigung Pflicht.
  • Wähle den optimalen Standort für das Katzenklo aus. Experimentiere mit unterschiedlichen Standorten. Wichtig ist, dass die Katzentoilette möglichst weit vom Fress- und Schlafplatz entfernt ist. Zudem sollte am neuen Aufstellort Ruhe herrschen, sodass Dein Kater bei seinem Geschäft nicht von hereinplatzenden Menschen oder lauten Geräuschen gestört wird. Allein der Standortwechsel bewirkt oft schon Wunder.