So gewöhnt ihr eure Katze an den Freigang

SONNTAG, 04.02.2018

Katzen lieben ihre Freiheit. Leider ist Freilauf in Stadtgebieten und in der Nähe von stark befahrenen Straßen nicht immer ratsam und möglich. Doch wenn es die Umgebung zulässt, könnt ihr eurer Katze mit dem Freigang etwas Gutes tun. Natürlich gibt es einiges zu beachten, bevor ihr euren Stubentiger aus dem Haus lässt:

1. Ist die Katze schon lange genug bei euch?

Mindestens einen Monat sollte sich eure Katze schon bei euch eingelebt haben - bei schüchternen Katzen noch länger. Denn erst wenn sie einen festen Bezug zu “ihrem” Zuhause aufgebaut hat, ist sie reif für den Auslauf. Kleine Kätzchen bilden hier die Ausnahme, da sie an euch als Bezugsperson noch stark gebunden sind und schon nach ungefähr zwei Wochen nach draußen können - unter eurer Aufsicht. Besonders wichtig ist selbstverständlich, dass sich eure Katze bei euch richtig wohl fühlt. Dazu braucht sie geregelte Essenszeiten, einen ruhigen Rückzugsort und natürlich liebevolle Aufmerksamkeit.

2. Wart ihr mit eurer Katze beim Tierarzt?

Bevor ihr euren Stubentiger ins Freie lässt, solltet ihr dem Tierarzt einen Besuch abstatten. Denn unter Umständen ist eine Impfung gegen Tollwut oder andere Krankheiten wie Katzenschnupfen sinnvoll. Auch eine Kastration kann nötig sein. So verhindert ihr ungewollte Schwangerschaften, aber auch Raufereien und übermäßiges Markierungsverhalten. Informiert euch beim Tierarzt auch über Tätowierung, Mikrochip und lasst eure Katze beispielsweise bei Tasso registrieren. Falls sich eure Katze verlaufen sollte, können Tierärzte oder Tierheime mit entsprechendem Chip-Lesegerät erkennen, dass ihr die Besitzer seid.

3. Ist die Umgebung sicher?

Absolute Sicherheit gibt es leider an keinem Ort. Doch es macht Sinn, sich im Vorhinein zu informieren, mit welchen Nachbarstieren es eure Katze zu tun haben wird. Wird sie mit ihnen zurecht kommen? Gibt es vielleicht bestimmte Zeiten, zu denen gefährliche Hunde garantiert nicht frei herumlaufen? Sind in der Nähe Gartenteiche oder ein Swimmingpool? Beide sollten einen flachen Rand haben, um einen Ausstieg zu ermöglichen. Regentonnen sollten abgedeckt werden, sonst bieten sie nicht nur für Katzen, sondern auch z.B. Eichhörnchen eine Todesfalle. Wenn ihr in unmittelbarer Nähe zu stark befahrenen Straßen wohnt, solltet ihr uneingeschränkten Freigang überdenken. Am besten ist es, wenn im Umkreis von einigen hundert Metern nur langsam befahrene Wohnstraßen vorhanden sind. Mit Gitterzäunen könnt ihr den Freilauf auf euren Garten beschränken, sofern das von Stadt und Nachbar toleriert wird. Um die Gefahr durch Verkehrsunfälle zu verringern, könnt ihr eure Katze nur tagsüber nach draußen lassen.

4. Eine Leine ist nur bedingt nützlich

Zu Beginn werdet ihr vielleicht Angst haben, dass eure Katze sofort losrennt und nie wieder kommt. Eine Leine kann euch diese Angst vielleicht nehmen, doch eine Dauerlösung sollte sie auf keinen Fall sein. Wenn ihr sie benutzen wollt, braucht es viel Geduld, um euren Stubentiger an sie zu gewöhnen. Dazu kann wochenlanges Training nötig sein. Wichtig ist auch, dass ihr kein einfaches Halsband, sondern ein exakt passendes Geschirr verwendet.

5. Der Schritt in die Freiheit

Die größte Garantie dafür, dass euch eure Katze gerne wieder aufsucht ist, dass sie bei euch ein liebevolles Zuhause hat. Das vertrauensvolle Band zwischen Katze und Besitzer ist durch keine Leine zu ersetzen! Eine Katzenklappe macht euch und auch eurer Katze das Leben leichter, da sie selbst über ihre Freigangszeiten bestimmen kann. Für den allerersten Freigang lohnt es sich meist, die Katze weniger als üblich zu füttern. Der Hunger wird sie schon bald wieder zu euch bringen. Wundert euch nicht, wenn eure Katze auf den ersten Freigang ganz anders reagiert, als ihr das vielleicht von anderen Katzenbesitzern gehört habt. Denn jede Katze hat ihren eigenen Charakter. Während eher schüchterne Katzen vielleicht schon nach kurzer Zeit zurück in ihr Bettchen wollen, könnte ein energiegeladener Kater ziemlich eifrig die weitere Umgebung erkunden. Bleibt also ruhig und gelassen.