MITTWOCH, 31.10.2018 Julia Schürer

Egal ob Wohnungskatze oder Freigängerkatze, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bewahren Deine Samtpfoten vor schweren Erkrankungen. Zwar wird Deine Katze ungern zum Tierarzt gehen, aber sie wird es Dir mit einem langen und gesunden Leben danken.

Für ein Tier, ganz egal ob mit Fell oder Federn, ist der Besuch beim Tierarzt in etwa vergleichbar mit einem Zahnarztbesuch für uns Menschen. Man geht immer mit einem unguten Gefühl hin und meistens piekst und drückt der Arzt dann irgendwo herum. Aber wie der Zahnarzt bei uns Menschen erkennt auch der Tierarzt bei regelmäßigen Untersuchungen frühzeitig Gesundheitsrisiken und kann schnell eine entsprechende Behandlung empfehlen. Zudem wird er Dich immer über die nötigen Impfungen aufklären und Dir sagen, wann die nächste Wurmkur fällig ist. Je nachdem, ob Deine Mieze ausschließlich in der Wohnung lebt oder auch draußen frei umherlaufen darf, musst Du die Häufigkeit der Wurmkuren anpassen.

Impfen ist wichtig

Hat Deine Mieze ihre regelmäßige Wurmkur erhalten, solltest Du Dir Gedanken über die nötigen Impfungen machen. Wie auch bei uns Menschen schützen Impfungen vor schlimmen Krankheiten, die nicht selten tödlich enden können. Hast Du schon mal vom Feline Leukämievirus – kurz FeLV – gehört? Hinter diesem recht komplizierten Namen stecken eine ganze Reihe an Erkrankungen. Infiziert sich Deine Katze mit dem FeLV an, wird ihr gesamtes Immunsystem geschwächt. Das führt sehr häufig zu Tumoren, die operiert werden müssen oder enden tödlich. Du bist ein Impfgegner? Vor noch rund 20 Jahren starben sehr viele Katzen an FeLV. Heute gibt es nur noch wenige Fälle, meist bei ungeimpften Tieren. Die Impfbereitschaft ist heute deutlich höher, daher erleiden weniger Tiere infektiöse Krankheiten.

Doch nicht nur der Feline Leukämievirus bedroht Katzen, besonders junge Tiere leiden oft an Katzenseuche und Katzenschnupfen. Gegen beides kann geimpft werden. Wie auch beim Menschen gibt es die sogenannte Grundimmunisierung. Diese sollten Katzenbesitzer möglichst früh vornehmen, so sind die Tiere schon im Kittenalter gut geschützt. Der Tierarzt wird dann weitere Impfungen empfehlen, damit der Impfschutz aufrecht bleibt.

„Ich bin Mutter eines knapp 10-Monate alten Sohnes und Dackelbesitzerin. Kind und Hund sind komplett durchgeimpft und ich bin ein Impf-Befürworter. In mittlerweile 20 Jahren als Hundebesitzerin ist es bei mir noch nie vorgekommen, dass ein Hund eine Impfung nicht vertragen hat. Wie auch bei meinem Sohn kann es vorkommen, dass nach der Spritze eine gewisse Mattigkeit auftritt. Auch leichtes Fieber oder Durchfall sind möglich. Unser Dackel Igor neigt zu einer geschwollenen Einstichstelle. Aber keines dieser Symptome hat länger als einen Tag angehalten. Ich muss allerdings auch sagen, dass es schon vorgekommen ist, dass ein Tierarzt Impfungen empfohlen hat, die für unseren Dackel gar nicht nötig waren. Daher kann ich nur jedem Tierbesitzer raten, sich vorab zu informieren, welche Impfungen wirklich wichtig sind.“

Wichtige Wurmkuren

Ebenso wichtig wie regelmäßige Impfungen, sind Wurmkuren. Besonders bei Katzen, die sich öfter draußen aufhalten. Und wer Babys oder kleine Kinder zu Hause hat, sollte noch mal extra gut darauf achten, dass alle Tiere regelmäßig entwurmt werden. Kleinkinder nehmen – bis zu einem gewissen Alter – nahezu alles in den Mund. So können Würmer auf Menschen übertragen werden. Du wirst gar nicht glauben, wie leicht sich auch eine Wohnungskatze mit Würmern infizieren kann: Wurmeier können unter Schuhsohlen kleben bleiben und so in die Wohnung gelangen. Deine Katze nimmt diese Eier dann vielleicht auf und schon ist sie infiziert. Es ist auch sehr wichtig, einen Wurmbefall zu bekämpfen. Tut man das nicht, kann das Wachstum beeinträchtigt werden. Auch die Nährstoffverwertung funktioniert dann nicht mehr richtig. Nicht zu verachten ist auch die Tatsache, dass die Würmer mit dem Kot ausgeschieden werden und zwar deutlich sichtbar. Ziemlich eklige Vorstellung. Und zuletzt: Würmer sind ansteckend und zwar für andere Haustiere und für den Menschen!

Ist die Katze trotz aller Vorsicht infiziert, raten Tierärzte oft zu einer Wurmkur in Tablettenform. Sie wirken direkt dort, wo die Würmer sitzen, nämlich im Darm. Von Salben zum Auftragen solltest Du absehen, denn sie müssen erstmal durch den kompletten Blutkreislauf und das belastet die Leber.

Impftabelle für Katzen
Impfung Freigänger Wohnungskatze Grundimmunisierung Auffrischung
Katzenseuche 8. und 12. LW und 15. Monat jedes Jahr
Katzenschnupfen 8. und 12. LW und 15. Monat jedes Jahr
Tollwut nur wenn die Katze in einer Tierpension war oder auf Reisen 13. LW und 15. Monat etwa alle 3 Jahre
Katzenleukose (FeLV) nur wenn die Katze Kontakt zu einer Freigängerkatze hatte 8. LW und 12. LW jedes Jahr
Bauchfellentzüdung (FIP) Zuchtkatzen Zuchtkatzen 16. Woche nach Rücksprache mit dem Tierarzt
Chlamydien Zuchtkatzen Zuchtkatzen 8. Woche und 12. LW jedes Jahr
Entwurmung 3. Woche alle 3 Monate bei Freigängerkatzen, alle 6-12 Monate bei Wohnungskatzen oder bei akutem Befall