Schlafen - Das Lieblingshobby der Katze

FREITAG, 23.11.2018 Lisa Hummel

Schlafen ist das Lieblingshobby der Katze. Es scheint oftmals, als täten sie nichts anderes. Schlafen, Dösen, Schlummern, Kuscheln, Fressen. Doch es hat einen guten Grund, warum Katzen so viel schlafen.

Über den Tag verteilt schlafen Katzen etwa doppelt so lang wie Menschen. Stubentiger schlummern rund 13 bis 16 Stunden – ein Lebensstil, der so manchen neidisch macht. Wie Menschen auch begeben sie sich dazu in Tiefschlafphasen oder schlummern entspannt vor sich hin. Wie lange genau eine Katze schläft, hängt von verschiedenen Faktoren:

  • Alter der Katze
  • Gesundheitszustand der Katze
  • Freigänger oder Wohnungskatze
  • Katzenrasse

Vier Stunden Tiefschlaf

Wie beim Menschen wechseln sich auch bei Deiner Katze leichtere und tiefere Phasen ab. Dabei verteilt Dein Stubentiger seine rund fünfzehn Stunden Schlaf über den Tag. Während des leichten Schlummers oder des Dösens, das für gewöhnlich zwischen 15 und 30 Minuten dauert, hat es sich Dein Mitbewohner zwar gemütlich gemacht. Ohren und Schwanz bewegen sich häufig immer noch und Deine Katze kann sofort aufmerksam und hellwach sein, wenn das die Situation verlangt. Tiefschlafphasen, in denen Dein Liebling auch träumt, dauern für gewöhnlich etwa fünf bis sieben Minuten.

Zusammengenommen machen diese Tiefschlafphasen etwa vier Stunden der täglichen Ruhezeit aus. Den Rest verbringt Dein Stubentiger eher in leichtem Schlummerschlaf. Vor oder nach einer vollzogenen Ruhephase putzen sich Katzen häufig ausgiebig.

Angepasstes Schlafverhalten

Von Natur aus sind die geschmeidigen Jäger eigentlich dämmerungsaktiv. Denn in dieser Zeit treibt sich auch ihre Beute draußen herum und Jagdzüge sind dann lohnender. Allerdings kann sich der Schlafrhythmus Deiner Katze veränderten Bedingungen anpassen. Stubentiger, die eine innige Bindung zu ihrem Menschen aufgebaut haben, schlafen zum Beispiel häufiger, wenn Frauchen oder Herrchen in der Arbeit oder aus dem Haus sind.

Meine Katze ist immer ganz verschlafen, wenn ich nach Hause komme. Aber sie begrüßt mich trotzdem immer sehr freudig, das mag ich.

Siliva, Katzenbesitzerin

Du hast bestimmt schon bemerkt, dass Dein Liebling freudig erwacht und zur Tür gelaufen kommt, wenn Du heimkommst. Oftmals strecken Sie sich nur kurz auf dem Weg zu Dir. Immerhin dürfen sie kaum Zeit verlieren und müssen den Lieblingsmenschen auch ordentlich begrüßen!

Idealer Schlafplatz

Bei diesem ordentlichen Schlafbedürfnis benötigt Dein Stubentiger natürlich einen kuscheligen und sicheren Schlafplatz. Viele Katzen liegen gern im Bett des Lieblingsmenschen oder auf dem Sofa. Das hängt natürlich vom Halter ab, ob er es dem flauschigen Mitbewohner gestattet. Aus hygienischer Sicht gibt es keine Einwände, solange die Katze gesund und Flöhen, Zecken oder anderen Parasiten ist.

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Willst Du Deinem Liebling noch andere Schlafplätze anbieten, solltest Du ein paar Dinge beachten: Katzen ziehen sich gerne an sichere und geschützte Orte zurück, von denen aus sie ihr Revier gut im Blick behalten können. Höhlen und Hängematten auf Kratzbäumen sind daher oft beliebt. Auch die heiß geliebten Kartons bringen ein Katzenherz zum höher schlagen.

Wenn Du möchtest, kannst Du in eine Box ein Loch schneiden und schon hat Dein Liebling ein Papphäuschen. Im Handel gibt es auch extra Katzenkörbe oder -höhlen. Aber Achtung: Katzen sind wählerische Tiere. Manche legen sich nicht in den teuren Luxuskorb, wenn der Teppich im Bad doch so viel schöner ist. Eine Katze wählt sich ihren Schlafplatz selbst. Deswegen solltest Du genügend Alternativen und kuschelige Orte in Deiner Wohnung anbieten, damit Dein Liebling eine gute Auswahl hat. Der Schlafplatz sollte sich jedoch nicht an einem kalten, lauten oder feuchten Ort befinden oder Zugluft ausgesetzt sein.

Katze aufwecken

Viele Halter kennen die lustigen und süßen Geräusche, die eine Katze macht, wenn sie geweckt wird. Auch wenn Du das gerne hörst, wecke Deine Katze nie ohne Grund. Sie benötigt ihren Schlaf, um sich vom anstrengenden Katzenleben zu erholen!

Zu wenig oder zu viel Schlaf

Auch wenn sich die genaue Schlafdauer von Katze zu Katze unterscheidet: Wenn Du feststellst, dass Dein Mitbewohner beunruhigend viel oder wenig schläft, solltest Du bei Deinem Tierarzt nachfragen, ob auch alles in Ordnung ist.

Energiereserven auffüllen

Katzen benötigen viel Schlaf, weil sie dabei aufgebrauchte Energiereserven wieder auffüllen können. Spähen, schnuppern, pirschen, jagen – all das benötigt Denkleistung und beansprucht eine Vielzahl von Muskeln. Ein jagender Stubentiger ist hellwach: Alle Sinne sind aktiv, Adrenalin wird ausgeschüttet und viel Energie wird verbraucht. Jagen ist eine anstrengende Beschäftigung, die ihren Tribut fordert: Schlafen, schlummern und Nickerchen machen helfen dabei, wieder ordentlich zu entspannen und die Energietanks wieder aufzufüllen. Auch der Kreislauf kann sich dadurch wieder einpendeln.

Selbst wenn Deine Hauskatze nur ihrem Spielzeug hinterhertigert, benötigt sie anschließend eine ausgiebige Pause. Beim Schlafen werden nicht nur Muskeln und Gelenke entspannt, auch das Gehirn muss die Reize der abgeschlossenen Jagd verarbeiten und ordnen. Wie Menschen lernen Katzen so im Schlaf.

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Schlafen: Das Lieblingshobby der Katze

Warum Katzen so viel schlafen und so leidenschaftlich ihrem Lieblingshobby nachgehen, hat viele Gründe: Die grazilen Jäger können so wieder auftanken, damit sie für die nächste Pirsch gerüstet sind. Während des Schlummerns und Dösens werden Muskeln und Gelenke entspannt, der Kreislauf und der Adrenalinspiegeln pendeln sich wieder ein und das Hirn verarbeitet die wahrgenommenen Reize und erlebten Ereignisse – die Katze lernt. Insgesamt schlafen Katzen bis zu 16 Stunden täglich. Tiefe und leichte Phasen wechseln sich dabei ab. Bei so viel Schlaf benötigt ein Stubentiger auch eine befriedigende Auswahl an kuscheligen und sicheren Schlafplätzen.

Lisa Hummel