Rasseportrait: Savannah Katze

SONNTAG, 11.11.2018 Lisa Hummel

Die Savannah Katze soll eine kleinere, zahme Version der afrikanischen Wildkatze Serval sein. Halter, die sich ein Exemplar anschaffen wollen, sollten sich aber gut über das Tier und dessen Herkunft informieren, denn in Deutschland gibt es bestimmte Bedingungen, die Besitzer unter Umständen erfüllen müssen.

Charakter und Haltung der Savannah Katze

Die Savannah Katze ist eine relativ junge Rasse. Die Züchtung zur Hauskatze begann erst in den späten 80er Jahren in den USA. Sie entstand aus Paarungen zwischen der afrikanischen Wildkatze Serval und verschiedenen Hauskatzenrassen wie der Ägyptischen Mau, Bengalkatze, Maine Coone, Ocicat und dem Orientalische Kurzhaar. Um das typische getupfte Fellmuster zu bewahren, werden spätere Generationen der Savannah Katze nicht mehr mit anderen Rassen gekreuzt. Ihren Namen hat die Savannah von der Serval bekommen – denn diese lebt vorwiegend in Mittel- und Südafrika und jagt in der Savanne.

Allerdings wird die Haustierversion der Wildkatze Serval nicht von der Fifé, der internationalen Dachorganisation von Katzenzuchtverbänden, anerkannt. Nur die US-amerikanische Organisation „The International Cat Association“ führt sie in ihrem Register auf. Je nach Generation kann der Charakter der Serval in der Savannah Katze noch stark präsent sein. Erst ab der fünften Filialgeneration (F5) ist die Savannah als Haustier geeignet. Denn dann sollte der Anteil der Serval nur noch bei etwa drei Prozent liegen und so die Wildkatze im Verhalten der Savannah weitestgehend keine Rolle mehr spielen.

Achte also auf die Filialgeneration. Von F1 bis F4 wirst Du Dir eher eine Wildkatze ins Haus holen, die mehr Auslauf braucht und bei der Du gesetzliche Bestimmungen beachten musst. Diese Generationen musst Du melden, für F1 und F2 benötigst Du darüber hinaus eine Haltegenehmigung. Um diese zu bekommen, musst Du ein artgerechtes Außengehege nachweisen, das mindestens 15 Quadratmeter groß sein sollte. Zudem ist ein beheiztes Innengehege Pflicht. Freigang ist den beiden Generationen nicht erlaubt, denn sie stellen eine Gefahr für heimische Tierarten dar. Je nach Bundesland können weitere Bestimmungen gelten. Hierüber solltest Du Dich vor der Anschaffung gründlich informieren.

Savannah Katzen sind sehr anspruchsvoll und sollten nicht von Anfängern gehalten werden. Selbst Generationen ab F5 können noch einige Wesenszüge der Wildkatze tragen und sind nicht als Haustier geeignet. Ist das Tier scheu, aggressiv, ruhelos oder dauernd gestresst, ist eine Haltung im Haus nicht empfehlenswert. Zum Haustier gezüchtete Savannah Katzen jedoch haben oft ein freundliches, verspieltes und anhängliches Wesen.

Ein Merkmal der Savannah Katze ist ihr getupftes Fell. Die Grundfarbe variiert je nach Anteil der Hauskatzenrasse und kann von beige über grau bis golden sein. Auffällig sind darüber hinaus ihre langen Beine, der schlanke Körper und ihr kleiner Kopf mit den großen Ohren. Ihre Sprungkraft ist enorm: sie schafft locker Sprünge von zwei Metern Höhe – und das aus dem Stand.

Spiele und Aktivitäten mit der Savannah Katze

Savannah Katzen brauchen viel Bewegung und Beschäftigung. In einer kleinen Wohnung mit nichts als einem Kratzbaum werden sie nicht glücklich. Du solltest ihr genügend Platz zum Toben und Klettern bieten können. Außerdem lieben Savannahs Gesellschaft: Du solltest also viel Zeit mitbringen, um Dich mit ihr beschäftigen zu können. Nur ein Mensch allein ist ihr nicht genug – daher solltest Du ihr einen Artgenossen zur Seite stellen.

Dafür ist sie sehr lernwillig und aufmerksam: hast Du genügend Zeit, um Dich mit ihr zu beschäftigen, kannst Du ihr sogar kleine Tricks wie Apportieren beibringen. Übrigens ist die Savannah Katze nicht wasserscheu. Mit einer gefüllten Badewanne oder einem Planschbecken bereitest Du ihr eine wahre Freude.

Savannah Katze: Futter und Ernährung

Frühe Generationen der Savannah Katze sollten mit Rohfutter und frischem Fleisch gefüttert werden. Auch Barf oder Frostfutter für Katzen kannst Du ihr geben. Wichtig ist eine hochwertige und ausgewogene Ernährung.

Typische Krankheiten der Savannah Katze

Savannah Katzen sind bekannt für ihre erstaunliche Vitalität. Krankheiten, unter denen sie rassetypisch leiden, sind bisher nicht bekannt.

Für wen eignet sich eine Savannah Katze

Savannah Katzen der ersten Generation F1 werden als Wildkatzen angesehen. Deswegen musst Du gesetzliche Bestimmungen beachten, die sich je nach Bundesland entscheiden. Informiere Dich also gründlich vor Ort, bevor Du ein Jungtier adoptierst. Du musst die Anschaffung melden und benötigst unter Umständen eine Haltegenehmigung.

Hast Du viel Zeit, Platz und bist bereit, auch finanziell in Deine Katze zu investieren, kannst Du Dir auch eine Savannah der ersten Generationen zulegen. Möchtest Du einen der getupften Exoten als Hauskatze, solltest Du dennoch beachten, dass sie recht anspruchsvoll in der Haltung sind. Du solltest ihr eine zweite Katze zur Seite stellen und viel Zeit mitbringen. Für Anfänger sind die anspruchsvollen Tiere nicht geeignet.

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Savannah Katze - Steckbrief

Name: Savannah Katze

Rassetyp: Kurzhaarrasse

Größe: bis 45 cm | groß

Herkunft: USA

Charakter: gesellig, anhänglich, freundlich, verspielt, je nach Generation kann aber auch das Wesen der Wildkatzenvorfahren durchschlagen

Bedürfnisse: Halter müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, braucht Auslauf, Beschäftigung und Gesellschaft

Katzenerfahrung: Nicht für Anfänger geeignet

Lisa Hummel