Hauskatze im Rasseportrait: Ein Stubentiger als Wundertüte

Jede Hauskatze ist einzigartig! Je nachdem welchen Wurf Du erwischst, können ganz verschiedene Merkmale in Deinem kleinen Schmusetiger stecken. Da geht es nicht nur um Fellfarbe und Größe, auch der Charakter Deiner Katze reicht von Rabauke bis Diva.

Charakter und Haltung der Hauskatze

Die Hauskatze ist die domestizierte Form der Wildkatze. Früher galt sie als Bauernhofkatze, doch das ist längst zu kurz gegriffen. Heute finden sich die Fellnasen in zahlreichen Heimen. Laut Statistik-Portal Statista lebten 2017 rund 13,7 Millionen Katzen in deutschen Haushalten – Rassekatzen inbegriffen. Zum Vergleich: Im selben Jahr gaben die Deutschen etwa 9,2 Millionen Hunden ein Zuhause.

Umgangssprachlich werden alle Katzen als Hauskatze bezeichnet, die in menschlicher Obhut leben – doch in der Fachsprache heißen so nur Stubentiger, die keiner bestimmten Zuchtrasse angehören.

Die Urmutter der Hauskatze ist die afrikanische Falbkatze. Schon im alten Ägypten wurde sie als Haustier gehalten. Sie ist Menschen gegenüber zutraulich und ähnelt schon ihrem Aussehen nach einer nahezu idealtypischen Katze: kurzes Fell, dessen Farbspektrum geht von schwarz über grau getigert bis hin zu dreifarbigen Varianten. Nur in reinem Weiß ist sie kaum anzutreffen. Sie wird drei bis acht Kilo schwer

Die Falbkatze erkannte, dass der gerade sesshaft gewordene Mensch ihre Leibspeise im Vorrat (Mäuse) hatte – und der wiederum hieß sie willkommen und lockte sie sogar extra mit Leckereien, da sie seine Vorräte beschützte.

Charakter

Dennoch bewahrte der kleine Jäger immer einen Teil seiner Eigenständigkeit – was viele Katzenhalter heute so sehr an ihrer Hauskatze schätzen. Das liegt auch daran, dass sie noch nicht so lange mit dem Menschen zusammenlebt wie etwa Hunde. Auch genetisch unterscheiden sich die Hauskatzen kaum von den Wildkatzen.

Dort, wo sie sich in ihren Genen unterscheiden, geht es besonders um das Verhalten. Zum Beispiel unterscheiden sie sich in einem Gen, das für die Angstkonditionierung zuständig ist. Es wird vermutet, dass sich die Hauskatze so an den viel größeren Menschen und die ihr fremde Umgebung gewöhnen konnte.

Zudem wurden bei unseren Stubentigern Gene gefunden, die Lernprozesse unterstützen und das Gedächtnis verbessern. Deswegen passt sie ihr Verhalten an den Menschen an, wenn sie belohnt wird – aber wird es Dir auch übelnehmen, wenn Du sie schlecht behandelst.

Während Hauskatzen mit den Menschen gern in Lauten wie Schnurren, Miauen oder Fauchen kommunizieren, nutzen wildlebende Katzen vornehmlich ihre Körpersprache und Duftstoffe.

Alle konkreten Charaktereigenschaften – wie bockig oder verschmust – wirst Du im Laufe der Zeit selbst herausfinden. Da Hauskatzen nicht gezüchtet werden, können alle möglichen Eigenschaften im Tier stecken. Frage zum Beispiel vor dem Kauf das Tierheim, in dem Du die Fellnase holst, wie sich Dein künftiger Mitbewohner so schlägt.

Haltung

Auch Hauskatzen lieben es, auf Erkundungstour zu gehen. Deshalb empfehlen viele Experten, die Fellnasen nicht ausschließlich in der Wohnung zu halten, sondern ihnen auch Freilauf zu ermöglichen. Solltest Du Dich dennoch entscheiden, eine Katze ausschließlich in der Wohnung halten zu wollen, braucht sie einen Spielgefährten. Anderenfalls wird es ihnen langweilig.

Außerdem brauchen sie einen bestenfalls bis zur Decke reichenden Kratzbaum, da sie gern klettern und sich an erhöhten Plätzen wohlfühlen. Zudem ist mindestens ein Katzenklo pro Katze notwendig, das in einer möglichst ruhigen Umgebung platziert werden sollte.

Wohnungskatzen säubern sich das Fell häufiger selbst, da sie es nicht an Sträuchern oder Büschen abstreifen können, wodurch sie mehr Haare schlucken. Daher solltest Du ihnen Katzengras bereitstellen, was den Brechreiz auslöst und so hilft, die Knäuel wieder herauszubringen. Auch malzhaltige Nahrung ist eine Alternative, da diese die Verklumpung im Verdauungstrakt verhindern.

Spiele und Aktivitäten mit der Hauskatze

Eine Hauskatze liebt es zu jagen, klettern und ist lernwillig. Du kannst ihr sogar kleine Tricks wie High Five oder eine Rolle beibringen, dabei helfen Kniffe aus der psychologischen Trickkiste wie das klassische Konditionieren, das beim Clickertraining zum Einsatz kommt.

Da jede Hauskatze anders ist, kann sie auch andere Spielzeuge lieben. Manche geben sich schon mit einem Tennisball zufrieden, andere mögen aufwendiges Katzenspielzeug wie eine Spielschiene oder lassen sich mit Katzenminze oder Baldrian in einen Rausch versetzen – da reagiert aber jede Katze anders. Probiere einfach ein paar Sachen aus, dann werdet Ihr sicher Spaß miteinander haben! Hauptsache, Du kümmerst Dich genügend um Deinen Stubentiger, anderenfalls wird es ihm langweilig und er zeigt unerwünschtes Verhalten.

Hauskatze: Futter und Ernährung

Katzen sind Fleischfresser. Achte hier auf Qualität Deines Futters, dann hast Du keine Sorgen. Hochwertiges Fressen im Napf enthält alles, was Dein Stubentiger braucht. Barf ist ebenfalls möglich. Es muss auch nicht abwechslungsreich sein – Katzen fressen jahrelang gern immer das gleiche.

Andersrum solltest Du jedoch aufpassen. Deine Fellnase freut sich zwar über eine neue Spezialität, doch fütterst Du zu oft Neues, kann es passieren, dass Du am Ende eine mäkelige Diva vor Dir hast, die alle paar Tage etwas Neues verlangt.

Zudem solltest Du auf die Futterempfehlungen des Herstellers achten. Das Sättigungsgefühl von Katzen ist fehlbar, sie fressen mehrmals täglich und überschreiten so auch das Pensum, das sie eigentlich benötigen würden.

Füttere die Ration Trockenfutter, die empfohlen wird und lass den Napf leer, wenn er leer ist. Das altbekannte Betteln kann auch missverstanden werden – vielleicht möchte Dein Stubentiger einfach Deine Nähe. Bekommt Deine Samtpfote Nassfutter, teile das am besten auf den Tag auf. Lässt Du es zu lange stehen, wird es nicht nur unhygienisch, das unappetitliche Fressen wird Deine Katze sowieso nicht mehr essen.

Wechselst Du das Futter, kann es geschehen, dass Deine Katze Durchfall bekommt. Das ist normal, der Magen-Darm-Trakt muss sich erst an die neuen Leckereien gewöhnen. Natürlich kann Deine Katze auch etwas nicht mögen. Das passiert meist, wenn sie schlechte Erfahrungen damit gemacht hat. Auch eine Umstellung von Feucht- auf Trockenfutter kann bei Deiner Katze nicht unbedingt Begeisterungsstürme auslösen.

Typische Krankheiten der Hauskatze

Typische Krankheiten, die bei der Hauskatze besonders häufig auftreten, gibt es nicht. Sie kann sich also das ganze Spektrum an Katzenkrankheiten einfangen. Darunter fallen Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Katzenseuche oder Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), die sich als Bauchfellentzündung zeigt.

Oft haben Katzen Parasiten. Dazu zählen Spul- und Bandwürmer, aber auch Milben, Flöhe oder Haarlinge.

Ältere Fellnasen leiden des Öfteren an Demenz, auch weil ihre generelle Lebenserwartung steigt. Arthrose im Hüftgelenk kommt häufig vor, auch wenn sie nur selten Symptome zeigt. Zudem können Hauskatzen unter Asthma, Herzkrankheiten, Zahnerkrankungen oder Erkrankungen der ableitenden Harnwege leiden.

Wenn sich Dein Stubeniger ungewöhnlich verhält, nicht frisst, Blut im Stuhl oder Durchfall hat, solltest Du unbedingt zum Tierarzt gehen. Der klärt Dich vor dem Kauf einer Katze auf, worauf Du besonders Wert legen solltest und checkt Deine neue Fellnase auf eventuell vorhandene Erkrankungen.

Für wen eignet sich das Tier?

Hauskatzen sind sehr menschenbezogene, reinliche Tiere und lieben eine gewohnte Umgebung. Hast Du genügend Zeit und Lust, Dich mit dem Tier zu beschäftigen, aber kannst auch mal verkraften, von ihm ignoriert zu werden, ist grundsätzlich eine Katze ein passendes Haustier für Dich. Der Schmusetiger braucht einerseits gewohnte und stille Orte für das Katzenklo und sein Futter, andererseits liebt er die Abwechslung und entdeckt gern Neues.

Ein zweiter Artgenosse ist ideal, wenn Du nicht oft Zuhause bist. Frage zum Beispiel im Tierheim, welche Katzen sich besonders gut verstehen, damit Du etwaige Freunde nicht auseinanderreißen musst.

Hältst Du Deine Fellnase als reine Wohnungskatze, braucht sie unbedingt einen Gefährten und eine ausreichend große Wohnung mit viel Platz. Der ideale Kompromiss zwischen einer Freigängerkatze, die doch einigen Gefahren ausgesetzt ist, und Haltung in den eigenen vier Wänden ist ein großer, gesicherter Garten.

In einem geordneten Haushalt mit spiel- und schmusefreudigen Bewohnern ist eine Katze fast immer das richtige Haustier.

Hauskatze Rasse pin

Hauskatze im Steckbrief

  • Name: Hauskatze
  • Länge: 50 cm
  • Schulterhöhe: ca. 30-35 cm
  • Schwanzlänge: 25-30 cm
  • Gewicht: 2,5 bis 8 kg
  • Lebenserwartung: 15-20 Jahre
  • Charakter: vom Wurf abhängig
  • Bedürfnisse: Jagdtrieb, Kratztrieb, Spieltrieb
  • Krankheiten: keine speziellen Anfälligkeiten
  • Erfahrung: für Anfänger geeignet