Rasseportrait: Bengalkatze

Bengalkatzen sind atemberaubend schöne Tiere. Ihr geflecktes Fell und das geschmeidige Äußere erinnern an ihren großen Verwandten: den Leoparden. Doch auch wenn sie wild aussieht, ist diese Rasse für ihr verschmustes und liebes Wesen bekannt. Wenn Du Dir überlegst, so ein Tier anzuschaffen, solltest Du auf jeden Fall darauf achten, dass Du dessen Bedürfnisse befriedigen kannst. Die getupften Katzen brauchen viel Platz und fühlen sich in zu kleinen Wohnungen schnell sehr unwohl. Auch Zeit solltest Du in Deinen neuen Schmusegefährten investieren. Bengalkatzen lieben es zu spielen und wollen auch ausreichend beschäftigt werden. Sie werden es Dir auf jeden Fall mit ausgiebigen Kuscheleinheiten danken.

Charakter und Haltung der Bengalkatze

Die Bengalkatze entstand aus einer Züchtung zwischen der asiatischen Leopardenkatze und einer kurzhaarigen Hauskatze. Deswegen wird sie auch Leopardette genannt. Ihre wilden Vorfahren werden in ihren Heimatländern häufig wegen ihres schönen Fells gejagt und stehen in vielen Regionen unter Naturschutz. Die Bengalkatze, die Du als Haustier halten kannst, stammt allerdings aus den USA, wo die Züchtung dieser Rasse 1963 begann. Damals paarte die Genetikerin Jean Mill einen schwarzen Hauskater mit einer Wildkatze. Sie wollte so die bedrohte Art bewahren und ihr Wesen mildern. Der FIFé, der Züchter-Dachverband, erkannte den kleinen Leoparden allerdings erst 36 Jahre später an, im Jahr 1999.

Bengalkatzen zeichnen sich durch ihr schönes Fell aus, das entweder durch Tupfen („spotted“) oder einem Marmormuster („marble“) geschmückt wird. Der Grundton reicht dabei von gold oder silber bis hin zu orange, goldgelb, blau oder braun. Weitere Merkmale sind die ausdrucksstarken schwarzen Umrandungen der Augen und die schwarzen Pfotenballen. Zudem sind sie wegen ihrer kurzen, seidigen Haare in dieser Hinsicht sehr pflegeleicht.

Wenn Du Dir eine Bengalkatze anschaffen willst, solltest Du allerdings einige Dinge wissen. Dein neuer Stubentiger braucht nicht nur dauernde Beschäftigung, er verlangt auch viel Aufmerksamkeit von Dir. Er will schmusen, spielen und toben. Ist er unterfordert und langweilt sich, sucht er sich eine Beschäftigung und wird sich in Deinen vier Wänden austoben. Du solltest Dir also auf jeden Fall bewusst sein, dass Du viel Zeit und Mühe in deine Bengalkatze investieren musst.

Wenig Platz und viel Zeit allein sind für die aktiven Stubentiger eine Qual. Eine kleine Wohnung ist definitiv nicht der geeignete Lebensraum für diese Rasse. Bengalkatzen brauchen Raum zum Toben und idealerweise einen abgesicherten Garten, in dem sie sich herumtreiben können. Bei reiner Wohnungshaltung sind ein stabiler Kratzbaum und genügend Möglichkeiten zum Klettern ein Muss. Wenn Du nicht so oft zuhause bist, solltest Du Dir ebenfalls überlegen, ob eine Bengalkatze das Richtige für dich ist.

Spiele und Aktivitäten mit der Bengalkatze

Die Samtpfoten sind gesellige und kommunikative Wesen, die nur ungern alleine sind und sich durch miauen und andere Laute gerne ihren Lieblingsmenschen mitteilen. Solltest Du Dir doch eine dieser Katzen anschaffen und bist nicht oft zuhause, kann ein Spielgefährte Abhilfe schaffen. Wegen ihrer liebevollen Natur verstehen sie sich gut mit anderen Katzen und auch mit Hunden.

Die Bengalkatze ist eine intelligente Katzenrasse. Daher solltest Du sie auch mit Spielen fordern und fördern. Sie ist sehr lernwillig, neugierig und lässt sich von Dir Kunststücke und Tricks beibringen. Um sie zu trainieren, kannst du auch einen Klicker nutzen. Bengalkatzen können zum Beispiel das Apportieren lernen. Zudem lieben viele von ihnen Wasser. Wenn Du Deinem Tier ein Bad einlässt oder ein Plantschbecken für bereitstellst, tust Du ihm einen großen Gefallen.

Weitere Möglichkeiten, um Deinen Stubentiger zu verwöhnen, sind spezielle Lern- oder Intelligenzspielzeuge, die Du kaufen kannst. Es gibt Futterlabyrinthe, - bälle und spezielle Bretter, die Deine Bengalkatze mit Leckerlis belohnt, wenn sie das enthaltene Rätsel knackt. Wenn Du allerdings kein Geld ausgeben willst, kannst Du auch kreativ werden, um das Gehirnschmalz Deines Stubentigers zu trainieren. Du kannst beispielsweise ein Labyrinth aus Karton basteln, durch das Deine Katze einen Ball voll Leckerlis bis zum Ausgang lotsen muss. Oder Du schneidest mehrere Kartonstreifen aus und baust eine Kugel, in die Du etwas Feines zum Rausklauben legst.

Auch eine sogenannte Fummelbox, in der Du etwas Leckeres für Deine Katze versteckst, kannst Du ganz einfach aus einem Karton und mehreren Klorollen selbst basteln. Da Bengalkatzen auch Türen und Schränke öffnen können, kannst Du auch in der Wohnung Leckerlis platzieren, die Dein Haustier finden muss. Oder Du baust einen Hindernisparcours, den Deine Bengalkatze erkunden kann. Je nach Neugier und Abenteuerlust Deines Tigers sind Dir keine Grenzen gesetzt und Du kannst Dich kreativ austoben, was Aufgaben, Rätsel und Beschäftigung angeht. Deine Katze freut sich sicherlich über die Herausforderungen, die Du Dir einfallen lässt.

Natürlich darf auch das Kuscheln nicht zu kurz kommen. Bengalkatzen sind sehr anhängliche Tiere und freuen sich über ausgiebige Streicheleinheiten. Am besten planst Du immer genug Zeit ein, um Deinen flauschigen Mitbewohner ausreichend zu verwöhnen.

Bengalkatze: Futter und Ernährung

Bengalkatzen sind für ihren athletischen Körperbau und ihre enorme Sprungkraft bekannt. So ein Kraftpaket will also auch richtig ernährt werden. Es gibt spezielles Futter, das Du extra für diese Rasse kaufen kannst. Willst Du lieber auf andere Nahrung zurückgreifen, solltest Du auf jeden Fall darauf achten, dass das Produkt einen hohen Proteingehalt von mindestens 40 Prozent enthält, damit die Muskeln der Bengalkatze optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Der Fettgehalt sollte bei etwa 18 Prozent liegen. Damit das Fell schön weich und seidig bleibt und damit auch die Haut ausreichend gepflegt wird, sollte das Futter zudem viele Vitamine, Aminosäuren und Omega-3- und -6-Fettsäuren enthalten. Manche Halter greifen auch darauf zurück, ihr Tier mit rohem Fleisch, sogenanntes „Barf“ zu versorgen. Dabei müssen allerdings noch Zusätze in den Speiseplan integriert werden, damit Deine Katze optimal versorgt wird.

Da sie sich selbst säubern und nur kurze Haare haben, musst Du nicht so viel Aufwand in die Fellpflege stecken wie beispielsweise bei einer Langhaarkatze. Gelegentliches Bürsten ist theoretisch schon ausreichend. Der Körperbau der Bengalkatze ist muskulös und schlank, was an ihre wilden Vorfahren erinnert.

Typische Krankheiten der Bengalkatze

Bengalkatzen leiden häufig an Erbkrankheiten wie HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie). Dabei erkrankt die Herzmuskulatur und Symptome wie Atemnot oder Herzrhythmusstörungen sind die Folge. Zudem leiden viele Tiere dieser Rasse an Nierenerkrankungen wie der Polyzystischen Nierenerkrankung. Dabei vergrößert sich das Organ und die Funktion wird beeinträchtigt. Vor allem bei überzüchteten Exemplaren treten diese Krankheiten sehr häufig aus. Du solltest also bei der Anschaffung einer Bengalkatze auf jeden Fall darauf achten, dass der Züchter den Fokus auf das Wohl der Kätzchen legt.

Für wen eignet sich eine Bengalkatze

Bengalkatzen eignen sich für Katzenfreunde, die schon Erfahrung mit Wohnungstigern haben und wissen, welche Bedürfnisse so ein Tier hat. Anschaffen solltest Du Dir eine Bengalkatze nur, wenn Du Zeit und Lust hast, Dich viel mit Deinem neuen Freund zu beschäftigen. Zudem solltest Du am besten noch eine weitere Katze oder einen Hund halten, damit Deine Bengalkatze genug Gesellschaft hat. Die kommunikativen und geselligen Tiere sind nicht gerne allein. Daher eignen sie sich auch als Mitglied bei Familien mit Kindern.

Du solltest genügend Platz in Deiner Wohnung haben, damit Dein neuer Mitbewohner ausreichend Raum zur Entfaltung hat. Eine winzige Einzimmerwohnung ist definitiv zu klein. Am besten bietest Du ein größeres Appartement mit mehreren Zimmern oder ein Haus zum Toben an. Im Idealfall gibt es noch einen abgesicherten Garten zum Streunen und Erkunden. Diese Katzenrasse ist zudem für Allergiker geeignet, da Reaktionen auf das Haar häufig ausbleiben. Bengalkatzen haaren außerdem nicht so viel wie andere Katzenarten.

Bei der Anschaffung einer Bengalkatze solltest Du schon beim Züchter auf das Verhalten seiner Tiere achten. Wirken sie krank und ungepflegt, solltest Du kein Kätzchen kaufen, sondern Dich lieber an den Tierschutz wenden. Manche Züchter legen ihren Fokus außerdem nicht darauf, gesunde Bengalkatzen heranzuziehen, sondern wollen vorrangig Geld verdienen. Bei schlechter Aufzucht kann sich auch das Wesen unterscheiden und die Katze ist möglicherweise nicht so freundlich und lieb, wie es für diese Rasse sonst üblich ist.

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Bengalkatze - Steckbrief

Name: Bengalkatze, Bengal Cat, Leopardette
Rassetyp: Kurzhaarrasse
Größe: Bis 40 cm | mittelgroß
Gewicht: Katze 3 - 4 kg | Kater 5 - 6 kg
Lebenserwartung: 10 – 15 Jahre
Herkunft: USA
Charakter: Intelligent, verschmust, kommunikativ, aktiv, neugierig, verspielt, lernwillig, freundlich
Bedürfnisse: Braucht Auslauf, Beschäftigung und Gesellschaft
Krankheiten: Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), Progressive Retina Atrophie, Patella Luxation, Pyruvatkinasedefizienz, Polyzistische Nierenerkrankung
Katzenerfahrung: Nicht für Anfänger geeignet