DIENSTAG, 20.02.2018

Schon auf das Umstellen eines Möbelstücks reagieren Stubentiger oft empfindlich. Wenn sich bei einem Umzug nicht nur die Wohnung, die Möbel, sondern auch die Umgebung ändert, bedeutet das oft Stress pur. Es gibt allerdings einige Tricks, wie ihr die Umstellung für eure Katze so erträglich wie möglich gestaltet.

Anders als Hunde sind Katzen nicht so sehr auf ihren Besitzer, sondern stark auf ihre Umgebung fixiert. Das fängt schon bei den Lieblingsplätzen im Haus an. Sei es der Wäschekorb oder eine bestimmte Ecke im Flur – sie schätzen die Eigenheiten ihres Reviers. Auch das Herumstromern im Garten und der Besuch der immer gleichen Plätze gehört für Katzen meist zum Tagesprogramm. Fällt all das plötzlich weg, kann das zu ängstlicher Zurückgezogenheit oder sogar Aggressivität führen.

„Euer Stubentiger sollte einen Rückzugsort haben.“

Deshalb ist es wichtig, beim Umzug immer die Bedürfnisse eures Stubentigers im Hinterkopf zu behalten. So sehr ihr auch selbst im Stress sein solltet – und auch wenn es in eurer alten Wohnung drunter und drüber geht – eure Katze braucht besonders jetzt Aufmerksamkeit und Fürsorge. Die übliche Tagesroutine der Katze sollte nicht durch den Umzugsstress verloren gehen. Wichtig ist auch, dass sie einen Rückzugsort hat. Dort sollte sie vor dem Lärm des Umzugs geschützt sein. Wenn das nicht möglich ist, könntet ihr sie für einige Tage zu Freunden geben – allerdings wäre es gut, wenn sie dort schon war und sich wohlfühlt.

Falls eure Katze mit einer Transportbox nicht gut zurechtkommt, könnt ihr schon lange vor dem Umzug anfangen, sie an sie zu gewöhnen. Am Umzugstag wird es natürlich spannend: Schafft ihr es, eurer Katze zuliebe keinen Stress auszustrahlen? Mit lieben Zureden und der Hilfe von Lieblingsdecke und Spielzeug geht es ab in die Transportbox und los zum neuen Zuhause. Sollte eure Katze schon im Vorfeld ganz besonders ängstlich oder aggressiv sein, könnt ihr euch bei eurem Tierarzt über Beruhigungsmethoden wie etwa Bachblüten oder Katzenminze informieren.

„Vertraute Dinge aus der alten Wohnung sind hilfreich.“

Aus Sicht der Katze wäre es natürlich angenehm, in der neuen Wohnung auf “alte Bekannte”, wie etwa Möbel zu treffen. Besonders wichtig ist ein ruhiger, ungestörter Rückzugsort. Für die Eingewöhnung kann es dann auch helfen, alle Katzenutensilien wie Kratzbaum, Bettchen und Katzenklo in die selben Räume wie in der alten Wohnung zu stellen – also beispielsweise Wohnzimmer und Bad. Vielleicht wollt ihr euch beim Umzug von alten Dingen lösen. Doch wartet lieber noch etwas ab, bevor ihr den alten Kratzbaum und das Katzenklo austauscht. Zu Beginn gilt: Je mehr vertraute Dinge eure Katze vorfindet, desto besser.

„Schimpfen ist tabu.“

Es kann vorkommen, dass sich eure Katze vor lauter Angst nicht aus dem Rückzugszimmer traut. Wichtig ist hier, sie auf keinen Fall zu schimpfen oder gar zu zwingen. Benutzt lieber die Lockmethoden, die bei eurer Katze meist funktionieren. Falls ihr noch nie Katzenminze benutzt habt, könnte das nun eine gute Gelegenheit sein. Auf geschlechtsreife Katzen hat der Duft dieser Pflanze eine berauschende, aber auch beruhigende Wirkung. Oft zeigen sie plötzlich viel mehr Interesse am Kratzbaum oder anderen Dingen, wenn sie mit der getrockneten Minze bestreut wurden.

Neben solchen Hilfsmitteln ist natürlich vor allem eines gefragt: Eure Geduld. Denn Katzen sind sehr sensibel und haben schon genug mit dem Umgebungswechsel zu kämpfen, deshalb solltet ihr nicht auch noch zusätzlichen Stress machen. Engelsgeduld und eine ruhige und liebevolle Ausstrahlung bewirken Wunder.

„Wartet mit dem ersten Freigang lieber etwas ab.“

Freigänger sollten sich übrigens zuerst an die Wohnung gewöhnen, bevor der Schritt nach draußen gewagt wird. So sorgt ihr dafür, dass euer Stubentiger sein neues Zuhause als Ausgangspunkt anerkennt. Es kann einige Wochen dauern, bis sich eure Katze von alleine bei euch meldet, weil sie raus möchte. Bleibt die ersten Male bei ihr und haltet den Spaziergang kurz.

An die Leine sollte eine Katze nur dann, wenn sie über lange Zeit daran gewöhnt wurde und wirklich damit zurecht kommt. Auch hier ist es also wichtig, schon lange vor dem Umzug mit dem Training zu beginnen und ein exakt passendes Katzengeschirr zu haben. Wenn es die Umgebung zulässt, solltet ihr eurer Katze aber besser einen Freigang ohne Leine gönnen.