Katzenhaltung trotz Allergie – Was ist zu beachten?

DIENSTAG, 14.05.2019

Die Nase trieft, die Augen brennen und plötzlich beginnt die Haut zu jucken. Für Katzenliebhaber ist das eine denkbar unangenehme Situation, denn meist handelt es sich dabei um eine Katzenallergie. Da diese oft erst Monate nach der Anschaffung Deiner Samtpfote entsteht, ist die Erkenntnis umso bitterer. Mit den richtigen Maßnahmen ist die Haltung einer Katze aber auch mit einer Allergie möglich.

So erkennst Du eine Katzenallergie

Wie bei so ziemlich jeder Allergie handelt es sich auch bei der Katzenallergie um eine Fehlfunktion des Immunsystems. Das bedeutet, dass Dein Immunsystem in einem übertriebenen Maß mit einer Abwehrreaktion auf bestimmte Stoffe reagiert, die Deine Katze absondert. Rund 30 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Allergie, viele davon eine Katzenallergie. Typischerweise tritt die Allergie in Form von Schüben auf. Hauptsymptome sind tränende und brennende Augen.

Hinzu kommen häufig ein trockner Hustenreiz sowie Niesen und Kratzen im Hals. Einige Betroffene leiden bei einer Katzenhaarallergie auch unter einer triefenden Nase und Hautausschlägen. Letztere treten insbesondere an den Hautpartien auf, an denen Du mit einer Katze in Berührung gekommen bist. Wie stark die Symptome sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Während manche Menschen sehr stark mit einem Symptomcocktail reagieren, zeigen manche Katzenfreunde kaum Symptome.

Worauf bin ich wirklich allergisch?

Du hast vielleicht schon einmal etwas davon gehört, dass von einer Katzenhaarallergie die Rede ist. Diese Erklärung ist allerdings nicht ganz korrekt. Die allergische Reaktion entsteht nicht nur durch die Haare Deiner Katze, sondern durch ein bestimmtes Protein, das als Allergen fungiert. Das sogenannte „Fel d 1“-Protein befindet sich in zahlreichen Körperflüssigkeiten der Katze – darunter im Speichel, dem Urin, im Analsekret, in der Tränenflüssigkeit sowie im Schweiß. Die Allergene verteilen sich also auf unterschiedlichen Wegen in Deiner gesamten Wohnung.

Allergene halten sich in der Raumluft

Überall, wo Du also mit Katzenhaaren oder ihren Sekreten in Kontakt kommst, kannst Du die Allergene aufnehmen. Das gilt auch beim Reinigen des Katzenklos oder beim Streicheln Deines Stubentigers. Die größte Gefahr sind aber nicht die Katzenhaare selbst. Sobald die Sekrete trocknen, gelangt das Protein in mikroskopisch kleinen Teilchen in die Raumluft. Dort verteilen Sie sich und halten sich monatelang. Das ist auch der Grund dafür, dass Du auch dann die Symptome einer Katzenallergie entwickeln kannst, wenn schon lange keine Katze mehr im Haus ist.

Allergierisiko hängt von Geschlecht und Rasse ab

Auch wenn es in vielen Foren im Internet behauptet wird: Es gibt keine Katzen, die kein Allergiepotenzial haben. Schließlich steckt das Allergen in den Körpersekreten. Interessant ist aber, dass das Allergierisiko bei Katern deutlich höher ist als bei weiblichen Katzen. Lässt Du Deinen Kater kastrieren, sinkt die Konzentration des allergieauslösenden Proteins. Bei einer weiblichen Katze hat die Kastration dagegen keinen Einfluss.

Insbesondere wenn Du nur leichte Symptome zeigst, kannst Du in Absprache mit Deinem Arzt zumindest eine weibliche Katze halten. Rassen, die kürzeres Fell haben oder zu weniger Haarausfall neigen, können eine Allergie nicht verhindern, aber das Risiko ebenfalls senken. Als vergleichsweise allergikerfreundlich gelten u.a.:

  • Cornish Rex (Kosten ca. 350 bis 650 Euro)
  • Sibirische Katze (Kosten ca. 450 bis 700 Euro)
  • Sphynx-Katze (Kosten ca. 600 bis 1.000 Euro)
  • Bengal-Katze (Kosten ca. 750 bis 1.500 Euro)

Lass Dich auf eine Katzenallergie testen

Wenn Du den Verdacht auf eine Katzenallergie hast, solltest Du Dich im Vorfeld darauf testen lassen. Diese Untersuchung kannst Du bei Deinem Hausarzt oder einem Allergologen durchführen lassen. Hierzu findet neben einer Blutuntersuchung auch ein sogenannter Pricktest auf der Haut statt. Um herauszufinden, auf welche Katzenrasse Du eventuell stärker reagierst, kannst Du auch mehrfach einen Züchter aufsuchen. Dort kannst Du Dich bei jedem Besuch mit unterschiedlichen Rassen oder Haarproben konfrontieren lassen und so die Reaktion Deines Körpers testen. Sobald Du weißt, auf welche Rasse Du am stärksten reagierst, kannst Du Dich auf die Suche nach einem passenden Stubentiger begeben.

So kannst Du eine Katze trotz leichter Allergiesymptome halten

Grundsätzlich raten wir Dir davon ab, eine Katze zu halten, wenn Du stark auf die Allergene reagierst. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch langfristig zum Problem werden. Immerhin kann sich aus der Allergie Asthma entwickeln – eine Erkrankung, die Dich Dein ganzes Leben lang begleiten kann. Hast Du hingegen nur leichte Symptome, kannst Du mit den folgenden Tipps trotzdem einen Stubentiger halten.

  • Die richtige Rasse:
    Wähle eine Rasse mit möglichst geringem Allergierisiko. Dazu gehören insbesondere die vier zuvor genannten Rassen.
  • No-Go-Areas für Stubentiger:
    Schaffe katzenfreie Räume in Deiner Wohnung – ideal ist das Schlafzimmer. Sorge dafür, dass die Tür immer geschlossen ist.
  • Lüften:
    Lüfte mehrmals täglich Deine Wohnung, um die Luftkonzentration des Allergens so gering wie möglich zu halten.
  • Raumluftfilter
    Ein Raumluftfilter ist eine weitere effektive Maßnahme zu Reinigung der Raumluft.
  • Staubfänger entfernen:
    Schwere Vorhänge und Hochflor-Teppiche sind echte Staubfänger und damit regelrechte Allergenschleudern.
  • Regelmäßig Saubermachen:
    Sauge in Deiner Wohnung mehrfach pro Woche Staub und wische mindestens einmal in der Woche feucht durch. So hältst Du die Wohnung möglichst frei von Katzenhaaren und getrocknetem Sekretstaub. Ideal sind Staubsauger speziell für Allergiker.
  • Gründlich die Hände waschen:
    Streicheleinheiten gehören für Katzenliebhaber und Stubentiger ebenso dazu wie die Mäusejagd. Wasche Dir nach jeder Streicheleinheit die Hände, um Dir die Allergene bei Berührungen im Gesicht nicht in Augen oder Nase zu reiben.
  • Regelmäßige Fellpflege:
    Bürste das Fell Deiner Samtpfote mindestens einmal pro Woche. So verliert die Katze deutlich weniger Haare. Alternativ kannst Du die Fellpflege auch jemandem überlassen, der keine Katzenallergie hat.
  • Das Sofa ist katzenfreie Zone:
    Du hältst Dich häufig auf dem Sofa auf. Dementsprechend sollte diese für Deine Katze ein Tabu sein. Durch einen ordentlichen Kratzbaum, ein gemütliches Körbchen und Kissen auf dem Fensterbrett wird das Sofa für den Stubentiger uninteressant. Da Du es aber nicht komplett verhindern kannst, solltest Du Dein Sofa zudem mit waschbaren Bezügen ausstatten.

So kann Dir Dein Arzt helfen

Bei leichten Symptomen kannst Du diese mit Medikamenten in den Griff bekommen. Bei leichten Hautbeschwerden etwa helfen spezielle Cremes. Inhalatoren und Nasensprays dagegen sorgen für einen freien Atem. Alternativ ist auch eine Hyposensibilisierung möglich. Über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren spritzt Dir dein Arzt in regelmäßigen Abständen immer höhere Dosen des Allergens. Auf diese Weise kann sich Dein Körper an das Allergen gewöhnen. Während die Hyposensibilisierung bei den meisten Allergikern die allergische Reaktion deutlich verringert, reagieren einige Allergiker dagegen gar nicht mehr darauf.

_

Das könnte Sie auch interessieren: Katzen und Kinder: Das solltest Du beachten.