SAMSTAG, 29.12.2018 Julia Weinzierler

Im ersten Moment wirkt ein Katzenbiss recht harmlos – doch ignorieren solltest Du ihn auf keinen Fall. Entsteht aus einem unbedachten Zubeißen eine Wunde, kann es schnell gefährlich werden. Wenn Deine Katze aus einer Laune heraus zubeißt, solltest Du daher richtig reagieren. Was also tun, wenn der Stubentiger beißt?

Katzenbiss: Was tun?

Viele Katzenbesitzer kennen die Situation: Schlagartig überlegt es sich die eigene Samtpfote anders, will überhaupt nicht gestreichelt werden und wechselt von Schnurr- in Angriffsmodus. Meist kommst Du dann mit einem Kratzer davon.

Doch manchmal ist Dein Liebling derart gestresst, dass er zubeißt. Die Wunde blutet, schwillt an und kann sehr schmerzen. Doch auch wenn die Wunde nicht schlimm aussieht, solltest Du Acht geben: Ein Katzenbiss kann durch eine Infektion einen schweren Verlauf annehmen.

Ist ein Katzenbiss gefährlich?

Nicht jeder Katzenbiss ist gefährlich und wird Dir Probleme bereiten. Aber: Etwa die Hälfte aller Bisse infiziert sich und muss daher professionell behandelt werden! Wenn die Wunde anschwillt, schmerzt oder Du andere Symptome erkennst, die Du nicht zuordnen kannst, musst Du den Katzenbiss behandeln. Viel Zeit verstreichen lassen solltest Du ebenso nicht – wenn eine Wunde eitert, kann sogar eine Notoperation nötig werden.

Katzen haben sehr spitze kleine Beißerchen und Dein Liebling hat die Folgen sicherlich nicht bedacht. Doch durch den Biss können Keime in Deine Blutlaufbahn geraten, die dort definitiv nichts zu suchen haben.

Besonders problematisch sind dabei Bisse in die Hand oder in das Handgelenk, da das Gewebe schlecht durchblutet ist und sich Bakterien dort durch die Sehnen besonders schnell vermehren können.

Schlimmstenfalls muss Dein Körper nach einem Katzenbiss sogar mit einer Blutvergiftung kämpfen – der dritthäufigsten Todesursache des Menschen. Eine Blutvergiftung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass ein roter Strich von der Wunde weggeht.

Katzenbiss: Wann muss ich zum Arzt?

Für einen Laien ist es recht schwer zu erkennen, ob ein Katzenbiss gefährlich ist. Daher wird dringend geraten, nach jedem größeren oder tieferen Biss einen Arzt aufzusuchen – nur dieser kann Dir sagen, ob die Wunde weitere Behandlung benötigt oder von selbst verheilen wird. Außerdem musst Du Dich in ärztliche Behandlung geben, wenn der Biss im Gesichtsbereich oder am Hals ist.

Die Antwort auf die Frage „Wann muss ich zum Arzt?“ lautet daher: „Lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig.“ Vergiss Deinen Impfausweis nicht, wenn Du Deinen Arzt wegen des Katzenbisses aufsuchst.

Bei Folgenden Symptomen kann es schon nach wenigen Stunden zu schwerwiegenden Komplikationen kommen:

  • Wärmeentwicklung
  • Rötung
  • Schwellung
  • Starker Schmerz
  • Eingeschränkte Funktion
  • Schwellung der Lymphknoten

Wenn die Wunde aber sehr klein ist und nicht weiter auffällt, solltest Du beim Katzenbiss-Behandeln wie mit einer normalen Wunde umgehen. Reinige die betroffene Stelle gründlich, am besten mit steriler Kochsalzlösung, und verschließe die Wunde mit einem sterilen Wundverband. Wenn sie dann normal verheilt, musst Du Dich nicht weiter sorgen.

Bist Du geimpft?

Aber Achtung: Wenn Deine letzte Tetanus-Impfung mehr als fünf Jahre her ist, solltest Du diese nach einem Katzenbiss in jedem Fall auffrischen. Lebensgefährliche Infektionen etwa mit Tetanus oder Tollwut sind in Deutschland kein Problem mehr. Doch vor allem wenn Du im Urlaub von einem fremden Tier gebissen wurdest, solltest Du auch diese Gefahren im Hinterkopf behalten.