Katzen-Parasiten: Erkennen und Behandeln

MONTAG, 11.02.2019 Julia Weinzierler

Wo Katzen sich herumtreiben, sind auch Parasiten meist nicht weit. Niemals ist ein Befall durch die Schmarotzer schön – denn die Tiere zehren von Deiner Katze und schädigen dabei den Organismus des Tieres. Aus diesem Grund ist es wichtig, Katzen-Parasiten früh genug zu erkennen und die richtigen Schritte zur Behandlung einzuleiten.

Welche Arten von Katzen-Parasiten gibt es?

Es gibt immens viele unterschiedliche Arten von Parasiten, was die Einordnung und Therapie vor allem für Laien stark erschwert. Doch in fast allen Fällen werden Katzen Symptome zeigen, die auf Parasiten schließen lassen.

Ob Deine Katze betroffen ist und welcher Parasit schuld an ihrem Leiden ist, kann allerdings nur der Tierarzt mit Sicherheit feststellen. Hier eine Übersicht der häufigsten Parasitenarten.

Würmer: Plagegeister im Körper

Für eine Katze sind Würmer kein Zuckerschlecken. Auch für Dich, denn sie sind äußerst schwer zu erkennen, vor allem im Anfangsstadium des Befalls. Denn diese Art von Parasit befindet sich im Körper Deines Tieres und ist von außen nur durch sehr vage Symptome zu erkennen. Dabei gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Würmern, die Deine Katze befallen können:

  • Spulwürmer: Knapp ein Viertel aller Katzen sind von Spulwürmern betroffen, was vor allem an deren schnellen Vermehrung und Beständigkeit liegt. Für gewöhnlich sind Spulwürmer nicht sonderlich schlimm, starker Befall kann allerdings zu Problemen mit der Verdauung und dem Atmen führen.
  • Hakenwürmer: Wie auch Spulwürmer befallen Hakenwürmer den Darm Deines Tieres. Anders als bei den meist harmlosen Spulwürmern sind Hakenwürmer durchaus bedrohlich für Deine Katze, da sie vom Blut des Tieres leben und dadurch zu einem nicht sichtbaren Blutverlust führen. Daher gehen Hakenwürmer oft mit Symptomen wie Gewichtsverlust und Abmagerung sowie blutigem Durchfall einher.
  • Bandwürmer: Zur Gruppe der Bandwürmer zählen eine Menge an Untergruppen, allerdings haben sie gemeinsam, dass sie sich im Dünndarm ansiedeln. Vor allem beim Ablecken des Felles kann Deine Katze einen Bandwurm aufnehmen, wenn sie aus Versehen einen Floh verschluckt. Generell gehören auch Bandwürmer zu den weniger gefährlichen Arten von Katzen-Parasiten. Außer bei starkem Befall wird Deine Katze kaum Symptome zeigen.
  • Lungenwürmer: Wie der Name schon sagt, befinden sich Lungenwürmer in der Lunge von Katzen. Diese Katzen-Parasiten werden aufgenommen, wenn Dein Stubentiger ein infiziertes Beutetier frisst. Die Symptome sind bei Lungenwürmen recht vielfältig. Während manche Katzen überhaupt keine Reaktion auf den Befall zeigen, äußert sich der Befall bei anderen Tieren durch Atembeschwerden. Im schlimmsten Fall kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen im Brustbereich.
  • Herzwürmer: Vor allem wer eine Katze aus dem Urlaub mitbringt, muss mit den in Süd- und Osteuropa vertretenen Herzwürmen rechnen. Diese Parasiten werden durch Moskitos auf Katzen übertragen und können eine beträchtliche Länge von 30 Zentimetern erreichen. Die Herzwürmer halten sich im Lungenbereich sowie im Blutkreislauf auf und können aus diesem Grund Atemprobleme sowie Beschwerden im Blutkreislauf hervorrufen.

Würmer werden quasi unsichtbar übertragen. Ein infiziertes Tier kann sie je nach Wurmart über den Kot oder über Husten an die Umwelt abgeben, in der die meisten Würmer lange ohne Wirt überleben können. Andere Tiere sowie Menschen können auf diesem Wege infiziert werden. Nicht mal eine Hauskatze ist vor Würmern sicher – denn auch über Deine Schuhe kannst Du die schlimmen Plagegeister in den Haushalt bringen.

Giardien: Hartnäckig und resistent

Wie auch Wurmarten befallen Giardien den Dünndarm von Katzen und breiten sich dort aus. Damit gehören sie zu den sogenannten Endoparasiten, die sich im Körper Deines Tieres aufhalten. Sie sind sehr resistent, müssen aber auf jeden Fall behandelt werden – denn wie viele anderen Parasiten sind sie auf den Menschen übertragbar und können bei Deiner Katze schwerwiegende Symptome auslösen.

Läuse: Das große Kratzen

Bei Kindern im Kindergarten wird bei Verdacht auf Läusen nicht ohne Grund höchste Alarmstufe ausgerufen – denn die flinken kleinen Parasiten übertragen sich sehr schnell auf andere. Wenngleich Läuse sich nicht von Blut, sondern von Hautschuppen und Wundsekret ernähren, bergen sie doch einige Probleme. Wie auch die folgenden Plagegeister gehören Läuse damit zu den Ektoparasiten, die sich auf der Haut Deines Tieres aufhalten.

Milben: Unsichtbare Gefahr

Für das menschliche Auge sind Milben kaum zu erkennen. Einige Milbenarten sind bekannt dafür, auch Katzen anzufallen, so etwa Ohrmilben, Grasmilben und Raubmilben. Im Gras sitzend warten die winzig kleinen Parasiten auf ein vorbeistreifendes Wirtstier.

Flöhe: Juckende Schädlinge

Du wirst bei Deiner Katze bestimmt schon einmal einen Floh entdeckt haben, denn diese Parasiten gehören zu den häufigsten äußeren Schmarotzern auf Katzen. Laut Schätzungen leben zwar nur fünf Prozent aller Flöhe auf Katzen, dennoch ist es äußerst wichtig, sie sofort zu entfernen und dann konsequent zu behandeln. Denn wie viele andere Parasiten vermehren sich Flöhe vor allem in wärmeren Monaten explosionsartig.

Zecken: Gefährliche Krankheitsübertrager

Zecken sind auch uns Menschen gut bekannt und auch Deine Katze ist vor ihnen leider nicht gefeit. Draußen lauern sie von Frühling bis Herbst an allen Ecken. Wenn Deine Katze in dieser Zeit durch Wald und Wiesen streift, ist daher besondere Vorsicht geboten.

Die blutsaugenden Tiere lösen Hautreizungen aus, doch viel gefährlicher sind die Infektionskrankheiten, die durch Zecken übertragen werden können. Borreliose, Anaplasmose und andere Erreger können über die Zecke auf Deine Katze übergehen und zu schlimmen gesundheitlichen Folgen führen.

Wie erkenne ich einen Parasitenbefall?

Eine Katze, die von Parasiten befallen wurde, äußert nicht immer Symptome und manchmal ist der Befall sogar ungefährlich – aber er kann es sein. Daher solltest Du Dein Auge schulen und schon bei einem kleinen Verdacht einen Tierarzt aufsuchen und die Ursache Deiner Beobachtungen prüfen lassen.

Vor allem bei äußeren Parasiten wird Dein Tier häufig einen starken Juckreiz verspüren und diesen auch ausleben. Bei genauerer Betrachtung kannst Du Stich- und Bisswunden finden, die auch durch Schwellungen auffallen können.

Auch sonstige Hautreaktionen wie Haarausfall, Bildung von Schuppen, Rötungen und Geschwüre sind aufgrund von Parasiten nicht selten. Manche Tiere kratzen sich bei dem starken Juckreiz so stark, dass sie sich dabei selbst verletzten – dann ist auch eine Behandlung der Wunde unbedingt erforderlich.

Wenn Würmer Dein Tier befallen haben, kann Dir das auch durch Verhaltens- und Körperveränderungen auffallen. Denn als Parasit zehren sie immer von ihrem Wirt – der Katze – und dies wird sich auf kurz oder lang bemerkbar machen. Oftmals wird Deine Katze durch den Parasitenbefall ausgezehrt, teils sogar lethargisch wirken. Auch Appetitlosigkeit und Abmagerung können auf eine Infektion hindeuten.

Am offensichtlichsten dürfte sich ein Wurmbefall bemerkbar machen. Denn nicht selten führen Würmer im Darm zu Durchfall, Verstopfung oder Erbrechen. Dann solltest Du schnell einen Tierarzt aufsuchen, um die Ursache zu bekämpfen.

Was gibt es sonst zu beachten?

Wenn Katzen mit Parasiten infiziert sind, solltest Du auf jeden Fall eine fachgerechte Behandlung sicherstellen. Auf Dauer können Parasiten schlimme Folgen für Dein Tier haben. Wie immer gilt: Eine frühe Behandlung hat die beste Aussicht auf schnelle Besserung. Doch auch in Deinem eigenen Interesse ist es durchaus sinnvoll, so früh wie möglich einen Arzt aufzusuchen – denn Deine Katze kann viele Parasiten auch auf Dich und Kinder im Haushalt übertragen.

Egal ob Würmer, Milben oder Flöhe – fast alle Parasitenarten können auch beim Menschen Schaden anrichten. Vor allem Kinder sind gefährdet, denn sie könnten etwa durch das Essen mit den Fingern mit den Parasiten infiziert werden. Doch auch Erwachsene können sich vor den kleinen Schmarotzern kaum schützen. Daher gilt: Eine Behandlung von Parasiten ist immer eine ganzheitliche Angelegenheit. Für alle Mitbewohner im Haushalt gelten Vorsichtsmaßnahmen, über die der Arzt aufklärt. Auch mit der Hygiene musst Du es in der Zeit der Behandlung und Therapie besonders ernst nehmen.

Es kann also durchaus sinnvoll sein, Deine Katze regelmäßig vorbeugend zu behandeln. Du solltest darauf achten, die ersten Anzeichen zu erkennen. Die meisten Parasiten sind sehr widerstandsfähig, weswegen es Geduld und Kraft benötigt, sie wieder loszuwerden. Gar nicht gegen Katzen-Parasiten vorzugehen ist allerdings auch keine Lösung, da auch die harmloseren Exemplare das Immunsystem Deiner Samtpfote schwächen. Im schlimmsten Fall zehren die kleinen Tiere so sehr von Deinem Tier, dass es zum Tod, der sogenannten Parasitose, führt.

Behandlung von Parasiten

Wie genau Du Katzen-Parasiten behandeln musst, unterscheidet sich stark je nach Art des Befalls. Grob wird analog zu den häufigsten Kategorien an Parasiten auch die entsprechende Behandlung unterscheiden. Allerdings solltest Du bei einem Verdacht immer einen Tierarzt aufsuchen und die nächsten Schritte mit diesem besprechen.

Generell solltest Du folgende Punkte bei der Behandlung beachten:

  • Um einen Tierarzt kommst Du nicht rum. Nur dieser kann mit Bestimmtheit sagen, welche Behandlung sinnvoll und nötig ist und Dir die richtigen Mittel empfehlen oder bei starkem Befall verschreiben.
  • Wenn ein Tier befallen ist, sind es meist auch andere Hausbewohner. Behandelt werden müssen daher alle tierischen Mitglieder Deines Haushalts. In der Zeit der Behandlung sollten sich vor allem Kinder von dem Tier oder den Tieren fernhalten.
  • Geduld ist bei der Behandlung von Parasiten das A und O. Meist dauert es seine Zeit, bis die lästigen Plagegeister Dein Tier in Frieden lassen.
  • Parasiten sind generell sehr widerstandsfähig. Deswegen solltest Du die Umgebung Deines Tieres bei der Behandlung nicht vergessen. Meist musst Du vor allem Bett und Stellen, an denen sich Dein Tier oft aufhält, gründlich reinigen, um eine erneute Infizierung zu vermeiden.
  • Es gibt keinen Königsweg, um den Befall durch Parasiten zu vermeiden, denn Katzen sind und bleiben kleine Abenteurer. Allerdings kannst Du vorbeugend Mittel gegen Parasiten verabreichen. Regelmäßiges Bürsten und dabei Haut und Fell auf äußere Plagegeister zu kontrollieren, ist das Mindeste was Du tun kannst.
Parasiten bei Katzen pin

Katzen-Parasiten: Lästig, aber kaum vermeidbar

Wenn Katzen mit Parasiten befallen sind, solltest Du so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen. Nicht alle Parasiten haben schlimme Folgen, allerdings gilt immer: Je früher die Behandlung beginnt, desto schneller bist Du die lästigen Tierchen wieder los. Auch in Deinem eigenen Interesse solltest Du Deine Katze behandeln – denn Parasiten können durchaus auf den Menschen übertragen werden und Krankheiten hervorrufen.

Julia Weinzierler