Die Katze kommt nach Hause – das ist jetzt wichtig

MITTWOCH, 27.02.2019 Julia Weinzierler

Der aufregende Tag naht: Endlich kommt die Katze nach Hause und darf bei Dir einziehen. Ein neuer Mitbewohner tollt schon bald durch Deine Wohnung und wird Dich sicherlich oft genug auf Trab halten. Doch bevor die Samtpfote ihr neues Reich erkunden kann, gibt es einiges zu beachten. Folgende Punkte sind jetzt wichtig!

1. Halte es schlicht und einfach

Der Umzug ist nicht nur für Dich eine unglaublich aufregende Situation. Auch für das Tier ist alles neu und deswegen solltest Du es ihm so einfach wie nur möglich machen. Auch wenn Du im Vorfeld schon einiges an Spielzeug und sonstigen Accessoires gekauft hast, solltest Du für den Anfang einen recht schlichten und cleanen Raum wählen, in dem nicht zu viele Eindrücke auf Deine Katze einprasseln können. Dort brauchst du nur das Katzenklo, Futternapf und Wasser (mit ausreichend Abstand), einen Kratzbaum und ganz wenig Spielzeug.

Tipp: Achte anfangs darauf, dass Du Dinge verwendest, die Deine Samtpfote bereits kennt. Gewohntes Futter und Einstreu sollten die ersten Tage in der neuen Umgebung erleichtern. Frage also bei der Züchterin oder im Tierheim nach, was genau sie verwenden.

2. Bloß nicht zu viel Trubel

Im Transportbehälter kannst Du die Katze in dem vorgesehenen Raum absetzen und die Tür öffnen. Ab jetzt heißt es vor allem: hab Geduld und zwinge das Tier zu nichts. Denn wie auch Menschen haben Katzen ganz verschiedene Charakterzüge. Während manch ein Stubentiger sofort die Umgebung erkunden wird, brauchen andere etwas Zeit, um aus sich herauszukommen. Wenn es viel zu lange dauert, können etwas Spielzeug oder Futter natürlich als Lockmittel eingesetzt werden. Aber: Starre die Samtpfote anfangs nicht direkt an, das könnte als Bedrohung wahrgenommen werden.

Tipp: Tiere im Haushalt, Kinder und andere Personen sollten den Raum erst mal nicht betreten. So fühlt sich die Katze mit der neuen Situation nicht direkt überfordert und kann Schritt für Schritt Bekanntschaft mit den anderen Bewohnern Deines Zuhauses machen. Auch die Lärmkulisse sollte anfangs überschaubar sein. Es gilt: Je weniger Reize, desto einfacher die Eingewöhnung.

3. Nimm Dir genug Zeit

Natürlich gibt es einige Katzentypen, die sich sofort an ihre Umgebung gewöhnen und sich schnell wohlfühlen. Doch je nach Charakter kann auch ein eher scheues Exemplar bei Dir eingezogen sein. Gerade dann – aber eigentlich in jedem Fall – solltest Du Dir genug Zeit nehmen, um dem Tier die Eingewöhnung zu erleichtern. Setzte Dich zu Deiner neuen Samtpfote, sprich mit ruhiger und sanfter Stimme zu ihr und lock sie immer wieder mit kleinen Jagdspielen (zum Beispiel mit einem Wedel) aus ihren Verstecken, ohne aufdringlich zu werden. Wenn das Tier sehr scheu ist, kann es auch helfen schlicht und ergreifend anwesend zu sein. Setze Dich in den gleichen Raum und lies zum Beispiel ein Buch. Irgendwann wird Dein neues Haustier sich trauen, näherzukommen. Wenn das Tier sich aber immer mehr zurückzieht, fühlt es sich bedrängt – dann solltest Du etwas auf Abstand gehen und ihm mehr Zeit geben. Im gleichen Raum zu schlafen kann auch helfen – denn wenn der Mensch schläft, trauen sich meist auch sehr scheue Tiere aus ihren Verstecken.

Tipp: Der erste Körperkontakt sollte von dem Tier ausgehen, nicht von Dir. Das kann seine Zeit dauern, aber an dieser Stelle heißt es nicht verzagen. Wenn die Katze zu Dir kommt oder sich sogar auf Deinen Schoß setzt, darfst Du sie dann endlich streicheln.

4. Nicht zu früh in Panik verfallen

Natürlich hast Du das Bedürfnis mit Deinem neuen Tier sofort das ganze Programm abzuspielen und vor allem es früh genug zu Füttern. Allerdings kann eine neue Umgebung einer Samtpfote dann doch auf den Magen schlagen, weswegen sie anfangs nicht isst. In einem gewissen Zeitrahmen ist dies absolut nicht bedrohlich und völlig normal – wenn Du jetzt sofort zum Tierarzt fährst, sind alle Versuche der Eingewöhnung vorbei. Mit einem kleinen Kätzchen ist aber nach einem Tag Nahrungsverweigerung Schluss, bei einem ausgewachsenen Stubentiger dürfen es ruhig zwei Tage werden.

Tipp: Wende Dich vertrauensvoll an Deinen Tierarzt, wenn Du Dir mit etwas unsicher bist. Wie immer gilt: Lieber einmal zu oft nachgefragt, als einmal zu wenig.

5. Lerne es, Deine Katze zu lesen

Am Anfang ist die neue Situation sicherlich für alle Beteiligten ungewohnt. Auch wenn Du Dich sehr unsicher fühlst, musst Du Dir keine Sorgen machen: Insofern Du genug Zeit mit Deinem neuen Tier verbringst, wirst Du es immer besser kennenlernen und irgendwann auch die kleinen versteckten Zeichen verstehen. Zu diesem Prozess gehört auch die Grenzen Deines neuen Mitbewohners zu respektieren und seinen Charakter zu akzeptieren. Während eine Katze gerne schmust, möchte die andere eher spielen. Und natürlich gibt es Exemplare, die überhaupt gerne mal ihre Ruhe haben. Dein Tier kennenzulernen bedeutet immer auch zu verstehen, worauf es Lust hat. Je länger ihr zusammenlebt, desto besser wirst Du die Katze kennen- und lieben lernen.

Tipp: Wenn deine Katze auch die Welt draußen erkunden darf, solltest Du mit diesem Schritt aber ein wenig warten. Dein neuer Mitbewohner muss Dein Zuhause erst einmal vernünftig abspeichern und sich an Dich gewöhnen. Erst mit 18 Monaten haben junge Kätzchen einen voll ausgeprägten Orientierungssinn, bei älteren Katzen gilt etwa sechs Wochen Hausarrest oder: bis sich das Tier voll und ganz an Dich gewöhnt hat.

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Der Willkommensknigge für die Katze

Folgende Dinge solltest Du auf jeden Fall beachten, wenn eine neue Katze bei Dir einzieht:

  • Wähle einen ruhigen Raum für die Übergangszeit.
  • Überfordere die Katze nicht – Futter, Wasser, ein Katzenklo und wenig Spielzeug sind für den Anfang ausreichend.
  • Andere Mitbewohner bleiben erstmal draußen.
  • Übe Dich in Zeit und Geduld. Wenn das Tier bereit ist, wird es auf Dich zukommen.
  • Akzeptiere das Verhalten Deiner Samtpfote und dränge sie zu nichts.

Julia Weinzierler