DIENSTAG, 13.02.2018

Solange man eine Katze bei der Mäusejagd beobachtet, könnte man meinen, sie sei ein reiner Einzelgänger. Doch eigentlich sind Katzen sehr soziale Wesen, die gerne von Artgenossen umgeben sind. Ob sie alleine wirklich glücklich sein können, hängt von ihrem Charakter und ausreichend Freigang ab. Solltet ihr euch für eine zweite Katze entscheiden, gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Der wahrscheinlich einfachste Weg ist, von Anfang an Wurfgeschwister oder zumindest zwei Jungtiere zu nehmen. Kleine Kätzchen gewöhnen sich noch viel leichter aneinander, als das ältere tun. Wenn ihr schon eine Katze habt, sollte der Altersunterschied nicht zu groß sein. Gleichaltrige Katzen werden sich in der Regel besser verstehen.

Erkundigt euch im Vorhinein über den Charakter eurer Zweitkatze

Andererseits kommt es natürlich auch auf den Charakter an. Denn eine eher ruhige und schüchterne Katze wird mit einer aufgedrehten und dominanten Artgenossin weniger zurechtkommen. Im Zweifelsfall solltet ihr euch also beispielsweise beim Tierheim erkundigen, welche Katze oder Kater ein ähnliches Temperament wie euer Stubentiger hat.

Meistens verstehen sich gleichgeschlechtliche Katzenpaare besser. Während Katzen tendenziell eher objektfixiert spielen, raufen Kater besonders gern. Bei Letzteren ist allerdings zu beachten, dass sie kastriert sein sollten, um zu heftige Kämpfe zu vermeiden.

Beide Stubentiger sollten Rückzugsmöglichkeiten haben

Für den Anfang ist besonders wichtig, dass sich die beiden Katzen auch aus dem Weg gehen können. Bevor die “Neue” bei euch einzieht, solltet ihr also getrennte Rückzugsmöglichkeiten schaffen. Auch getrennte Katzentoiletten und Futternäpfe sollte es geben. Sehr hilfreich ist, wenn ihr eurer neuen Katze zu Beginn ein eigenes Zimmer gönnt. So kann sie sich alleine und ungestört an die neue Umgebung gewöhnen.

Nicht immer möglich, aber hilfreich ist es, wenn sich die beiden Katzen schon durch ein Gitter oder eine Glasscheibe “beäugen” können. Damit sie auch ihren Duft kennenlernen, könnt ihr ihre beiden Reviere für einen Moment tauschen. Oder ihr reibt die Wangen der “Neuen” mit einem Tuch ab – und lässt eure Katze daran riechen.

Seid geduldig – erwartet keine „Sofort-Freundschaften“

Dass die beiden sich sofort blendend verstehen, ist selten. Als Aussenstehende könnt ihr ohnehin keine Freundschaften herbeizaubern. Fauchen oder Knurren ist zu Beginn normal, weil die beiden unsicher sind. Haltet euch eher im Hintergrund und bleibt ruhig. Sollte es zu ernsten Raufereien oder Drohungen kommen, trennt ihr die beiden und versucht es später mit etwas Geduld erneut. Die Gewöhnungszeit kann einige Tage, aber auch einige Monate lang dauern. Wichtig ist vor allem Geduld und Fürsorge. Denn besonders eure “alteingesessene” Katze möchte sich gegenüber der “Neuen” nicht vernachlässigt fühlen.