Clickertraining Katze: Alles Wichtige einfach erklärt

DIENSTAG, 22.01.2019 Lisa Hummel

Mit dem Clickertraining für die Katze kannst Du sie nicht nur erziehen und Euer Zusammenleben erheblich erleichtern, das Clickern macht auch viel Spaß. Wichtig ist jedoch, dass Du beim Training mit deinem Haustier einige Dinge beachtest.

Was ist Clickertraining?

Das Clickertraining folgt dem Prinzip der klassischen Konditionierung. Dieser Begriff aus der Psychologie beschreibt einen Lernprozess, bei dem ein bestimmtes Verhalten oder ein äußerer Impuls mit einer Belohnung verknüpft wird. Im Laufe des Trainings soll Dein Haustier das Verhalten dann ganz ohne das nachfolgende Leckerli umsetzen.

Das zugrunde liegende Prinzip ist einfach: Immer, wenn Deine Katze eine Verhaltensweise zeigt, die Du fördern möchtest, gibst Du ein akustisches Signal und ein Leckerli. Deine Katze wird für ihr Verhalten belohnt und lernt so, dass sie etwas richtig oder gut gemacht hat.

Da sie damit rechnet, dafür belohnt zu werden, wird sie in Zukunft auf einen bestimmten Impuls so reagieren, wie Du es wünschst. Auch ohne einen Befehl kannst Du Ihr Verhalten mit dem Clicker und einem Leckerli belohnen – so wird sie im Laufe der Zeit schon allein durch das akustische Signal wissen, wenn sie etwas gut gemacht hat. Immerhin spekuliert sie darauf, dass sie ein Leckerli abstauben kann! Das gleiche Prinzip gilt übrigens auch für das Clickertraining mit dem Hund.

Wenn sie etwas macht, was sie nicht tun sollte, ignorierst Du das einfach. Bestrafungen gibt es bei diesem Prinzip nicht, hier geht es um positive Impulse. Arbeitest Du oft mit dem Clickertraining für Deine Katze, wird sie auch lernen, dass unerwünschtes Verhalten sich nicht lohnt und es im besten Fall ablegen.

LesetippKATZENERZIEHUNG: GEHT DAS ÜBERHAUPT?

Das klingt einfach, oder? Wenn Du ein paar wichtige Grundregeln beachtest, ist es das auch. Es eignet sich für jede Katze und auch andere Tiere, außerdem brauchst Du keine aufwendige oder teure Ausrüstung. Trotzdem solltest Du das Clickertraining nicht unterschätzen – je nach Situation und Charakter Deines Stubentigers kann es zu einer Herausforderung werden. Mit ein paar Grundregeln kannst Du Dir und Deiner Hauskatze das Training jedoch erheblich erleichtern.

Clickern mit der Katze: Vorbereitung und Training

Die Voraussetzung: Um mit Deiner Katze erfolgreich ein Clickertraining durchzuführen, solltest Du darauf achten, dass sowohl Du als auch Dein Stubentiger entspannt, fit, motiviert und lernwillig seid. Immerhin soll es euch beiden Spaß machen und nicht zu einer anstrengenden oder gezwungenen Pflichteinheit werden. Nimm Dir also Zeit und achte auf eine entspannte Atmosphäre, denn nur so macht das Lernen auch Deinem Liebling Spaß.

Der Clicker

Verwende für das Training einen Clicker, einen Knackfrosch oder etwas Ähnliches, das ein deutliches Geräusch macht. Manche Halter schnalzen auch mit der Zunge oder Pfeifen. Egal für welches Hilfsmittel Du Dich entscheidest, es sollte immer das gleiche Geräusch sein, damit Dein Liebling genau weiß, was Du von ihm erwartest.

Hast Du mehrere Katzen, die Du trainieren möchtest, solltest Du für jede Katze ein anderes Geräusch verwenden. Dafür gibt es auch spezielle Clicker, die je nach Druckpunkt oder Druckintensität ein unterschiedliches Geräusch erzeugen.

Die Leckerlis

Sie sind ein entscheidender Bestandteil des Trainings, denn nur so unterstützt Du den Lernprozess. Du solltest also immer genügend Leckerlis parat haben. Sie sind die Belohnung, die Dein Stubentiger bekommt, wenn er etwas gut oder richtig gemacht hat.

Da Deine Katze damit rechnen soll, dass sie belohnt wird und deswegen unerwünschtes Verhalten ablegt oder etwas lernt, ist es wichtig darauf zu achten, dass sie im Lernprozess immer belohnt wird. Um die Hände freizuhaben, kannst Du dir einen Beutel voller Leckerlis um den Bauch schnallen oder eine Gürteltasche verwenden.

Das Lernen

Damit Deine Katze versteht, dass das Clicker-Geräusch und die Belohnung durch den Erhalt eines köstlichen Leckerlis zusammengehören, solltest Du ihr zuerst klarmachen, dass beides zusammengehört. Gewöhne Dir an, immer zu Clicken, wenn Du ein Leckerli verfütterst. Immer, wenn das Clicker-Geräusch ertönt, gibt es was Feines! Reagiert sie nur auf das Click-Geräusch, kannst Du mi dem Training beginnen!

Clickertraining mit Katze für Anfänger: So geht's

Beim Clickertraining wird immer dann geklickt, wenn Deine Katze eine Verhaltensweise zeigt, die Du verstärken möchtest. Das erreichst Du, indem Du immer, wenn sie etwas richtig oder gut macht, zuerst klickst und anschließend ein Leckerli fütterst. Durch dieses Belohnungssystem wird sie dazu motiviert, Gelerntes auch in Zukunft zu wiederholen.

Unerwünschtes Verhalten solltest Du ignorieren. Es ist sehr wichtig, dass Du Deine Katze nicht bestrafst. Anderenfalls verliert Dein Stubentiger seinen Lernwillen. Zudem verknüpft Dein Tier den Clicker durch Bestrafung mit einer negativen Erfahrung und nimmt eine Abwehrhaltung ein – denn das Click-Geräusch bedeutet dann etwas Negatives. Vergiss nie, dass das Lernen euch beiden Spaß machen soll – Strafen haben hier keinen Platz.

Wichtig ist, dass Du das Training und die Übungen möglichst klar und einfach hältst. Deine Katze sollte immer ganz genau wissen, was Du von ihr erwartest. Möchtest Du, dass sie eine relativ komplexe Aufgabe erfüllt, solltest Du nicht alles auf einmal fordern. Unterteile die Aufgabe in kleine und einfache Teilschritte und nähere Dich schrittweise dem Ziel.

Verliere dabei nicht die Motivation, wenn es etwas länger dauert – behalte im Hinterkopf, dass es sich um einen Lernprozess handelt. Das dauert seine Zeit und auch, wenn es an einem Tag mal so gar nicht klappt, ist das ganz normal.

Lass Dich davon nicht entmutigen. Lege auch mal eine Pause ein und verwöhne Deinen Stubentiger – oder gib ihm einfach ein paar Tage frei. Achte also immer darauf, dass Deine Katze motiviert ist und die Umgebung eine gute Lernatmosphäre bietet: mit wenig Ablenkung und störenden Geräuschen.

Clickertraining Tricks: Erwünschtes Verhalten verstärken

Hat Deine Katze verstanden, dass es immer ein Leckerli gibt, wenn der Clicker ertönt, kannst Du damit beginnen, gewünschtes Verhalten bei Deinem Liebling zu verstärken. Viele Halter möchten ihrem Stubentiger zum Beispiel angewöhnen, dass er problemlos in die Transportbox geht.

Damit fängst Du an, dass Du Diene Katze bestärkst und belohnst, wenn sie die Box beachtet. Clicke zu Beginn schon, wenn Dein Stubentiger die Kiste nur ansieht und füttere ihm ein Leckerli.

Clicke anschließend immer seltener – bloßes Betrachten reicht nicht mehr, um eine Belohnung von dir zu erhalten! Clicke dann immer, wenn sich Deine Katze der Box nähert, wenn sie daran schnüffelt oder sogar hineingeht. Vergiss die Leckerlis nicht! Dein Liebling wird so schnell lernen, dass es sich durchaus lohnt, ganz von allein und ohne zu murren in die Box zu gehen.

Mit Clickern Deiner Katze unerwünschtes Verhalten abtrainieren

Möchtest Du hingegen eine unerwünschte Verhaltensweise abtrainieren, benötigst Du unter Umständen etwas mehr Geduld. Möchtest Du zum Beispiel erreichen, dass Dein Stubentiger nicht mehr am Sofa kratzt, kannst Du immer klicken und ein Leckerli anbieten, wenn er zum Kratzbaum geht, um dort seine Krallen zu wetzen. So lernt Deine Katze, dass es sich lohnt, zum Kratzbaum zu gehen – und nicht am Sofa oder anderen Möbeln sich die Krallen abzuwetzen.

Eines darfst Du dabei nie vergessen: Bestrafung gibt es beim Clicker-Training nicht! Sollte Deine Katze sich also am Sofa austoben, musst Du das ignorieren. Widmet sich Dein Stubentiger wieder dem Kratzbaum, kannst Du wieder klickern. Sobald Du geklickt hast, gibt es natürlich ein Leckerli. Sonst wird Deine Katze ihre gewohnten Verhaltensweisen einfach beibehalten.

Clickertraining 1x1: Wie oft, wie lange und welches Alter?

Wie oft mit Clicker trainieren?

Trainiere regelmäßig, aber achte darauf, Deine Katze nicht zu überfordern. Das Lernen soll euch beiden Spaß machen. Beende die Übungen also immer dann, wenn es euch beiden noch Spaß macht und bevor Dein Liebling das Interesse verliert. So gehst Du sicher, dass er auch in der nächsten Einheit motiviert und lernbereit ist. Nach 1-2 Minuten solltest Du eine kurze Pause einlegen, damit Dein Stubentiger nicht überfordert wird.

Wann den Clicker weglassen?

Du benötigst nicht unbedingt einen Clicker. Manche Halter schnalzen lieber mit der Zunge oder Pfeifen. Aber ganz ohne geht es nicht – ein akustisches Signal ist notwendig, damit Du deinem Haustier zeigen kannst, wenn er etwas gut oder richtig gemacht hat.

Bestrafung

Strafen sind absolut tabu! Sonst geht unter Umständen der gesamte Lernfortschritt verloren und Deine Katze verknüpft das Clicker-Signal mit den falschen Reizen: Also den negativen Erfahrungen durch die Strafe.

Clickertraining mit Katze – welches Alter eignet sich?

Im Prinzip kannst Du mit Katzen jeden Alters mit Clickern trainieren. Auch im hohen Alter sind die Stubentiger lernwillig und wollen gefordert werden. Nur kann es sein, dass sie anfangs ein paar Schwierigkeiten damit hat, neue Verhaltensweisen zu lernen oder alte abzulegen. Hier brauchst Du unter Umständen also etwas mehr Geduld. So verhält es sich auch bei sehr jungen Katzen: Die sind meist so verspielt und finden einfach alles interessant, sodass das Clickern eine echte Geduldsprobe werden kann. Das hängt natürlich auch von Deiner Katze ab. Versuche es einfach!

Ohne Leckerli

Ohne Leckerlis geht beim Training nichts. Nur durch die Belohnung bleibt Dein Stubentiger motiviert, um sich neues Verhalten anzueignen. Achte also immer darauf, dass ein Leckerli überreicht werden muss, sobald der Clicker ertönt. Erst wenn sie sich das Verhalten angewöhnt hat, musst Du nicht immer ein Leckerli geben. Denn dann hat sie es gelernt.

Überforderung und Zwang

Trainiere nur mit Deiner Katze, wenn sie auch Lust dazu hat. Du kannst sie nicht zum Üben zwingen. Zum einen tust Du Deinem Liebling damit nichts Gutes, zum anderen wird sie so Gelerntes nicht behalten.

Auch solltest Du Deinen Stubentiger mit den Einheiten nicht überfordern. Komplexe und komplizierte Aufgaben solltest Du in kleine Schritte unterteilen und Dich schrittweise dem gewünschten Ergebnis annähern. Merkst Du, dass Deine Katze die Lust oder die Motivation verliert, beende das Training an der Stelle und fahre an einem anderen Zeitpunkt fort.

Clickertraining für die Katze: Sitz, Platz und High Five

Tricks, die Katzen erlenen können, sind zum Beispiel Pfötchen geben, High Five, auf Ruf kommen, Rolle oder Männchen machen, sich um die Achse drehen, über ein Hindernis oder durch einen Reifen springen oder Apportieren.

Bei komplexen Tricks musst Du dich schrittweise dem gewünschten Verhalten nähern. Unterteile ihn dafür in Teilschritte. Zeigt Deine Katze also schon ansatzweise, was Du von ihr erwartest, kannst Du bereits klicken und ein Leckerli füttern.

Weil Dein Stubentiger weiter belohnt werden möchte, wird er weiter rumprobieren, kreativ werden oder bereits Gelerntes weiterentwickeln. Behalte also im Auge, was Dein Liebling macht und belohne jede Verhaltensweise, die dem gewünschten Endeffekt ähnelt.

Mit der Zeit kannst Du Deinem Stubentiger so beibringen, was er tun soll. Es ist sinnvoll, zu jedem Trick ein bestimmtes Code-Wort zu verwenden – so kannst Du im Laufe der Zeit den Clicker wegpacken.

Sitz und Platz

Willst Du erreichen, dass Deine Katze auf Kommando Sitz oder Platz macht, solltest Du immer dann klicken, wenn sie sich von selbst setzt oder hinlegt. Das kannst Du mit dem entsprechenden Wortkommando koppeln. Möchtest Du Deinem Stubentiger das Verhalten aktiv beibringen, kannst Du ihn mit einem Leckerli in der Hand führen und es dann verfüttern, wenn er die gewünschte Position eingenommen hat. Und das Clickern nicht vergessen!

High Five

Willst Du, dass Deine Katze Dir auf Kommando ein High Five gibt, brauchst Du wie bei den anderen Trainings auch eine ruhige Umgebung und die volle Aufmerksamkeit Deiner Katze. Nimm das Leckerli in die Hand und klemme es mit Deinem Daumen in die Handinnenfläche ein. Halte die Hand aufrecht und zeige Deinem Stubentiger das Leckerli.

Er soll versuchen, es mit seiner Pfote zu holen – so macht er ein High Five. Gleichzeitig solltest Du Klickern und ihm nur das Leckerli geben, wenn er tatsächlich mit seiner Pfote in Deine Handinnenfläche geschlagen hat.

Der Targetstick

Beim Targetstick handelt es sich um ein Hilfsmittel beim Training. Du kannst einen Zeigestab, einen Kochlöffel, ein Lineal oder etwas Ähnliches verwenden. Ziel ist, dass Dein Liebling dem Stab folgt.

Bringe ihm also bei, dass der Stock die Richtung angibt: Klicke zu Beginn schon, wenn sich Dein Stubentiger für das Hilfsmittel interessiert – und gib ihm ein Leckerli. Vergrößere dann die Schritte bis zur nächsten Belohnung. Deine Katze soll sich dem Stab nähern, ihn berühren und ihm schließlich folgen, wenn Du ihn führst.

Clickertraining Katze pin

Clickertraining für die Katze: Tricks und Verhalten lernen

Achtest Du darauf, dass das Lernen und Üben euch beiden Spaß macht und Du immer Leckerlis gibst, hast Du mit dem Clickertraining eine einfache und spaßige Möglichkeit, Deiner Katze klar zu machen, was Du von ihr willst. So kannst Du ihr Tricks beibringen oder ihr Verhalten verstärken, wenn sie etwas gut gemacht hat.

Lisa Hummel