Zecken entfernen bei Hund & Katze

Sobald die Temperaturen steigen, steigt auch die Zahl der Zecken, die Hund und Katze befallen können. Freilaufende Katzen sind ebenso gefährdet wie Hunde. Wir erklären euch, wie man die Zecken bei Hunden und Katzen korrekt entfernt und was ihr noch über die Blutsauger wissen müsst.

Die Temperaturen steigen und wir genießen – zusammen mit unseren Vierbeinern – die ersten Sonnenstrahlen. Hunde laufen über Feld und Wiese und auch Katzen gehen jetzt wieder häufiger auf Streifzeug. Aber genau hier lauert die Gefahr: Zecken. Die kleinen Blutsauger sitzen im Gras und warten nur darauf, auf ihren Wirt aufzuspringen.

Zecken übertragen Krankheiten

Haben sie sich einmal festgebissen, können sie verschiedene Krankheiten und rund 200 Keime übertragen. Unter den Keimen sind meistens sogenannte „Eitererreger“ die dazu führen können, dass sich die Bissstelle entzündet. In seltenen Fällen können die Erreger auch zu Fieber und Unwohlsein bei Hunden und Katzen führen.

Zecken übertragen aber auch schlimme Krankheiten. In Deutschland ist die Zeckenart „Brauner Holzbock“ weit verbreitet und kann Überträger von Borrelioseinfektionen sein. Borreliose wird oft erst Wochen oder sogar Monate später erkannt; typische Anzeichen sind Lähmungserscheinungen oder Fieber. Tiere können gegen diese Krankheit geimpft werden, allerdings ist der Impfstoff unter Experten umstritten. Hunde und Katzen können sich gleichermaßen infizieren, Katzen haben aber keine Symptome und werden daher auch nicht krank. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der hebt die entfernte Zecke in einem gut verschlossenen Behälter einige Monate auf. Hat der Hund dann verdächtige Symptome, kann der Tierarzt die Zecke auf Borreliose testen. Die Erkrankung kann mit Antibiotika behandelt werden.

Frühsommermeningoencephalitis (FSME) und andere Krankheiten

Der „Braune Holzbock“ überträgt auch Frühsommermeningoencephalitis (FSME), die besonders für Menschen sehr gefährlich sein kann. Hunde sind dagegen relativ unempfindlich, ebenso wie Katzen.  

Babesien (Blutparasiten) können Hierzulande von der „Auzecke“ und der „Braunen Hundezecke“ übertragen werden. Beide Arten kommen eher in Süddeutschland vor und dort überwiegend in feuchten Gebieten. Wird ein Tier mit Babesien infiziert, hat das eine sehr langwierige Behandlung zur Folge.

Hunde und Katzen vor Zecken schützen

Ein vollumfänglicher Schutz vor Zecken ist weder bei Hunden noch bei freilaufenden Katzen möglich. Sobald die Vierbeiner von draußen reinkommen, sollten sie auf Zecken untersucht werden. Die kleinen Blutsauger machen vor kaum einer Körperstelle Halt, daher solltet ihr eure Hunde und Katzen gründlich absuchen.

Um Hunde und Katzen vor Zecken zu schützen gibt es mehrere Möglichkeiten:

Chemische Produkte (Spot on Produkte):

Wer Hund oder Katze mit chemischen Produkten vor Zecken schützen möchte, sollte das unbedingt vorher mit seinem Tierarzt besprechen. Diese Produkte sind sogenannte Medizinprodukte und nur in der Apotheke oder beim Tierarzt erhältlich. Hund oder Katze bekommt in regelmäßigen Abständen eine Pipette von der Spot-on-Lösung auf die Haut aufgetragen. Hierbei ist es von größter Wichtigkeit, dass diese Stellen so gewählt werden, dass Hund oder Katze diese nicht ablecken kann. Bei Katzen ist das gar nicht so einfach, der Tierarzt kann aber bei der Wahl der richtigen Stelle helfen. Einige der chemischen Zeckenschutz-Präparate sind auch als Spray erhältlich.

Anti-Zecken-Halsbänder:

Eine mögliche Alternative für Spot on Produkte sind sogenannte Zeckenhalsbänder. Diese werden Hunden oder Katzen einfach umgehängt und sondern das Zeckenschutzmittel dauerhaft hab. Aber bei solchen Anti-Zecken-Halsbändern ist Vorsicht geboten, denn sie bringen einige Gefahren mit sich. Freilaufende Katzen könnten mit dem Halsband hängen bleiben und im schlimmsten Fall ersticken. Viele Hersteller warnen auf davor, dass ihr Produkt nicht von Kindern unter zwei Jahren berührt werden soll. Kleine Kinder nehmen Vieles in den Mund und der Wirkstoff ist für Kinder nicht ungefährlich. Zudem sollte das Halsband vor dem Baden in Gewässern immer abgenommen werden, da dort lebende Organismen sonst gefährdet werden. Der Vorteil gegenüber Spot-on-Produkten ist aber klar: die Wirksamkeit geht über fünf bis sechs Monate. Dafür sind die Nebenwirkungen nicht zu verachten: von Hautreaktionen bis neurologische Störungen ist vieles möglich.

Kautabletten gegen Zecken:

Wer nicht auf Spot on Produkte oder ein Anti-Zecken-Halsband zurückgreifen möchte, der kann es mit Kautabletten versuchen. Beißt die Zecke zu, stirbt sie. Ein recht einfaches Prinzip. Das Problem bei den Kautabletten: die Zecke muss erst beißen. Nach dem Biss verstirbt sie zwar, aber sie ist dennoch in der Lage, Krankheiten zu übertragen. Die Wirkungsdauer beträgt acht bis 12 Wochen; die Tablette kann über das Futter gegeben werden. Aber auch hier gibt es – je nach Präparat – einige Nebenwirkungen wie zum Beispiel Durchfall, Erbrechen oder Appetitlosigkeit.

Natürlicher Zeckenschutz:

Es gibt eine ganze Reihe von natürlichen Produkten, die Hunde und Katzen vor Zecken schützen sollen. Hier handelt es sich meistens um Produkte, die ätherische Öle als Basis haben. Das können zum Beispiel Lavendelöl oder Zitrusöl sein. Die meisten Hunde und Katzen vertragen solche Produkte gut, allerdings mögen sie nicht alle. Ätherische Öle riechen extrem stark und das mögen nicht alle Vierbeiner.

Einige Hundebesitzer schwören auf Knoblauch oder Bierhefe und geben kleine Mengen davon mit ins tägliche Futter. Davon ist allerdings abzuraten, denn Knoblauch kann – in großen Mengen – giftig sein. Auch bei Bierhefe ist Vorsicht geboten, denn Hefe kann zu Blähungen führen. Beide Maßnahmen sind nicht unbedingt zu empfehlen und sollten – wenn überhaupt – nur in Absprache mit dem Tierarzt durchgeführt werden.

Bernsteinketten:

Immer wieder liest man von der schützenden Wirkung von Bernsteinketten. Der Geruch von Bernstein soll Zecken davon abhalten, Hunde oder Katzen als Wirt in Betracht zu zeihen. Schaden tut es den Haustieren nicht, aber es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit. Diese Methode zum Zeckenschutz ist daher mit Vorsicht zu betrachten.

Kokosöl gegen Zecken:

Viele Tierbesitzer schwören auf Kokosöl gegen Zecken. Die darin enthaltene Laurinsäure soll gegen Zecken schützen und zwar bei Mensch und Tier. Dazu sollen alle Stellen, die für einen Biss gefährdet sind, mit regelmäßig mit Kokosöl eingerieben werden. Das ist bei Hunden und Katzen nicht nur relativ schwierig, es gibt zudem ebenfalls keine Studien die eine Wirksamkeit belegen. Oftmals wird geraten, die Zecke und die Stelle rund um den Biss dick mit Kokosöl zu bestreichen. Tierärzte raten davon aber ab, denn die Zecke lässt zwar dann los, sondert aber vorher noch ein Sekret ab, das zu Entzündungen führen kann.

Zecken sicher entfernen

Es gibt drei sehr sichere Methoden Zecken bei Hunden und Katzen zu entfernen: Zeckenzange, Zeckenschlinge oder Zeckenkarte. Welche Methode man wählt, hängt oft von der eigenen Vorliebe ab. Experten raten mittlerweile zur Verwendung einer Zeckenkarte, da hier das Tier schonend entfernt werden kann.

Beim Zecken entfernen sollte auf Folgendes geachtet werden:

  • Zecke niemals mit den Fingern entfernen, immer eine Zeckenzange, -schlinge oder -karte verwenden
  • Niemals die Zecke ruckartig entfernen, der Kopf könnte stecken bleiben
  • Neue Erkenntnisse zeigen, dass es besser ist, die Zecke NICHT durch drehen zu entfernen

Die beste Methode: man greift die Zecke so weit unten wie möglich und zieht sie dann schräg nach oben aus der Haut. Das mögen Hunde und Katzen zwar meistens nicht, aber die Gefahr, dass Teile der Zecke stecken bleiben, sind bei dieser Methode sehr gering.

Nach dem Zeckenbiss

Wurde die Zecke vollständig, also mit Kopf entfernt, besteht in der Regel keine Gefahr und der Besitzer muss sich auch nicht weiter um den Zeckenbiss kümmern.

Man sollte aber immer prüfen, wann zuletzt ein Zeckenschutzmittel angewendet wurde und dieses dann auffrischen.

Hat sich der Zeckenbiss dennoch entzündet, solltet ihr sofort zum Tierarzt um behandlungsbedürftige Erkrankungen auszuschließen. Zeigen Hunde oder Katzen nach einem Zeckenbiss Symptome wie Fieber, Mattigkeit oder Antriebslosigkeit, kann das ein Anzeichen einer Borrelioseinfektion sein und diese muss behandelt werden.

Übrigens: auch Nagetiere, die sich regelmäßig im Freien aufhalten, können von Zecken gebissen werden. Hierzu fragt am besten euren Tierarzt um Rat.

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