Wurmkuren beim Hund

DONNERSTAG, 20.09.2018 Julia Weinzierler

Dein Hund kann sich mit einer Vielzahl verschiedener Wurmarten anstecken. Doch im Gegensatz zu manch anderer "Wirt-Parasit-Beziehung" ist diese sehr einseitig und schadet Deinem Vierbeiner. Solltest Du den Verdacht haben, Dein Hund könnte Würmer haben, solltest Du sofort zum Tierarzt gehen.

Notwendigkeit von Wurmkuren beim Hund

Auch wenn es viele verschiedene Wurmarten gibt, haben sie eines gemeinsam: Sie sind Parasiten. Nur in sehr seltenen Fällen ist ein Wurmbefall für Deinen vierbeinigen Begleiter lebensbedrohlich, aber der Parasit kann dennoch schwerwiegende Krankheiten auslösen. Die häufigsten Würmer, die Deinem Hund über den Weg laufen könnten, sind Bandwürmer, Rundwürmer und Herzwürmer. Einmal durch den Mund aufgenommen, befallen die Parasiten - je nach Art - die verschiedenen Organsysteme des Tieres. Durch ihre rasche Vermehrung folgt vor allem ein schwerwiegendes Symptom für Hunde: der Mangel an Nährstoffen.

Für den Menschen sind die meisten Wurmarten ungefährlich. Anders gestaltet sich das bei Bandwürmern: Wenn ein Mensch die Eier der Bandwürmer über den Mund aufnimmt, kann es zu schweren Erkrankungen kommen. Falls bei Deinem Hund also Bandwürmer diagnostiziert werden, solltest auch Du einen Arzt aufsuchen und im Kontakt mit Deinem vierbeinigen Begleiter sehr vorsichtig sein. Gründliches Händewaschen sollte dann zu Deinem Tagesprogramm gehören. Zudem solltest Du auf die Küsschen von Deinem Hund verzichten und - sobald Du mit seinem Speichel in Kontakt gekommen bist - sofort gründlich die Hände waschen. Sind Kinder, Kleinkinder oder sogar Babys im Haus, ist höchste Vorsicht geboten, denn gerade Babys und Kleinkinder nehmen alles in Mund und können sich so leicht mit Würmern infizieren. Frage am besten Deinen Kinderarzt um Rat.

Wie kommen die Würmer zum Hund?

Leider gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie ein Wurm sich auf Deinen Hund übertragen kann, wobei die meisten davon kaum zu vermeiden sind. Denn die resistenten Eier der Parasiten finden sich in der Natur (auch etwa auf Kot von anderen infizierten Hunden) und können zum Beispiel durch Deine Schuhe oder das Fell des Hundes nach Hause gebracht werden. Dort ist es für sie ein Leichtes in ihr Wirtstier zu gelangen:

  • Infektion über Mund bzw. Nahrung: Alleine durch das Schnüffeln und Lecken Deines Hundes beim Spazierengehen kann ein Wurm in den Darm Deines Hundes gelangen, wo sich die Parasiten weiterentwickeln. Aber auch bei der reinen Fellpflege ist eine Übertragung möglich.
  • Infektion über die Mutter: Bei Spulwürmern kann bereits das Muttertier vor der Geburt oder auch durch die Milchgabe Würmer an ihre Welpen übertragen und sie so infizieren.
  • Infektionen über die Haut: Hakenwürmer im Larvenstadium können durch die Haut dringen.
  • Infektionen über Stechmücken: Was die lästigen Insekten angeht, ist nur im Urlaub Vorsicht geboten – denn Stechmücken übertragen Herzwürmer vorwiegend in Südeuropa.

Symptome beim Wurmbefall

So unterschiedlich wie die Übertragungsarten sind auch die Symptome eines Wurmbefalls bei Deinem Hund. Die häufigsten Folgen sind:

  • Allgemeine Schwäche
  • Ausscheidungen (sehen aus wie Reiskörner im Kot)
  • Juckreiz am After
  • Blutiger Durchfall
  • Darmverschluss oder Verstopfung
  • Appetit- und Gewichtsverlust
  • Erbrechen
  • Husten
  • Blutarmut
  • Hautreizungen
  • „Wurmbauch“ (aufgeblähter Bauch, v.a. bei Welpen)

Wurmkuren beim Hund durchführen

Bei einem möglichen Wurmbefall musst Du auf jeden Fall zum Arzt. Vor allem bei jungen Hunden kann der Parasit äußerst gefährlich sein. Der Tierarzt wird den Kot unter dem Mikroskop genauer untersuchen und Kotproben (sowie unter Umständen Blut) entnehmen.

Findet der Arzt bei der ersten Untersuchung keine Anzeichen von Würmern im Kot heißt das aber nicht, dass Dein Hund wurmfrei ist. Denn die Parasiten werden nur unregelmäßig ausgeschieden. Für Dich bedeutet das: Die Kotprobe muss regelmäßig kontrolliert werden.

Nach einer Untersuchung wird Dein Tierarzt wissen, wie Dein Hund behandelt werden soll. Meist werden Medikamente eingesetzt um den Befall zu stoppen, manchmal müssen zudem aber auch die Symptome behandelt werden.

Wurmkuren zur Vorbeugung

Eine Wurmkur hat keine Langzeitwirkung – Du musst sie also regelmäßig wiederholen. Mit Deinem Tierarzt besprichst Du das Infektionsrisiko Deines Vierbeiners. Danach wird ein Behandlungsplan erstellt, der zwischen viermal pro Jahr bis zu monatlich variieren kann. Abhängig vom Alter und Gesundheitszustandes Deines Hundes wird die Kur entweder beim Tierarzt mit einer Spritze oder bei Dir zu Hause in Tablettenform oder als Paste verabreicht. Wie genau die Vorbeugung durch regelmäßige Wurmkuren ablaufen muss, sollte immer der Tierarzt Deines Vertrauens einschätzen. Dieser weiß ob Dein Hund im Speziellen etwa ein erhöhtes Infektionsrisiko hat und kann einschätzen, welche Häufigkeit in dem Fall sinnvoll ist.

Aber: Du solltest im Hinterkopf behalten, dass eine Wurmkur ein Medikament ist. Falls Dein Hund also nur einem kleinen Risiko des Befalls ausgesetzt ist, musst Du abwägen, ob es sinnvoll ist, den Hund dieser Belastung auszusetzen. Eine Entwurmung hilft nämlich erst nach einem Wurmbefall – kurz nach der Prophylaxe kann der Hund also wieder von Würmern infiziert werden. Im Zweifelsfall wird also ein gesunder Hund entwurmt, um sich danach direkt einen Wurm einzufangen.

Wurmkuren beim Hund pin

Wurmkuren beim Hund

Wenn Du bei Deinem vierbeinigen Begleiter einen Wurmbefall vermutest, solltest Du auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann klären, um welche Wurmart es sich handelt und wie sich die Behandlung demzufolge gestaltet. Auf die leichte Schulter nehmen solltest Du die kleinen Parasiten in keinem Fall - denn die lästigen Tiere befallen Organe und können schwerwiegende Krankheiten hervorrufen.

Ob eine regelmäßige Wurmkur für Deinen Hund sinnvoll ist, hängt vor allem mit seinem Risiko eines Befalls zusammen. Denn Wurmkuren sind immer auch eine Belastung für den Hund, auch wenn dieser keinerlei Symptome zeigt. Dein Tierarzt kann mit Dir abklären, ob eine solche prophylaktische Behandlung notwendig und sinnvoll ist.

Julia Weinzierler