Welpen vs. ältere Hunde: Es gibt keinen Welpenschutz!

MONTAG, 12.02.2018

Der Begriff “Welpenschutz” ist so vielen Menschen geläufig, dass er sogar in der Arbeitswelt Einzug gefunden hat. Wer jung und neu dabei ist, hat für eine gewisse Zeit “Narrenfreiheit”. Doch stimmt es im Fall von jungen Hunden wirklich, dass sie prinzipiell von ihren älteren Artgenossen nachsichtig behandelt werden? Wer das Verhalten von älteren Hunden und Welpen genau beobachtet, wird diese Frage eher verneinen.

Denn oft kommen ältere Hunde mit Welpen weniger zurecht. Das liegt unter anderem daran, dass Welpen sich noch schlecht einschätzen können. Sie bewegen sich unkoordiniert und unberechenbar und übertreten schnell eine Grenze, von der sie gar nicht wussten, dass sie existiert. Drohgebärden sind für sie manchmal noch nicht als solche wahrnehmbar. Und das ist alles andere als vorteilhaft: Denn nur wenn sich ein Welpe auch richtig verhält, ist er auf der "sicheren Seite".

Bei Wölfen gibt es innerhalb der ersten 6 bis 7 Lebenswochen zwar tatsächlich eine Art Welpenschutz - doch der gilt wirklich nur in der eigenen Familie. Wer also einen Hundewelpen bei sich aufnimmt, darf nicht erwarten, dass andere Hunde ihren kleinen Vierbeiner besonders umsichtig behandeln - auch wenn er noch so süß aussieht.

Bei Begegnungen mit älteren Hunden ist also Vorsicht geboten. Denn die in der Welpenzeit gemachten Erfahrungen sind besonders prägend für das weitere Leben eures Hundes. Lasst euch wenn möglich nur auf Einzelbegegnungen ein - und behaltet die Reaktionen der Tiere aufeinander genau im Blick. Somit könnt ihr verhindern, dass euer Hund seinem Gegenüber “zu wild” wird und die Situation eskaliert.