Giftige Lebensmittel für Hunde

Kannst Du den großen Augen Deines Hundes widerstehen, wenn er darum bettelt, etwas von Deinem Essen zu bekommen? Bei manchen Nahrungsmitteln ist Deine Widerstandskraft sogar dringend gefragt. Denn nicht alles, was der Mensch verträgt, ist auch gut für seinen vierbeinigen Freund. Hier findest Du eine Liste von Nahrungsmitteln, die für Deinen Hund sehr gefährlich oder sogar tödlich sind.

Vor allem zu Weihnachten und zu den Osterfeiertagen lauern viele Gefahren für Deinen Hund. Schokolade und andere Leckereien riechen verführerisch und in einem unbeobachteten Moment möchte sich Dein Vierbeiner vielleicht ein Stück stibitzen. Aber leider vertragen Hunde nicht alle Lebensmittel und so kann es schnell zu einer Vergiftung kommen. Das weiß auch unser Tierarzt Dr. med. vet. Rasso Mantel. Im Interview mit Jochen Bendel erklärt er, welche Lebensmittel für Deinen Hund giftig sind.

Wo lauern die Futterfallen?

Im Haus oder in der Wohnung lauern besonders viele Fallen: die Chipstüte, die unachtsam auf dem Sofa liegt, die Schokolade, die das Kind auf dem Boden liegen lässt oder der Tomatensalat, der beim Grillen auf dem Tisch steht. Leider wissen Hunde nicht, was gut für sie ist und was nicht. Zudem gibt es einige Rassen, die einfach alles fressen und nicht zu bremsen sind. Daher ist es nicht nur wichtig alle möglichen Futterfallen zu entfernen, sondern auch den Familienmitgliedern klar zu machen, was der Hund fressen darf und was nicht. Besonders Kinder und Großeltern neigen dazu, mal schnell "was vom Tisch zu geben". Daher muss nicht nur der Hund erzogen werden, sondern auch die Familie. 

Die Dosis macht das Gift

Das beste Mittel zur Prävention ist natürlich ein gut erzogener Hund. Aber nicht jede Rasse lässt sich in Sachen Futter einfach so sagen, was sie darf und was nicht. Daher rät auch unser Tierarzt: Hat der Hund etwas gefressen, sollten die Besitzer nicht gleich in Panik verfallen. Es kommt nämlich auf die gefressene Menge an. Einem Hund, der ein klitzekleines Stückchen Schokolade gefressen, droht eher selten eine Vergiftung. Hat das Tier aber große Mengen Schokolade oder gar eine ganze Tafel gefressen, dann sollte der Besitzer sofort handeln und die nächste Tierklinik aufsuchen. Diese Regel gilt allerdings nur für gesunde Tiere. Hat Dein Hund eine spezielle Erkrankung, solltest Du immer zur Abklärung einen Tierarzt oder die nächste Tierklinik aufsuchen. 

Symptome einer Vergiftung

Um zu erkennen, ob Dein Hund eine Vergiftung hat, ist es wichtig, dass Du die Symptome kennst: Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfe und Zittern sind wohl die auffälligsten Symptome. Aber auch ein verändertes Verhalten, Schwächeanfälle, übermäßiger Speichelfluss oder eine Veränderung der Schleimhäute sind deutliche Signale für eine Vergiftung durch Lebensmittel.

Richtig handeln im Notfall

Wenn es - trotz aller Vorsicht - zu einer Vergiftung durch Lebensmittel kommt, ist es gut, wenn Du weißt, was zu tun ist:

  1. Ruhe bewahren: Hektik verschlimmert die Situation für Dich und Dein Tier
  2. Hilfe rufen: im besten Fall hast Du die Nummer Deines Tierarztes oder der nächsten Tierklinik bereits gespeichert. Dort kannst Du anrufen und die Situation schildern.
  3. Handeln: bist Du selbst nicht in der Lage Dich und Dein Tier sicher zum Tierarzt oder in die Tierklinik zu bringen, dann kannst Du die Tier-Rettung anrufen, sofern es in Deiner Stadt ein solches Angebot gibt

Was Du keinesfalls tun solltest: ohne Rücksprache mit einem Tierarzt Erbrechen hervorrufen, wenn Du nicht weißt, was Dein Hund gefressen hat. 

Tödliche Lebensmittel für Hunde

Einige Lebensmittel können - je nach gefressener Menge - für Deinen Hund tödlich sein. Hat Dein Vierbeiner etwas von den nachfolgenden Lebensmitteln gefressen, solltest Du zur Sicherheit immer den Tierarzt aufsuchen und Deinen Hund gründlich untersuchen lassen.

Avocados

Wie giftig das in Avocados enthaltene Persin wirklich für Hunde ist, ist umstritten. Bei großen Mengen kann es unter Umständen zu Durchfall oder Erbrechen führen. Fest steht aber vor allem, dass beim großen Kern der Frucht Erstickungsgefahr besteht!

Symptome: Atemnot, Wasserbauch, Herzrasen

Zwiebeln

Eine ganze Zwiebel kann für Hunde tödliche Folgen haben! Schon ab einer Menge von 5 bis 10 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht wirken Zwiebeln toxisch. Die Schwefelstoffe, die in einer Zwiebel enthalten sind, zerstören die roten Blutkörperchen des Tieres.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, blutiger Urin, Gelbsucht, Beschleunigung der Herz- und Atemfrequenz.

Knoblauch

Ähnlich wie Zwiebeln kann auch Knoblauch zu Blutarmut führen, weil das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen zerstört wird. Dabei gilt: Die Dosis macht das Gift. Gefährlich wird es bei einem 20 Kilogramm schweren Hund etwa ab einer Menge von 100 Gramm Knoblauch. Wie giftig er wirkt, ist allerdings auch von Hund zu Hund verschieden.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, blutiger Urin, Gelbsucht, Beschleunigung der Herz- und Atemfrequenz.

Schokolade

Vielleicht das bekannteste Nahrungsmittel unter jenen, die ein absolutes Tabu für Hunde sind. Das im Kakao enthaltene Theobromin ist in besonders hoher Dosis in Bitterschokolade oder Kakaopulver enthalten. Besonders Welpen und kleine Hunde mit geringem Körpergewicht sind beim Verzehr einer Tafel Bitterschokolade gefährdet.

Symptome: Unruhe, Erbrechen, Krämpfe, Durchfall, Zittern, Pulsbeschleunigung, Atemprobleme

Trauben und Rosinen

Je nach Veranlagung und Hunderasse kann der Verzehr einer großen Menge Trauben oder Rosinen zum Tod führen. Schuld daran ist die Oxalsäure, die zu einem tödlichen Nierenversagen des Tieres führen kann. 

Symptome: Lethargie, Erbregen

Alkohol

Da Alkohol ein Zellgift ist, ist er für den Hund extrem giftig. Das Tier kann unter einer chronischen Leber- und Nierenschädigung leiden. Übrigens: auch Hopfen ist für Hunde gefährlich. Werden größere Mengen gefressen, kann es für das Tier tödlich enden. 

Symptome: Erbrechen, Atemnot, Krampfanfälle

Kaffee und Bohnen

Vorsicht Kaffee-Junkies: das geliebte braune Gebräu ist für Hunde giftig, da sie Koffein nicht vertragen. Koffein enthält Methylxanthin was sich negativ auf das Nervensystem des Tieres auswirkt.

Symptome: Unruhe, Zittern, Krampfanfälle, Überwärmung, Erbrechen, Durchfall, Herzrhythmusstörungen

Rohes Schweinefleisch

In rohem Schweinefleisch kann das Aujeszky-Virus enthalten sein. Für den Menschen ist es ungefährlich, bei Hunden eine Erkrankung mit dem Virus nicht heilbar und verläuft immer tödlich.

Symptome: Ticks, Krämpfe, Schäumen, verändertes Verhalten

Giftige Lebensmittel für Hunde

Neben den tödlichen Lebensmitteln, gibt es auch Nahrungsmittel, die für Hunde giftig sind. Hat Dein Vierbeiner etwas von den nachfolgenden Lebensmitteln gefressen, solltest Du sein Verhalten genau beobachten. Zur Sicherheit kannst Du den Hund zum Tierarzt bringen.

Speck

Speck und andere sehr fetthaltige Lebensmittel sind für Hunde zwar nur dann giftig, wenn sie regelmäßig gefüttert werden, dennoch sollten sie für das Tier tabu sein. Bei übermäßigem fetthaltigem Futter leidet die Bauchspeicheldrüse des Hundes. 

Symptome: Verdauungsprobleme, Stoffwechselstörungen

Geflügelknochen

Knochen von Geflügel sind für Hunde tabu. Die sehr dünnen Knochen splittern und können dem Tier im Hals stecken bleiben. Auch andere Knochen sollten übrigens nur in Maßen gefüttert werden, denn sie können - bei übermäßigem Füttern - zu Verstopfung führen. 

Rohe Bohnen

Bohnen müssen für dem Verfüttern unbedingt gekocht werden. Werden die Bohnen roh gefüttert, kann das enthaltene Toxin Phasin zum Verkleben der roten Blutkörperchen führen.

Symptome: Bauchkrämpfe, Schwellung der Leber, Fieber

Nachtschattengewächse

Tomaten, rohe Auberginen und rohe Kartoffeln sind für Hunde unverträglich.

Symptome: Durchfall, Erbrechen, Störung der Gehirnfunktionen

Milch

Hunde sind immer laktoseintolerant; sie können den Milchzucker nicht spalten. Daher sind alle Lebensmittel, die Milch enthalten, tabu. 

Symptome: Erbrechen, Durchfall, Blähungen

Süßstoff/Kaugummi

Als attraktive Alternative zum gewöhnlichen Haushaltszucker hat sich in vielen Küchen Xylit (Birkenzucker) etabliert. Auch in manchen Kaugummis ist der natürliche Süßstoff enthalten. Für Hunde ist Xylit leider alles andere als gesund, denn es löst eine rapide Senkung des Blutzuckerspiegels aus. 

Symptome: Lethargie, Erbrechen, Schwäche, Koordinationsprobleme, Kreislaufkollaps

Macadamianüsse und Walnüsse

Während Paranüsse, reife Walnüsse ohne Schale und Haselnüsse (sofern keine Allergie vorhanden ist) für Hunde unbedenklich sind, gilt bei Macadamianüssen und unreifen Walnüssen höchste Vorsicht. Die in der Macadamianuss enthaltenen Cyanogene Glykoside wirken innerhalb von etwa 12 Stunden.

Symptome: Schwächeanfälle, Muskelzuckungen, Erbrechen, Fieberschübe, Nervenkrämpfen, Durchfall 

Pilze

Vorsicht bei Spaziergängen im Wald oder großen Gärten: Halte Deinen neugierigen Vierbeiner besser von Pilzen fern. Zwar führt nicht jeder Pilz zu einer Vergiftung, aber wer auf Nummer sicher gehen will, sollte im Fall der Fälle sofort zum Tierarzt gehen.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, plötzliche Schwäche

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Julia Schürer

Ich schreibe, lebe und liebe zusammen mit Ehemann Gregor, Sohn Paul und Dackel Igor in München. Seit April 2018 kümmere ich als Redaktionsleitung um mein zweites Haustier; schlappohr.de. Ich bin für die inhaltliche Planung, das Layout und die Weiterentwicklung von "Schlappi" verantwortlich. Natürlich schreibe ich auch gerne über meine persönlichen Erfahrungen als Hundebesitzerin und recherchiere als Expertin rund um die Themen Hund, Katze und Nagetiere.