Umzug mit Hund: Tipps gegen den Stress

Ein Umzug mit Hund ist für alle Beteiligten eine stressige Zeit. Einpacken, auspacken, streichen, ummelden, überall den neuen Wohnort bekannt geben und dazwischen die verwirrte Fellnase, die die Welt nicht mehr versteht. Hier ein paar Tipps, wie der Wohnortwechsel für alle möglichst harmonisch abläuft.

So fühlt sich Dein Hund beim Umzug

Ein Umzug mit Hund ist auch für Deinen Vierbeiner ein einschneidendes Erlebnis. Er verliert sein gewohntes Revier, befreundete Artgenossen und muss sich mit vielen unbekannten Hunden neu arrangieren. 

Für einen Hund bedeutet seine gewohnte Umgebung Sicherheit. Hier ist sein Revier, in dem er sich auskennt und wo er weiß, an welcher Ecke welcher Artgenosse wohnt. Hier ist sein Heim, aus dem er vorbeikommende Hunde anbellt und ihnen zeigt, wer das Sagen hat. Und wo ihm dank Zaun auch dann nichts passieren kann, wenn der andere Vierbeiner doppelt so groß ist.

Hier weiß er, wo er sich am besten versteckt, wenn er seine Ruhe haben will. Und welche Box Frauchen öffnet, wenn es gleich ein Leckerli gibt. Und hier kennt er fast alle Hunde, die ihm beim Gassigehen begegnen können und weiß, wo er in der Rangordnung steht. Es müssen keine Kämpfe ausgefochten werden. Deshalb kann er ganz beruhigt und entspannt spazieren gehen und weiß genau, an welchen wichtigen Plätzen er markieren muss, damit auch alle Artgenossen riechen, dass er da war. Auch wenn er Herrchen mal verlieren sollte, weiß er genau, wie er wieder nach Hause kommt.

Sein Revier und die festgelegte Rangordnung mit anderen Hunden sind für Deinen Vierbeiner wichtig, um sich sicher fühlen zu können. Bei einem Umzug kann er daher in der ersten Zeit verunsichert und ängstlich sein. Er muss viele neue Artgenossen kennenlernen und nicht alle werden freundlich sein. Er muss die neuen Spazierwege erforschen, wo möglicherweise Gefahren lauern und wen er dort treffen kann.

Und bis er sich in der neuen Wohnung einen Lieblingsplatz gesucht hat und sich richtig entspannen kann, dauert auch eine Weile. Je nach Charakter Deines Hundes geht dies unter Umständen ganz schnell, das kann aber auch einige Wochen dauern. Auf jeden Fall ist ein Umzug mit Hund nicht an einem Tag erledigt. 

Vor dem Umzug: Umgebung erkunden

Natürlich hast Du bei einem Umzug mit Hund sehr viel zu tun, aber wenn Du nicht weit wegziehen solltest, kann es Deinem Vierbeiner die Umgewöhnung erleichtern, wenn Du die Möglichkeit hast, mit ihm schon vorher in der neuen Umgebung etwas auf Erkundungstour zu gehen.

Das kann sogar für Euch beide eine Erleichterung sein, wenn Du schon ein paar Spazierwege kennst und einige Hundehalter vor Ort kennengelernt hast, die Dir Tipps geben können, welcher Tierarzt gut ist und wo hundefreundliche Plätze sind.

Umzug mit oder ohne Hund?

Ein Umzug ist meist sehr stressig und Du wirst vermutlich wenig Zeit haben, Dich um Deinen Vierbeiner zu kümmern. Da Dein Hund sieht, dass etwas sehr Ungewöhnliches passiert, wird er beunruhigt sein, wenn er beim Umzug dabei ist. Daher ist es besser, wenn Du Deine Fellnase zumindest am Tag des Umzugs selbst bei Familie, guten Bekannten oder einem Hundesitter abgibst, wo sie von der ganzen Unruhe nichts mitbekommt.

Vor allem wenn Du einen Hund aus dem Tierschutz adoptiert hast, kann es sein, dass dieser schon mal schlechte Erfahrungen gemacht hat. Vielleicht hat er bei einem Umzug nicht nur sein Zuhause, sondern auch seine Menschen verloren und reagiert deshalb mit großer Angst. In dem Fall wäre es die beste Lösung, wenn er mit einer Person aus der Familie den Tag an einem anderen Ort verbringt und im Vorfeld möglichst wenig vom Umzug mitbekommt.

Die Ankunft im neuen Heim

Beim Umzug mit Hund solltest Du daran denken, alles was Dein Liebling täglich benötigt möglichst so einzupacken, dass Du es am neuen Wohnort direkt griffbereit hast. Am besten verteilst Du Schlafplatz, Schmusetier, Näpfe und Spielzeug schon mal in der Wohnung, bevor Du Deinen Hund abholst.

Fall es einen Garten gibt, denke daran, ihn auf Schlupflöcher zu kontrollieren. Dein Hund könnte abhauen und sich verlaufen, solange er sich noch nicht auskennt. Manche Hunde neigen dazu, alleine auf Erkundungstour zu gehen oder sind sehr schreckhaft und könnten in dieser neuen Situation in der unbekannten Gegend verloren gehen. Ist das bei Deinem Vierbeiner der Fall, statte ihn in den ersten Wochen mit einem GPS-Gerät für Hunde aus, über das Du ihn notfalls wiederfinden kannst.

Wenn Du mit Deinem Vierbeiner zum ersten Mal die neue Wohnung betrittst, sollte möglichst in diesem Moment kein lautes Hämmern und Zusammenbauen stattfinden, sondern eine entspannte, ruhige und positive Atmosphäre herrschen. Am besten zeigst Du Deinem Hund in Ruhe jeden Raum und wo sich seine Sachen befinden. Sobald sich die Aufregung etwas gelegt hat, kannst Du ihn zum ersten Mal füttern.

Nach dem Umzug mit Hund

Nach dem Umzug beschränkst Du Dich mit Deinem Vierbeiner am besten erst mal auf ein paar Spazierwege, die ihr regelmäßig geht. So kommt am schnellsten wieder Routine und ein Sicherheitsgefühl bei Deinem Vierbeiner auf. Meist trefft Ihr dann auch automatisch immer wieder die gleichen anderen Hunde. Nach einer Weile kannst Du mit Deiner Fellnase Stück für Stück immer mehr von Eurer neuen Umgebung erkunden.

In den ersten Tagen nach Deinem Umzug mit Hund solltest Du ihn möglichst noch nicht mehrere Stunden am Stück in der neuen Wohnung alleine lassen, sondern erstmal nur kürzere Zeitspannen. Wie lange es dauert, bis Dein Hund sich in der neuen Umgebung pudelwohl fühlt, hängt neben einer guten Eingewöhnung auch vom Charakter und Vorerfahrungen ab.

Nun musst Du Deinen Hund nur noch am neuen Wohnort an- und am alten abmelden und dabei eine neue Hundemarke besorgen. Dann hast Du den Umzug mit Hund erfolgreich hinter Dich gebracht.

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Umzug mit Hund: Die kleine Checkliste

  • Psyche des Hundes beim Umzug: Verliert sein Revier und bekannte Artgenossen, mit denen es eine festgelegte Rangordnung gibt.
  • Tipps zur Stressreduktion:
  1. Vor Umzug schon mal neue Umgebung erkunden
  2. Hund beim Umzug selbst zu Hundesitter geben
  3. Wichtige Gegenstände wie Körbchen und Näpfe gleich aufstellen
  4. Ruhige Atmosphäre zum Kennenlernen der neuen Wohnung schaffen
  5. In den ersten Tagen nicht lange am unbekannten Ort alleine lassen
  6. Neue Routine schaffen und anfangs gleiche Gassi-Wege gehen
  • Nicht vergessen, den Hund am neuen Wohnort an- und am alten abzumelden und eine neue Hundemarke zu besorgen.