So merkst Du, dass Dein Hund etwas Giftiges gefressen hat

Das ist wohl der Albtraum eines jeden Hundebesitzers: der Hund nimmt beim Spazieren gehen etwas auf und man stellt fest, dass es ein Giftköder war. Aber auch ein unbeobachteter Moment zu Hause kann dafür sorgen, dass Dein Hund etwas Giftiges frisst. Jetzt ist schnelles und vor allem richtiges Handeln gefragt. Jochen Bendel hat in einer neuen Folge der Sendung "Tiere auf der Couch" mit unserem Tierarzt Dr. med. vet. Rasso Mantel gesprochen. Er erklärt, wie Du merkst, dass Dein Hund etwas Giftiges gefressen hat und wie Du jetzt richtig handelst.

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Wenn es ein Giftköder war

Doch auf der täglichen Gassirunde können ebenfalls Gefahren lauern. Hundehasser schrecken heute vor kaum einer Methode zurück: Wurststücke werden mit Nägeln, Scherben oder Gartengiften präpariert. Versteckt werden die Giftköder manchmal unauffällig im Gebüsch, manchmal aber auch für alle sichtbar am Wegesrand. Diese Entwicklung bemerkt man auch, wenn man sich die Meldungen im Netz anschaut. Nutzer posten auf Facebook, wo Giftköder gefunden wurden und melden den Fund - meistens - auch der Polizei. Doch auch die größte Vorsicht hilft oftmals nicht, wenn man einen Moment unachtsam war.  

Leider sind die Giftköder für viele Hunde tödlich, denn sie erwischen entweder zu viel oder die Besitzer bemerken die Vergiftung erst zu spät. Wie Du die Gefahrenquellen in Deiner Wohnung beseitigen kannst, hat Dir unser Tierarzt Dr. Rasso bereits im Video erklärt. Wir möchten Dir nun zeigen, wie Du einen Hund beim Gassigehen vor Giftködern schützen kannst. 

Wo und welche Giftköder werden ausgelegt?

Häufig befinden sich mit Rasierklingen oder Scherben versetzte Hackfleischbällchen, in Büschen oder hohem Gras. Auch Leberwurststücke werden mit Medikamenten oder Rattengift präpariert und ausgelegt. Große Freilaufflächen mit angrenzenden Wiesen sind ein bevorzugtes Gebiet für Hundehasser. 

Am besten checkst Du die lokalen Facebookgruppen und prüfst, ob es in Deiner Nähe eine Gefahrenmeldung gibt.

Wie schützt man seinen Hund vor dieser Gefahr?

Es gibt einige wirkungsvolle Methoden, um Deinen Hund vor der Aufnahme eines Giftköders zu schützen

1. Hundetraining

Die wohl effektivste Methode ist das gezielte Training Deines Hunde bereits im Welpenalter. Damit Dein Hund später keine Giftköder aufnimmt oder diese sogar anzeigt, gibt es zwei Methoden:

Bei der Vorsitzmethode bringt der Hundebesitzer seinem Hund im Welpenalter bei, einen Fund ohne Herrchens OK nicht aufzunehmen.

Bei der Tauschmethode, bringt der Hundebesitzer seinem Vierbeiner bei, etwas Gefundenes gegen ein Leckerli zu tauschen.

2. Leine

Eine recht effektive und einfache Methode, seinen Hund vor einem Giftköder zu schützen, ist ihn an die Leine zu nehmen. Das funktioniert innerhalb von Ortschaften gut, aber sobald es auf eine freie Fläche geht, möchte der Hund laufen. Diese Methode ist also nur etwas für Stadthunde.

3. Maulkorb

Ich nutze für meinen Dackel einen Soft-Maulkorb. Eigentlich ist es eher ein Netz, das wie ein Maulkorb befestigt wird. Es erforderte Einiges an Übung, bis mein Dackel den Maulkorb akzeptiert hat, aber nach einer Weile ging es gut. Ich lege Igor den Maulkorb an, wenn wir außerhalb unserer Siedlung spazieren gehen. Ich höre einfach zu oft Meldungen und habe Angst, dass er etwas aufnehmen könnte. 

Ich erinnere mich an einen schrecklichen Abend: ich war schwanger, etwa im 5. Monat. Igor war tagsüber total gut drauf und es ging im gut. Abends bekam er dann Durchfall. Das war zwar seltsam, aber nicht ungewöhnlich. Nachts begann er plötzlich zu zittern und zu fiepsen. Wir sind sofort in die Tierklinik gefahren, denn ich hatte einfach Angst, dass er etwas gefressen hat. Es stellte sich heraus, dass Igor ein Stück Ochsenohr, dass er Monate zuvor im Garten vergraben hatte, gefressen hatte. Und das drückte ihm im Bauch. Zum Glück konnten wir ihn mit nach Hause nehmen. Aber die Angst, die ich hatte, war unbeschreiblich groß.

Julia

Symptome einer Vergiftung

Wer seinen Hund gut kennt, wird sehr schnell merken, wenn mit ihm etwas nicht stimmt. Aber es gibt einige Symptome, die ziemlich sicher auf eine Vergiftung hinweisen: 

  • Starkes Speicheln, schwankender Gang, Taumeln, Atemstillstand, Krämpfe
  • Übelkeit, Durchfall, Atemstörungen, helle Schleimhäute im Rachenbereich
  • Schneller Herzschlag, Herzstillstand, Lähmungserscheinungen
  • Erbrechen, Bewusstlosigkeit, übermäßiges Hecheln
  • Blut im Maul kann auf Scherben oder Rasierklingen hindeuten

Einige Medikamente, die eigentlich für den Menschen bestimmt sind, können dazu führen, dass der Hund torkelt oder krampf, sehr stark speichelt oder sogar das Bewusstsein verliert. 

Rattengift kann sich erst nach mehreren Tagen bemerkbar machen, der Hund verblutet langsam und qualvoll innerlich. Hier ist es wichtig, sofort beim ersten Verdacht in die Tierklinik oder zum Tierarzt zu fahren.

Wichtig: Bitte einmal mehr den Tierarzt aufsuchen, wenn sich der Hund komisch benimmt. KEIN ERBRECHEN auslösen, da sonst der giftige Mageninhalt wieder nach oben kommt.

Bitte jeden Vorfall auch der Polizei melden!

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Vergiftung

Bei Vergiftungsverdacht müssen Körpertemperatur, Puls, Pupillenreaktion, Farbe der Schleimhäute, Speichelbildung usw. kontrolliert werden.

So schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen.

Falls Du Deinen Hund beim Fressen einer giftigen Substanz gesehen hast, solltest Du Dir folgende Informationen für den Tierarzt/Polizei merken:

Was wurde gefressen - Wie viel wurde gefressen - Wann wurde die Substanz gefressen - Wenn möglich, solltet ihr vorhandene Reste mit zum Tierarzt nehmen. Auch dann, wenn der Hund nur mit der Haut oder über die Atemwege Giftkontakt hatte.

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So merkst Du, dass Dein Hund etwas Giftiges gefressen hat

  • Achte beim Spaziergang immer auf Deinen Hund
  • Hast Du einen Verdacht, dann handle sofort
  • KEIN Erbrechen auslösen
  • Reste einpacken und mit zum Tierarzt nehmen
  • Polizei informieren