Rassepotrait Shih Tzu: Der tibetische Löwenhund

MITTWOCH, 13.03.2019

Den Shih Tzu soll es bereits im 7. Jahrhundert in den Klöstern Tibets gegeben haben. Der "Löwe" wurde sogar als Wachhund für die buddhistischen Tempel eingesetzt. Als späterer Palasthund der chinesischen Kaiserfamilie wäre die Shih Tzu-Rasse fast ausgestorben. Doch was macht den "Löwenhund" heute aus?

Charakter und Haltung Shih Tzu

Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und Intelligenz sind typisch für den Charakter des Shih Tzu. Manche bezeichnen den Hund als "arrogant", da er durch sein selbstständiges und stolzes Auftreten auffällt. Trotzdem ist der "Löwe" – das ist chinesische Bedeutung von "Shih Tzu" – Fremden gegenüber ziemlich zurückhaltend.

Seine charmante Art lässt den haarigen Vierbeiner zum Familien-Liebling werden. Das lebensfrohe, treue und liebevolle Tier ist ein perfekter Spielgefährte für Kinder, solange diese einige Regeln beachten. Der kleine Hund liebt seine Freiheit und sollte deshalb nicht bedrängt werden.

Als Familienfreund ist der Shih Tzu gern in der Nähe von seinem Herrchen und möchte stets beschäftigt werden. Die Erziehung sollte deshalb einfühlsam, aber dennoch konsequent sein. Da die Rasse einen eigenen Kopf hat und diesen versucht durchzusetzen, sind klare Regeln sehr wichtig.

Was ihm vorgegeben wird, lernt und begreift der Hund schnell, er sieht Dir aufmerksam zu und ahmt Verhaltensmuster nach. Trotzdem solltest Du auch immer den Eigensinn des Shih Tzus im Hinterkopf behalten und ihm deutlich machen, wer das Sagen hat. Ausnahmen bei bestimmten Regeln sind kontraproduktiv und haben keine belohnende Wirkung auf den selbstbewussten Vierbeiner – bleibe also in jedem Fall konsequent.

Spiele und Aktivitäten mit dem Shih Tzu

Der temperamentvolle Shih Tzu ist durch die täglichen Gassirunden schon ausreichend ausgelastet. Darüber hinaus kann er durch 10 bis 15-minütige Spieleinheiten körperlich und geistig gefordert werden.

Allerdings steht der kleine Vierbeiner auch ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen durch. Selbst als Jogging-Partner eignet sich der flinke Shih Tzu, dabei solltest Du es aber nicht übertreiben. Zum Leistungssport ist der kleine Vierbeiner nicht gerade prädestiniert, außerdem sollte er voll ausgewachsen und gesund sein – ein Besuch beim Tierarzt lohnt sich im Vorfeld auf jeden Fall.

Im Wasser ist der Hund in einem seiner Lieblingselemente! Schon kleine Pfützen können den Vierbeiner zum ausgiebigen Wälzen animieren. Der kleine Entdecker auf vier Pfoten ist draußen sehr aktiv und findet daran genauso viel Freude wie an einem Kuschel-Nachmittag auf der Couch.

Teilweise sind die Hunde sogar so ambitioniert, dass sie ein treuer Begleiter bei kleineren Pferde-Ausritten sein können. Der ruhige und aufgeschlossene Charakter macht den Shih Tzu in Verbindung mit den entsprechenden Schulungen und Wesenstests sogar zum hervorragenden Therapiehund.

Shih Tzu: Futter und Ernährung

Der Shih Tzu ist ein Fleischfresser und Du solltest bei der Ernährung weitestgehend auf Getreide verzichten. Bei dem Verzehr von Trockenfutter ist es wichtig, dass der Hund genügend Wasser zur Verfügung hat und ausreichend trinkt. Für die besondere Rasse wird auch spezielle Trockennahrung hergestellt. Trotzdem sollte auch in diesem Fall der Fleischgehalt an erster Stelle stehen.

Da der "Löwenhund" durch seine eng zusammenstehenden Zähne zu Zahnstein neigt, sind Zahnpflegesnacks oder das Zähneputzen mit einer speziellen Hunde-Zahnpasta sehr empfehlenswert. Die Ernährung sollte ohnehin ausgewogen und gesund gestaltet werden.

Natürlich verdient auch ein Shih Tzu mal sein Leckerchen. Trotzdem sollten Hundekekse und Co. nicht zur Gewohnheit werden. Das könnte bei dem Vierbeiner schnell zu Übergewicht führen. Ein absolutes Tabu sind dagegen Essensreste! Diese könnten für Verdauungsstörungen sorgen oder sogar giftig für das Tier sein.

Typische Krankheiten des Shih Tzus

Durch die kurze Nase kommt es bei der Hunderasse oft zu Erkrankungen an den Atemwegen und den Augen. Der Auslöser ist die sogenannte Brachycephalie, eine durch Zucht herbeigeführte Schädelformation. Durch den sowohl kurzen als auch breiten Schädel kommt es zu einer Verengung der oberen Luftwege und die Tränenkanäle sind anfälliger für Verstopfungen.

Des Weiteren leiden Shih Tzus häufig unter einer Erbkrankheit (Patellaluxation), die zum Ausrenken der Kniescheinbe führen kann. Die Vierbeiner sind aufgrund des dicken Fells nicht die größten Fans von heißen Sommertagen und sollten bei großer Hitze am frühen Morgen oder späten Abend ausgeführt werden. Bei guter Gesundheit kann der Shih Tzu bis zu 16 Jahre alt werden.

Für wen eignet sich ein Shih Tzu?

Der besondere Vierbeiner ist sowohl bei aktiven Singles als auch in lebhaften Familien gut aufgehoben. Selbst Anfänger können mit dieser umgänglichen Hunderasse einsteigen, solange sie zu einer anspruchsvollen Fellpflege bereit sind. Dafür solltest Du viel Zeit und Geduld investieren.

Näpfe, Leinen, Autosicherung und Co. gehören auf jeden Fall zur empfehlenswerten Grundausstattung. Pflegeutensilien wie Bürste und Kämme sind bei dieser Rasse obligatorisch, eine Schermaschine kann ebenfalls bei der Fellpflege helfen. In finanzieller Hinsicht kommen regelmäßige Kosten durch eine artgerechte Hundenahrung, Spielzeug und Besuche beim Tierarzt hinzu.

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Shih Tzu – Steckbrief

  • Name: Shih Tzu
  • FCI-Gruppe: Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde Sektion 5 Tibetanische Hunderassen
  • Größe: bis zu 27 cm
  • Gewicht: max. 8 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 16 Jahren
  • Charakter: freundlich, aufmerksam, lebhaft, intelligent
  • Bedürfnisse: Enges Verhältnis zum Herrchen, täglicher Auslauf, regelmäßige Fellpflege, geistige und körperliche Beschäftigung
  • Krankheiten: Brachycephalie (Behinderung der Atemwege), Patellaluxation (Kniegelenksverletzung)
  • Hundeerfahrung: Keine oder wenig, konsequente Erziehung notwendig