Der Welsh Corgi ist nicht zuletzt dadurch berühmt geworden, dass Queen Elizabeth II. ein Fan dieser Hunde ist und im Laufe ihres Lebens schon über 30 dieser niedlichen Vierbeiner mit den kurzen Beinen besaß. Was findet sie an den Kleinen?

Charakter und Haltung Welsh Corgi

Auch wenn sie putzig aussehen, sind Corgis keine Schoßhunde: Die aus Wales stammenden Fellnasen waren ursprünglich Viehtreiberhunde, die sich dank ihrer niedrigen Schulterhöhe leicht wegducken konnten, wenn die Rinder nach ihnen austraten. Außerdem wurden sie auf Höfen als Wachhunde und zum Jagen von Mäusen und Ratten eingesetzt.

„Welsh Corgi“ bedeutet übersetzt so viel wie „Walisischer Zwerghund“. Es gibt ihn als Welsh Corgi Pembroke und als Welsh Corgi Cardigan, wobei die Begriffe „Pembroke“ und „Cardigan“ die Region kennzeichnen, aus der die Rasse stammt.

Als Viehtreiber und Rattenfänger wird er heute wohl kaum noch eingesetzt, heute ist er bei einem kleinen Kreis von Fans als Familienhund beliebt geworden. Besonders viele Exemplare gibt es aber nicht: In Großbritannien kommen jährlich weniger als 300 Welsh Corgi Pembrokes zur Welt.

Und in Deutschland werden von Pembrokes und Cardigans zusammen nicht mal hundert Welpen pro Jahr registriert. Dabei sind Corgis meist sehr gut als Familienhunde geeignet, die liebevoll mit Kindern spielen und gutmütig sind.

Eins können sie jedoch nicht ablegen: Ihre Neigung zum Fersenbeißen, die noch aus Zeiten des Viehtreibens in ihrer Veranlagung liegt. Daher eignen sie sich eher für Familien mit etwas älteren Kindern – auch weil diese bereits wissen sollten, wie mit den freundlichen Zwergen verantwortungsbewusst umzugehen ist.

Zu Nervosität, die viele kleine Hunderassen haben, neigen Corgis nicht. Sie sind eher ruhig veranlagt, wenn sie entsprechend beschäftigt und ausgelastet werden. Trotz der kurzen Beine brauchen Welsh Corgis nämlich viel Bewegung und Auslastung.

Wenn sie diese bekommen, können sie auch in der Wohnung gehalten werden. Du solltest allerdings darauf achten, dass sie mit ihren kurzen Beinen und dem langen Rücken möglichst wenige Treppen steigen, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Wer in einem oberen Stockwerk wohnt, sollte also mit seinem Corgi den Aufzug nehmen oder diesen nach oben tragen.

Corgis sind vom Charakter her recht selbstständig und ordnen sich nicht bereitwillig unter, weshalb sie eine konsequente Erziehung brauchen. Ihnen liegt ein gewisser Eigensinn und sogar gelegentliche Dreistigkeit in der Veranlagung.

Wer sich einen Welsh Corgi anschafft, sollte darüber also auch schmunzeln können. Außerdem ist ihre Neigung zum Bellen stärker ausgeprägt als bei anderen Hunden.

Spiele und Aktivitäten mit dem Welsh Corgi

Um Welsh Corgis auszupowern, brauchen sie körperliche und geistige Beschäftigung. Sie eignen sich auch gut für Hundesport wie Fährtenarbeit, Obedience und Dog Dancing. Seiner Natur kommt natürlich Hütesport wie Treibball besonders gut entgegen.

Da sie sehr wendig, schnell und intelligent sind, können sie auch beim Agility Training sehr erfolgreich sein. Sie sollten dann aber einen Parcours laufen, der aufgrund der kurzen Beine und des langen Rückens keine Sprünge enthält.

Auch Clickertraining eignet sich, um den schlauen Fellnasen alle möglichen Tricks beizubringen. Mit den Belohnungs-Leckerlis solltest Du es aber nicht übertreiben, da Corgis zu Übergewicht neigen.

Welsh Corgi: Futter und Ernährung

Der Welsh Corgi schlemmt für sein Leben gern und lässt sich keinen leckeren Happen entgehen. Aufgrund seiner Statur mit dem langen Rücken und den kurzen Beinen ist Übergewicht für diese Hunderasse aber besonders gesundheitsgefährdend und die Belastung von Gelenken und Rücken in dem Fall sehr hoch.

Daher ist es wichtig zur Vermeidung von Übergewicht hochwertiges, lange sättigendes Futter zu geben und dazwischen höchstens kalorienarme Belohnungen zu reichen. Am besten lässt Du Dich von Deinem Tierarzt beraten, welche Futtermenge optimal ist.

Betteln bei Tisch solltest Du Deinem Welsh Corgi schon als Welpen abtrainieren – auch wenn es bei den niedlichen Vierbeinern keine leichte Aufgabe ist, hart zu bleiben. Um sicherzugehen, dass Dein Corgi kein Übergewicht hat, solltest Du ihn regelmäßig wiegen. Muss er abspecken, solltest Du Dich vom Tierarzt beraten lassen, wie Du sein Gewicht schonend und gesund wieder reduzieren kannst.

Typische Krankheiten des Welsh Corgi

Insgesamt betrachtet sind sowohl der Welsh Corgi Pembroke als auch der Welsh Corgi Cardigan recht robuste, gesunde Hunderassen. In seltenen Fällen treten Krankheiten wie Hüftdysplasie, degenerative Myelopathie, progressive Retinaatrophie oder die Von-Willebrandt-Krankheit auf.

Die degenerative Myelopathie ist eine neurologische Krankheit mit fortschreitender Lähmung, die sich auf den ganzen Körper ausbreitet und unheilbar ist. Bei der progressiven Retinaatrophie stirbt die Netzhaut langsam ab und die betroffenen Tiere erblinden. Ist der Hund von der Von-Willebrandt-Krankheit betroffen, hat er eine erhöhte Blutungsneigung.

Für wen eignet sich ein Welsh Corgi?

Der Welsh Corgi ist auch für Hundeanfänger geeignet, wenn diese sich entsprechend informieren und um eine konsequente Erziehung bemühen – am besten unter Anleitung eines erfahrenen Hundetrainers. Wenn der liebenswerte, aber auch eigenwillige Vierbeiner gut erzogen ist, eignet er sich gut als Familienhund und ist kinderlieb. Idealerweise sind die Kinder aber schon etwas älter.

Da der Welsh Corgi eine enge Bindung zu seinen Menschen aufbaut, sollte er nicht viel und lange alleine sein. Außerdem sollte seine Familie Zeit und Energie haben, mit ihm ausgiebige Spaziergänge zu machen und ihn mit Hundesport oder Intelligenzspielen auszulasten. Dann ist der Welsh Corgi sogar für ein Leben in einer Wohnung bereit, auch wenn er sich natürlich über ein Haus mit Garten freut.