Rasseportrait: Weimaraner

Der Weimaraner ist ein Jagdhund mit ausgesprochen edel wirkendem Erscheinungsbild. Wohl auch gerade deswegen kommt der Weimaraner regelrecht „in Mode“. Die Haltung als Familien- oder Stadthund kann allerdings durchaus schwierig werden, da sein Jagdtrieb sehr ausgeprägt ist und er viel Auslauf und Beschäftigung braucht.

Charakter und Haltung Weimaraner

Weimaraner gelten nicht nur aufgrund ihres edlen Erscheinungsbildes als Aristokraten unter den Jagdhunden. Ihre Abstammung lässt sich bis zum späten 18. Jahrhundert zurückverfolgen, als sie in Weimar von Großherzog Karl August zur Jagd gehalten und gezüchtet wurden. Damit ist der Weimaraner die älteste deutsche Vorstehhundrasse. Viele deutsche Züchter geben ihre Welpen nur an Jäger ab, da die Zulassung zur Zucht nicht nur eine jagdliche Leistungsprüfung, sondern auch den Nachweis einer Eignung im Jagdalltag voraussetzt und sie entsprechende Auslastung brauchen.

Gemäß seiner Abstammung bringt der Weimaraner also einen starken Jagdtrieb und auch Wildschärfe mit. Dies bedeutet, dass er Wildtiere auch tötet. Daher braucht er sachkundige und konsequente Erziehung sowie die entsprechende geistige und körperliche Auslastung und eignet sich nur als Familienhund, wenn man diese Voraussetzungen erfüllen kann.

Bezugsperson und konsequente Erziehung

Der Weimaraner braucht eine feste Bezugsperson und ist in der Regel auch auf diese fixiert, selbst wenn er in einer Familie mit mehreren Mitgliedern lebt. Er ist ein willensstarker Hund, der eine konsequente, aber liebevolle Erziehung von einem Menschen braucht, der Autorität ausstrahlt und keinesfalls aggressiv oder gewaltsam vorgeht. Dann ist er sehr gehorsam. Auch wenn der Weimaraner seiner Bezugsperson gegenüber ausgesprochen anhänglich ist und nicht gerne lange allein gelassen wird, ist er Fremden gegenüber anfangs meist erstmal etwas reserviert. Neben dem starken Jagdtrieb bringt er auch noch einen ausgeprägten Wach- und Schutztrieb mit.

Wird er jagdlich geführt, kann der Weimaraner zum Vorstehen, Nachsuche und Apport eingesetzt werden sowie zur Wasserarbeit. Er arbeitet konzentriert und ist ausdauernd, aber nicht extrem temperamentvoll. Er kann allerdings eine Geschwindigkeit von bis zu 55 Kilometern pro Stunde erreichen und gehört damit zu den schnellsten Hunden.

Außerdem sind Weimaraner sehr intelligente Hunde, die entsprechend auch mal stur sein können oder ihre Intelligenz für unerwünschte Verhaltensweisen einsetzen. Sie können beispielsweise lernen, Türen zu öffnen und gelten als Ausbruchskünstler, die auch so manchen Zaun hinter sich lassen. Werden sie geistig und körperlich nicht genug ausgelastet, tendieren sie noch mehr dazu, sich entsprechende Beschäftigungen zu suchen.

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Spiele und Aktivitäten mit dem Weimaraner

Kann der Weimaraner seinen Jagdtrieb nicht bei der Jagd ausleben, braucht er Alternativ-Beschäftigungen. Sonst könnte er aufgrund seiner überschüssigen Energie zum Problemhund werden. Fährtensuche, andere Suchspiele, Mantrainling oder Dummy-Arbeit bieten die nötige Kopfarbeit, um ihn nicht nur körperlich müde zu machen. Zusätzlich braucht die graue Spürnase aber auch noch sehr viel Auslauf wie beispielsweise beim gemeinsamen Joggen oder Radfahren. Daher eignet sich der Weimaraner in erster Linie für sehr sportliche Menschen. Auch beim Reiten ist er ein guter Begleiter, wenn er entsprechend gut gehorcht und der Jagdtrieb kontrollierbar ist.  

Weimaraner: Futter und Ernährung

Weimaraner begeistern mit ihrem sportlichen Körperbau und ihrer kräftigen Muskultur, die natürlich mit der richtigen Ernährung entsprechend versorgt werden muss. Je nachdem, ob die silbergrauen Vierbeiner als Jagdhund, Wachhund oder Familienhund ihr Leben verbringen, benötigen sie unterschiedlich viel Energie. Weiterhin spielt beim Bedarf an Nährstoffen natürlich auch das Alter, die Größe und das Gewicht eine Rolle. Futterberater und Tierärzte können helfen, die richtige Futtermenge und -zusammenstellung zu ermitteln. Da Weimaraner zu Magendrehungen neigen und Trockenfutter stark im Magen quillt, ist davon eher abzuraten. Die Hunde sollten täglich in mehreren kleinen Portionen gefüttert werden, um das Risiko so weit wie möglich zu verringern.   

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Typische Krankheiten des Weimaraners

Wie gerade erwähnt, hat der Weimaraner – wie auch andere große Hunde – ein erhöhtes Risiko, eine Magendrehung zu erleiden. Daher sollte er keinesfalls nach dem Füttern viel bewegt werden oder ausgelassen spielen. Eine weitere typische Erkrankung von Weimaranern ist Hüftgelenksdysplasie mit zu großer Beweglichkeit in den Gelenken, was zu Problemen beim Laufen und Aufstehen führt. Eine falsche Ernährung im Welpenalter, die ein zu schnelles Wachstum zur Folge hat, kann das Problem verstärken. Vereinzelt führt ein angeborener genetischer Defekt bei Weimaranern auch zu Epilepsie mit den typischen Krampfanfällen. Im Großen und Ganzen sind sie aber aufgrund von entsprechender Zuchtauswahl recht robuste Hunde.

Für wen eignet sich ein Weimaraner?

In erster Linie eignet sich der Weimaraner natürlich optimal für Förster und Jäger. Wer ihn als Familienhund halten will, muss damit rechnen, dass ein verantwortungsvoller Züchter vorab prüft, ob man in der Lage ist, die Bedürfnisse des Tieres zu erfüllen. Der Weimaraner eignet sich für hundeerfahrene, sehr sportliche Menschen, die Freude an der Beschäftigung mit dem Vierbeiner haben und über entsprechende Führungsqualitäten wie Ruhe und Ausgeglichenheit verfügen. Da er sehr anhänglich ist und ein hohes Beschäftigungsbedürfnis hat, eignet sich der Weimaraner auch eher nicht für Familien, in denen ausschließlich Vollzeitarbeitnehmer vorhanden sind.

Weimaraner pin

Früher wurde der Weimaraner nur von reichen Herzogen und Königen gehalten.

Weimaraner - Steckbrief

Name: Weimaraner

FCI-Gruppe: Gruppe 7, Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde, Typ "Braque"

Größe: Hündin 57 bis 65 cm | Rüde 59 bis 70 cm

Gewicht: Hündin 25 bis 35 kg | Rüde 30 bis 40 kg

Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre

Charakter: Arbeitsfreudig, konzentriert, wachsam, intelligent, ausdauernd, anhänglich, beschützend, ausgeprägter Jagdtrieb

Bedürfnisse: Braucht viel körperliche Bewegung und geistige Auslastung. Wir er nicht zur Jagd eingesetzt sind Dummy-Arbeit, Mantrailing und Fährtensuchen Alternativen. Muss konsequent erzogen werden.

Krankheiten: Hüftgelenksdysplasie, Magendrehung, Epilepsie

Hundeerfahrung: Für hundeerfahrene Menschen geeignet, die ihn entweder jagdlich ausbilden können oder anderweitig entsprechend auslasten und den Jagdtrieb unter Kontrolle bringen.