Der Shar Pei ist dank seiner ungewöhnlichen Optik sehr bekannt. Anfang der 1970er Jahre war die Rasse fast ausgestorben: mit nur noch 145 gezählten Exemplaren galt sie als die seltenste Hunderasse der Welt.

Charakter und Haltung Shar Pei

Der chinesische Faltenhund hat kleine dreieckige Ohren, eine nilpferdartige Schnauze, eine blaue Zunge und als Welpe wirkt er, als wäre ihm sein eigenes Fell einige Nummern zu groß. Heute ist der Vierbeiner vor allem in den USA beliebt.

Der Shar Pei stammt ursprünglich aus China und ist dort vermutlich um 200 v. Chr. aufgetaucht. Er war bei armen Bauern und Fischern sehr verbreitet, wo er als Wachhund und manchmal auch als Hüte- oder Jagdhund eingesetzt wurde. Auch in Hundekämpfen musste er antreten.

Die so im Laufe der Jahre antrainierte Kampfbereitschaft hat er auch heute noch nicht ganz abgelegt und kann aggressiv reagieren, wenn er nicht schon als junger Hund entsprechend sozialisiert und gut erzogen wurde.

Auch wenn der Shar Pei vom Wesen her eher gelassen und ruhig ist, so ist er auch recht selbstsicher und manchmal stur. Vor allem anderen Hunden gegenüber kann er eine gewisse Dominanz an den Tag legen. Da er auch sehr sensibel ist und bei Zwang blockiert, braucht er eine einfühlsame Erziehung ohne Druck und mit der nötigen Geduld.

Dann ist der Shar Pei ein friedlicher, sehr anhänglicher Hund, der sich auf seine Hauptbezugsperson konzentriert und ihre Nähe braucht. Trotz seiner vorrangigen Fixierung auf einen einzelnen Menschen eignet er sich auch als Familienhund und ist sehr kinderlieb.

Entsprechend seiner ursprünglichen Bestimmung ist der Shar Pei immer noch sehr wachsam und Fremden gegenüber eher reserviert. Im Ernstfall ist er bereit, seine Familie zu beschützen. Da Shar Peis am liebsten immer bei ihrer Hauptbezugsperson und ihrer Familie sein möchten, eignen sie sich nicht für Berufstätige, die sie täglich mehrere Stunden allein lassen müssten. Am besten sind sie in einem Haus mit Garten und ständigem Familienanschluss aufgehoben. Außerdem liebt der Shar Pei ausgiebige, gemütliche Spaziergänge.

Die bekannte Faltenbildung sollte übrigens nur beim Welpen am ganzen Körper vorhanden sein und bei erwachsenen Tieren nur noch an Kopf und Rücken. Ausgewachsene Shar Peis weisen ursprünglich kaum Falten auf, auch wenn durch Überzüchtung die Faltenbildung auch bei erwachsenen Tieren verstärkt wurde. Dies kann jedoch gesundheitliche Probleme verursachen.

Spiele und Aktivitäten mit dem Shar Pei

Der Shar Pei mag langsame Wanderungen und wacht gerne über Haus und Garten. Für Hundesport, Joggen und als Begleitung beim Fahrradfahren eignet er sich jedoch eher weniger. Aufgrund der Kurznasigkeit ist er anfällig für Atemprobleme und hat Schwierigkeiten bei Hitze. Außerdem hat er auch nicht das Temperament, um an Hundesportarten wie Agility teilzunehmen.

Je nach individuellem Charakter kannst Du ihn dafür zum Apportieren motivieren. Grundsätzlich sind die meisten Shar Peis jedoch mit ruhigeren und gemütlichen Aktivitäten wie dem gemeinsamen Spazierengehen am glücklichsten.

Shar Pei: Futter und Ernährung

Der Shar Pei kann unter Futtermittelunverträglichkeiten leiden. Seine Anfälligkeit für Hautprobleme kann durch die Ernährung positiv oder negativ beeinflusst werden. Daher sollte er mit natürlichen Produkten ohne Geruchs- und Geschmacksverstärker gefüttert werden.

Am besten lässt Du Dich über die richtige Zusammensetzung und Menge von Deinem Tierarzt beraten. Der Vierbeiner sollte besser mit mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt gefüttert werden statt mit einer großen, da er sonst eine Magendrehung erleiden könnte.

Typische Krankheiten des Shar Pei

Die charakteristischen Falten des Shar Peis sind einer der Hauptgründe, warum sie sich ein angehender Hundebesitzer für diese Rasse entscheidet. Doch bringen diese auch gesundheitliche Probleme mit sich, da es durch die Reibung der Haut in den Falten zu Entzündungen kommen kann. Auch die Hauterkrankung Idiopathische Muzinose ist für die Rasse typisch.

Weitere Erkrankungen, die auftreten können sind FSF (Familial Shar Pei Fever) und SPAID (Shar Pei Autoinflammatory Disease) sowie Nierenerkrankungen, Hüftdysplasie, Amyloidose, verkleinerte rote Blutkörperchen und Augenentzündungen – die teilweise durch ein oft nach innen gerolltes Augenlid entstehen.

Shar Peis sind außerdem anfällig für Allergien und Ohrenentzündungen. Wer sich einen Shar Pei anschaffen möchte, sollte einen verantwortungsvollen Züchter auswählen, um die Risiken für vererbbare Krankheiten zu minimieren.

Für wen eignet sich ein Shar Pei?

Der Shar Pei sollte in hundeerfahrene Hände. Wer einen Shar Pei adoptiert, sollte ausreichend Geduld, Hundewissen, Einfühlungsvermögen und Konsequenz mitbringen, um diesen als Welpen so zu sozialisieren, dass er bei Hundebegegnungen friedlich bleibt.

Außerdem solltest Du viel Zeit für Deinen Shar Pei haben und ihn möglichst wenig alleine lassen. Für Menschen, die mit ihrem Vierbeiner zum Hundesport gehen wollen oder die eine Begleitung zum Joggen und Radfahren suchen, ist der Shar Pei eher nicht geeignet.

Wer dagegen gemütliche Spaziergänge bevorzugt, ist mit dem Shar Pei auf einer Wellenlänge. Idealerweise lebt der Hund in einem Haus mit Garten, das er bewachen kann.