Der Rottweiler wirkt auf manche beängstigend und ihm eilt ein schlechter Ruf voraus. Obwohl er in Bayern, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen auf der Liste der gefährlichen Hunderassen steht, wurde er jedoch nie auf Kampfhundeigenschaften gezüchtet. In den richtigen Händen ist der Rottweiler eine familienfreundliche Rasse. Mit ausreichend Auslastung und liebevoll konsequenter Erziehung ist er ein sehr treuer Begleiter für hundeerfahrene Menschen mit ausreichend Kraft.

Charakter und Haltung Rottweiler

Der Rottweiler ist ein arbeitsfreudiger, lernwilliger Hund, der viel Beschäftigung und eine sinnvolle Aufgabe braucht. Er bindet sich sehr an seine Bezugsperson und hat einen ausgeprägten Schutztrieb gegenüber seiner Familie. Außerdem ist er sehr territorial und nervenstark. Durch seine Aufmerksamkeit und sein gutes Reaktionsvermögen eignet sich der Rottweiler auch als Polizeihund und er gehört zu den anerkannten Diensthunden.

Der Rottweiler ist eine der ältesten Hunderassen. Erste Belege stammen bereits aus der Zeit der Römer, in der er als Hüte- und Treibhund, im Krieg und für Schaukämpfe gegen andere Hunde, Tiere und Gladiatoren eingesetzt wurde. Im Mittelalter erfreute er sich großer Beliebtheit bei Metzgern, die ihn einsetzten, um das Vieh zu hüten, zum Schlachthof zu treiben und ihr Geld zu bewachen. Aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung „Rottweiler Metzgerhund“.

Falsche Erziehung

So belastbar und unerschrocken der Rottweiler einerseits ist, so sensibel reagiert er andererseits auf Strafen. Er benötigt zwar schon als Welpe eine konsequente Erziehung und Sozialisierung, jedoch sollte diese auf positive, liebevolle und belohnende Art und Weise erfolgen, wie dies beispielsweise beim Klickertraining der Fall ist.

Die bekannt gewordenen Fälle, in denen Rottweiler durch falsche Erziehung aggressiv oder sogar absichtlich kampffreudig gemacht wurden, haben dieser Rasse einen schlechten Ruf eingebracht. Zudem stehen sie in einigen Bundesländern auf der Liste der gefährlichen Hunderassen, was für ihre Halter mit strengen Auflagen und auch zusätzlichen Kosten wie Schutzgebühren und Steuern sowie Ausgaben für Wesenstests verbunden ist.

Kinderlieber Familienhund, aber nicht für Anfänger

Der Rottweiler ist kein Hund für Anfänger, bei guter Erziehung jedoch ein ausgeglichener, nicht angriffslustiger Vierbeiner, der sich bei frühem Familienanschluss durchaus als Familienhund eignet. Rottweiler sind sehr kinderlieb. Wer sich für die Haltung eines Rottweilers interessiert, sollte neben Hundewissen, Verantwortungsbewusstsein und ausreichender Geduld für eine positive Erziehung außerdem genug Fitness und Kraft mitbringen, dem Tier die benötigte Beschäftigung und Bewegung bieten zu können und ihm körperlich gewachsen sein.

Über Dinge wie die richtige Fellpflege brauchen sich Halter von Rottweilern allerdings nicht so viele Gedanken zu machen: Das kurze Haarkleid der Vierbeiner ist sehr pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten reicht in der Regel aus. Baden sollte man einen Rottweiler nur im Notfall, wenn er sich beispielsweise in Kot gewälzt hat.

Rottweiler-Steckbrief

Name: Rottweiler

FCI-Gruppe: Gruppe 2 / Molossoide, Untersektion doggenartige Hunde

Größe: Hündin 56 bis 63cm | Rüde 61 bis 69 cm

Gewicht: Hündin 35 bis 48 kg | Rüde 50 bis 60 kg

Lebenserwartung: 8 bis 10 Jahre

Charakter: Arbeitsfreudig, anhänglich, territorial und beschützend, Rüden neigen zu Dominanzverhalten

Bedürfnisse: Braucht eine Bezugsperson und viel Beschäftigung, täglich mindestens zwei Stunden Bewegung. Eignet sich für fitte Menschen mit ausreichend Zeit und Energie.

Krankheiten: Herzverengung, degenerative Rückenmarksentzündung, Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogengelenksdysplasie, Osteochondrose, Kreuzbandriss

Hundeerfahrung: Für hundeerfahrene, kräftige Menschen geeignet, die in der Lage sind, den Rottweiler von Welpenbeinen an konsequent liebevoll zu erziehen

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