Rasseportrait: Englische Bulldogge

Das Hecheln ist unverkennbar, oft schaut er ein wenig grimmig drein, doch sein Wesen ist äußerst liebenswürdig: Die Englische Bulldogge hat sich zu einem beliebten Hund entwickelt. Was den gutmütigen Charakter des kleinen aber doch schweren Hundes ausmacht, erfährst du hier.

Wissenswertes über die Englische Bulldogge

Das grimmige Äußere wurde der Englischen Bulldogge angezüchtet. Im 13. Jahrhundert wird sie das erste Mal genannt und als Bullenbeißer, also Jagdhund, eingesetzt. Trotz der geringen Größe bringt der Vierbeiner einiges an Gewicht auf die Waage und wurde auch wegen seiner Stärke für lange Zeit in Hundekämpfen aufgestellt. Doch diese Zeiten sind zum Glück vorbei und die Englische Bulldogge darf in normalen Umständen Seite an Seite mit dem Menschen leben. Seine früheren martialischen Aufgaben haben seinem Charakter nicht geschadet – ganz im Gegenteil!

Charakter und Haltung der Englischen Bulldogge

Die Englische Bulldogge ist ein äußerst sensibler Hund, der trotz seines bulligen Auftretens sehr sanft ist. Das zeigt sich vor allem in seinem ausgeprägten Schmusebedürfnis. Gerade deswegen ist der Hund aber auch nur ungern allein und sieht sich gerne von Menschen umgeben und geliebt. Gleichzeitig ist das kleine Tier doch stolz und kann sehr dickköpfig sein, wenn sein Wille nicht durchgesetzt wird.

Eine Englische Bulldogge mag aufgeweckt sein, doch für zu viel sportliche Betätigung reicht die Motivation des kleinen Charakterkopfes dann doch nicht. Das gleiche lässt sich auf die Erziehung übertragen. Denn zu viel Zwang passt der dickköpfigen Bulldogge so gar nicht. Doch wer etwas Geduld und Ausdauer bei der Erziehung mitbringt und ihm genügend Liebe zeigt, wird auch diesen starken Hund unter Kontrolle bringen.

Auch für Stadtmenschen ist die Englische Bulldogge ein liebenswerter Begleiter. Problemlos kann er in einer Wohnung gehalten werden, wenngleich trotz der geringen Kondition auf ausreichend Auslauf geachtet werden sollte. Fremden gegenüber kann der Vierbeiner misstrauisch sein, doch wird er nicht aggressiv. In heimeliger Runde blüht seine frohe Seele auf, daher eignet er sich insbesondere als Familienhund.

Spiele und Aktivitäten mit der Englischen Bulldogge

Wie bereits erwähnt, wirst Du mit einer englischen Bulldogge weniger eine Runde im Park joggen können. Auch sonst ist die Rasse für den Hundesport nicht gemacht. Das liegt zum einen an der geringen Kondition des pfundigen Vierbeiners, aber auch an der hohen Hitzeempfindlichkeit. Außerdem leiden die Tiere zum Teil unter Atem- sowie Kreislaufproblemen. Das heißt: Bei Spielen und Aktivitäten solltest du es ruhig angehen lassen und auf die Zeichen des Hundes hören. Einem langen Spaziergang steht aber selbstverständlich rein gar nichts im Wege – solange du auch ein gemütliches Tempo bevorzugst.

Beschäftigungsmöglichkeiten für die Englische Bulldogge

Viel Sport fällt bei der Englischen Bulldogge raus, dennoch muss der stämmige Vierbeiner kognitiv gefördert werden. Dazu eignet sich Trickdogging – also dem Tier alle möglichen Tricks beibringen, wie etwa Pfötchen geben, Rolle machen oder einen Twist. Doch Vorsicht: Der Hund möchte immer den Sinn hinter so einem Trick verstehen, sonst lernt er nicht gerne.

Englische Bulldogge: Futter und Ernährung

Die Englische Bulldogge brilliert mit ihrem kräftigen und kompakten Auftreten. Doch der Hund frisst auch gerne Mal zu viel und bekommt die unnützen Kilos nur schwer wieder runter. Auf eine ausgewogene Ernährung sollte für das Tier daher von Anfang an geachtet werden. Eine speziell angepasste Ernährung für Bulldoggen kann sinnvoll sein, da sie auch Gelenkproblemen entgegenwirkt. Dennoch sind die Anforderungen an die Nahrung immer individuell und hängen zum Beispiel von Größe und Gewicht des Hundes ab. Vor allem wenn gesundheitliche Sorgen bestehen, solltest Du daher mit einem Arzt Rücksprache halten.

Typische Krankheiten der Englischen Bulldogge

Ein stämmiger Körper trotz kleiner Größe gepaart mit einer weniger ausgeprägten Bewegungsfreude führt zu einer ersten typischen Krankheit einer Englischen Bulldogge: das Tier leidet des Öfteren an Übergewicht. Damit in Zusammenhang stehen auch weitere Krankheiten, wie etwa Bluthochdruck, Herzprobleme, Diabetes oder etwa Gelenkprobleme.

Die Englische Bulldogge gehört zu den „brachycephalen Rassen“, die sich durch einen runden Kopf mit kurzer Nase auszeichnen. Dadurch gerät der Hund recht schnell außer Atem und wird Dich mit seinem charakteristischen Schnarchen wachhalten. Außerdem ist die Bulldogge anfällig für Rachen- und Mandelentzündungen sowie Bronchitis.

Für wen eignet sich eine Englische Bulldogge?

Trotz ihres Aussehens ist die Englische Bulldogge ein loyaler und familiengerechter Begleiter. Denn das Äußere des Vierbeiners spiegelt seinen Charakter nicht wider. So zeigt sich der Hund weder aggressiv noch kämpferisch, höchstens etwas sturköpfig. Wer aber nach einem liebevollen Begleiter sucht und gerne in Gesellschaft lebt, dem sei die Bulldogge ans Herz gelegt. Zu gutmütig sollte man besonders beim Füttern aber nicht sein, da das herzige Tier zu Übergewicht neigt. Ebenso in der Erziehung ist Strenge nicht fehl am Platz, wenngleich die Bulldoggen verspielt bleiben. Fest steht: der Hund ist auch für Anfänger geeignet, die sich an die Basisregeln der Hundeerziehung halten. Hat er Dich einmal ins Herz geschlossen, wird der loyale Vierbeiner nicht mehr von deiner Seite weichen wollen.

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Englische Bulldogge – Steckbrief

Name: Englische Bulldogge

FCI-Gruppe: 2 - Pinscher und Schnauzer

Größe: 31-40 cm

Gewicht: Hündin 23 kg | Rüde 25 kg

Lebenserwartung: ca. 6 - 10 Jahre

Charakter: loyal, aufmerksam, gutmütig, mutig

Bedürfnisse: viel Zuneigung, keine allzu anstrengenden Aktivitäten

Krankheiten: neigt zu Übergewicht, Hüftdysplasie, Ellbogendysplasie, Atemproblemen, Paradontitis

Hundeerfahrung: für Hundeanfänger geeignet