Rasseportrait: Bullterrier

DIENSTAG, 02.10.2018 Lisa Hummel

Bullterrier blicken auf eine traurige Geschichte zurück. Denn die Rasse wurde ursprünglich für Kämpfe gezüchtet. In Deutschland stehen diese Hunde in vielen Bundesländern auf der Rasseliste und werden als gefährlich aufgeführt. Zudem ist es in Deutschland verboten, einen Bullterrier aus dem Ausland einzuführen. Deswegen musst Du Dich auf jeden Fall über die Rechtslage in Deinem Heimatort informieren, bevor Du Dir einen Bully zulegst. Wir erklären Dir alles was Du über diese Hunderasse wissen solltest.

Charakter und Haltung der Bullterrier

Die Geschichte der Bullterrier beginnt leider auf eine sehr traurige Art. Sie wurden ursprünglich in Mittelengland aus drei Hunderassen herangezüchtet: Aus Dalmatinern, der englischen Bulldogge alten Typs und dem White English Terrier, der jedoch etwa seit dem Jahre 1880 ausgestorben ist. Ziel war es, eine neue Hundeart heranzuziehen, die in Tierkämpfen aggressivere und schnellere Gegner für andere Tiere und Hunde darstellt. So sollten die Kämpfe für die Zuschauer spektakulärer werden.

Dies zeigt sich auch heute noch am Körperbau des Bullterriers: Die Tiere sind flexibel, agil und leistungsfähig. Ihre Statur ist stämmig und muskulös. Ein besonders markantes Merkmal dieser Exemplare ist der eiförmige Kopf mit der schmalen Schnauze, die eine hohe Bisskraft ermöglicht. Sein Fell ist kurz und glatt. Fellfarben gibt es viele: Von weiß, schwarz, rot bis rehbraun kommen alle Töne vor. Dabei sind Bullterrier entweder einfarbig, gestromt oder gar dreifarbig (tricolor).

Generell gelten Bullterrier als mutig, freundlich und verspielt, aber auch als eigensinnig und dominant. Wichtig ist hier vor allem eine richtige Haltung und Erziehung. Ist der Hund an den Kontakt mit Menschen gewöhnt und kennt er seinen Platz im Rudel, sollte es theoretisch keine Probleme mit einem aggressiven oder gar gefährlichen Tier geben. Entscheidend ist hier, dass der Halter weiß, wie er mit einem Hund umgehen muss und dass er darauf achtet, dem Vierbeiner zu vermitteln, wo seine Grenzen sind. Ein Anfänger sollte besser eine einfachere Rasse für den Einstieg wählen. Ein integrierter und erzogener Bullterrier, der gut gehegt und gepflegt wird, ist aber ein wachsamer Familienhund, der gut auf seine Menschen und sein Heim Acht gibt.

Spiele und Aktivitäten mit dem Bullterrier

Bullterrier sind leistungsfähige und muskulöse Hunde, deren Körper gefordert werden können und wollen. Dieser Vierbeiner wird sich also über jede sportliche Aktivität freuen, die sein Herrchen neben dem obligatorischen Gassigehen noch bietet. Ideal für den Bullterrier sind daher Hundesportarten wie Agility, bei dem der Hund über Hindernisse springen und durch einen Parcours wetzen kann, oder Dogdancing, bei dem der Halter gemeinsam mit dem Bullterrier eine Tanzkür einstudiert.

Bullterrier: Futter und Ernährung

Ein Bully verfügt über viele Muskeln, weswegen sein Frauchen oder Herrchen darauf achten sollte, ihn mit Nahrung zu versorgen, die zwar nährstoffreich ist, aber nicht zu fett. Zudem sollten Halter sicherstellen, dass der Hund immer ausreichend Bewegung hat, damit er nicht übergewichtig wird.

Typische Krankheit des Bullterriers

Unter gewissen Umständen können bei einem Bullterrier bestimmte Krankheiten auftreten. Wie auch bei anderen Tieren kann es vorkommen, dass Bullys, die ausschließlich weißes Fell haben, unter einer angeborenen Taubheit leiden. Vor Anschaffung eines Welpen solltest Du also auf jeden Fall einen Test machen lassen, ob Dein neuer Gefährte davon betroffen ist. Zudem kann es je nach Überzüchtung zu Atemnot kommen. Dann sollte der Halter darauf achten, dass sich das Tier nicht zu sehr verausgabt.

Für wen eignet sich ein Bullterrier

In Deutschland ist es gesetzlich (laut des HundVerbrEinfG) nicht erlaubt, einen Bullterrier einzuführen. Die Hunde werden hierzulande zudem als gefährliche Hunderasse aufgeführt und stehen auf der Rasseliste, nach der es in den einzelnen Bundesländern zusätzliche Auflagen gibt. Bevor Du Dir also wirklich einen Bullterrier anschaffst, solltest Du Dich auf jeden Fall noch einmal gründlich informieren, welche Regelungen in Deinem Wohnort gelten.

Grundsätzlich sind Bullterrier wegen ihres starken Charakter keinesfalls für Anfänger geeignet, die sich zum ersten Mal einen Hund anschaffen. Das neue Frauchen oder Herrchen muss einem Bullterrier deutlich zeigen können, wer der Anführer des Rudels ist. Menschen, die viel Erfahrung mit Hunden haben, finden im Bullterrier einen zuverlässigen Hund, der auf die Familie aufpasst und das Heim beschützt.

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Bullterrier - Steckbrief

Name: Bullterrier

FCI-Gruppe:  3 – Terrier

Größe: Hündin ca. 45 cm | Hund ca. 55 cm

Gewicht: ca. 25 kg

Charakter: dominant, eigensinnig, bei richtiger Haltung freundlich

Bedürfnisse: braucht eine dominante Bezugsperson, die Erfahrung mit Hunden hat

Krankheiten: Je nach Zuchtgrad Gefahr von angeborener Taubheit und Atemnot

Hundeerfahrung: Nicht für Anfänger geeignet

Lisa Hummel