Bullmastiff: Wesen, Charakter & Haltung

MONTAG, 31.12.2018 Julia Weinzierler

Der Bullmastiff ist einer der jüngsten Hunderassen Europas und wurde im Großbritannien des 19. Jahrhunderts zu Schutzzwecken als Wachhund gezüchtet. Während er seiner Funktion heute kaum mehr nachkommen kann, wird der Bullmastiff wegen seines durchaus ruhigem Wesen oft als Haustier gehalten. Allerdings benötigt das kräftige und große Tier eine gute Führung und Erziehung. In vielen Bundesländern ist der Bullmastiff als Listenhund eingestuft, was die Haltung mit Bedingungen verknüpft. Was Du über die Rasse wissen musst, erfährst Du hier.

Charakter und Haltung Bullmastiff

Viele Charaktermerkmale eines Bullmastiffs resultieren aus seiner früheren Aufgabe als Wachhund. So gilt der Vierbeiner als äußerst wachsam und intelligent, zugleich ist er kräftig, aktiv und allzeit zur Verteidigung bereit. Wegen seiner Größe und des sehnigen Erscheinungsbildes jagt der Hund einigen Personen Angst ein, weswegen der Bullmastiff oft als Kampfhund wahrgenommen wird.

Doch unter guter Führung von einem erfahrenen Hundehalter zeigt der Bullmastiff-Charakter ganz andere Züge. Das liegt vor allem an der hohen Toleranz des Hundes, der nie ohne Grund angreifen würde.

Wer den treuen Begleiter also gut erzieht, kann mit einem gelassenen und ruhigen Hund rechnen, der sich lernwillig zeigt und auch in eine Familie gut integrierbar ist. Die hohe Toleranzschwelle beweist sich neben dem entspannten Umgang mit Kindern auch gegenüber anderen Hunden.

Der Bullmastiff hat Temperament!

Auch wenn der Bullmastiff gelassen ist, heißt das nicht, dass der Hund nicht lebhaft und temperamentvoll auftreten kann. Die Rasse ist äußerst aktiv und braucht Bewegung und Auslauf, was alleine schon der Größe geschuldet ist. Auch diese Ausdauer ergibt sich aus seinem Züchtungszweck, der ihm bis heute anzumerken ist. Der Bullmastiff hat Temperament – und kann sich durchaus eigenwillig zeigen, wenn ihm etwas nicht in den Kram passt.

Gegenüber Fremden zeigt sich ein Bullmastiff erstmal distanziert. Das schöne Tier hat aber eine schnelle Auffassungsgabe und kann die Absichten seines Gegenübers recht schnell einschätzen. Wer sich ihm mit Wohlwollen nähert, muss nicht mit Problemen rechnen.

Wer allerdings das Eigentum von ihm oder Frauchen und Herrchen in den Augen des Hundes bedroht, kann die Wachhund-Funktion des eigentlich ruhigen Vierbeiners zu spüren bekommen. Die Verteidigung der Familie und des Heimes stehen für einen Bullmastiff im Mittelpunkt.

Pflege und Haltung

Während die Pflege des Bullmastiffs durch sein kurzes Fell kein nennenswerter Faktor in der Haltung ist, spielt die Erziehung des großen Hundes eine außerordentlich wichtige Rolle. Du solltest immer Konsequenz walten lassen, selbst wenn eine liebevolle Hinwendung auch beim Bullmastiff für dessen Sozialisation sehr wichtig ist.

Tricks und Kommandos sollten gut beherrscht werden, vor allem draußen muss der Hund Dir folgen – gerade, weil er bedrohlich wirken kann und die Angst von anderen Menschen falsch interpretieren könnte.

Deinen Hund geistig zu fördern steht also neben ausreichendem Auslauf im Mittelpunkt der Erziehung eines Bullmastiffs. Generell spricht nichts dagegen, den Hund in einer Wohnung zu halten – sofern Du ihm seiner Größe entsprechend genügend Platz zur Verfügung stellen kannst. Durch ihre gelassene Art kommen sie aber generell auch mit weniger Platz zurecht und brauchen nicht übermäßig viel Auslauf oder Zuwendung.

Bullmastiffs gelten mancherorts als Listenhund

Als Listenhunde werden Tiere eingestuft, die wegen ihrer Rasse als gefährlich gelten. Es ist nicht einwandfrei belegt, ob von einer Rasse etwa auf eine höhere Aggressivität geschlossen werden kann. Ein Bullmastiff ist also nicht automatisch ein Kampfhund. Zu dem müsste er erst erzogen werden.

In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Brandenburg und Berlin ist der Bullmastiff als Listenhund eingestuft, eine Haltung ist dort nur unter Auflagen möglich. In den übrigen Bundesländern wird die Rasse allerdings in der zweiten Stufe eingeordnet – er gilt also nicht als überaus gefährlich. Welche Auflagen in Deiner Region für die Haltung gelten, erfährst Du auf der Homepage Deines Bundeslands.

Spiele und Aktivitäten mit dem Bullmastiff

Das Bullmastiff-Wesen braucht eine ruhige und konsequente Führung, die auch spielerisch umgesetzt werden kann. Besonders Spaß macht es, Tricks mit dem Hund einzuüben und kleine Erfolgsmomente zu teilen.

Doch auf eines solltest du besonders Acht geben: Das Tier folgt nur Befehlen, die es als sinnvoll erachtet. Sein sturer Bullmastiff-Charakter gepaart mit ausgeprägter Intelligenz lassen ihn manches als unsinnig erscheinen, was Du von ihm verlangst. Konzentriere Dich daher auf Training, dass auch in der Führung des Hundes sinnvoll ist und Euch damit den Alltag erleichtern kann.

Auch wenn der Bullmastiff als Kampfhund bezeichnet wird, ist er äußerst spielfreudig, ohne Verletzungsabsichten zu haben. Niemals wird er – ohne dass es ihm anerzogen wurde – die Intention haben Dich oder jemand anderen beim Herumtollen zu verletzen. Gerade weil ein Bullmastiff Charakter als aktiv gilt, freuen kleine Spaßeinheiten alle Beteiligten.

Bullmastiff: Futter und Ernährung

Generell muss bei der Ernährung von Bullmastiffs auf nichts besonderes geachtet werden. Wie für alle anderen Hunde gilt auch für diese Rasse, dass eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu einer hohen Lebenserwartung beiträgt und Krankheiten sowie andere Leiden vermeiden kann. Durch die Größe des Hundes wird jedoch die Ernährung zum Kostenfaktor – ein Bullmastiff braucht ausreichend Futter. Auf Qualität sollte an dieser Stelle nicht verzichtet werden.

Außerdem neigen Bullmastiffs zu Blähungen, weswegen schonende Kost für die Rasse empfohlen wird. Der Tierarzt wird Dich zu diesem Thema genauer beraten. Wenn es dem Tier nach dem Essen schlecht geht, solltest Du die Ernährung umstellen und in Absprache mit einem Arzt anderes Futter ausprobieren.

Typische Krankheiten des Bullmastiffs

Der Bullmastiff gehört nach FCI-Standards zu der Gruppe der Molossern. Durch den strammen Körperbau neigen diese Hunde zu Hüftgelenks- und Ellenbogengelenkdysplasien sowie anderen Gelenkerkrankungen.

Auch Herzprobleme wie eine Herzmuskelerkrankung treten bei Bullmastiffs häufiger auf. Des Weiteren kann es zu Problemen mit dem Auge kommen, so sind etwa Probleme mit dem Augenlid (Entropium und Ektropium) bekannt.

Für wen eignet sich ein Bullmastiff

Bullmastiffs sind in vielen Orten als Listenhunde eingestuft und eignen sich daher ausschließlich für erfahrene Hundehalter, die mit der Erziehung eines großen Hundes kein Problem haben.

Wer aber ein ruhiges Händchen hat und konsequent sowie liebevoll an den Hund herantritt, kann das Tier auch als Familienhund halten.Allerdings ist die Haltung von der Rasse an Bedingungen geknüpft, die Du vor Anschaffung auf jeden Fall genauer beleuchten solltest.

Auch wenn die Gleichung Bullmastiff ist gleich Kampfhund mit der richtigen Erziehung nicht aufgeht, solltest Du den Beschützer- und Wachhundinstinkt des Hundes nicht unterschätzen. Was er liebt, das beschützt das Bullmastiff-Wesen mit allen Mitteln, dabei steht er Dir als Halter stets treu zur Seite.

Bullmastiff pin

Bullmastiff - Steckbrief

Name: Bullmastiff

FCI-Gruppe: 2 – Pintscher und Schnauzer – Molossoide

Größe: Hündin 61 - 66 cm | Rüde 64 - 69 cm

Gewicht: Hündin 41 - 50 kg | Rüde 50 - 59 kg

Lebenserwartung: 10 - 12 Jahre

Charakter: kraftvoll, aktiv, treu, lebhaft, wachsam

Bedürfnisse: konsequente und liebevolle Erziehung

Krankheiten: Hüftgelenksdysplasie, Ellbogengelenksdysplasie, Herzmuskelerkrankungen, Entropium, Ektropium

Hundeerfahrung: für Hundeprofis geeignet

Julia Weinzierler