Rasseportrait: Australian Shepherd

MITTWOCH, 31.01.2018

Der Australian Shepherd ist ein eifriger und gutmütiger Hund. Als Hütehund steckt es ihm im Blut, auf eine Herde aufzupassen und mit täglichen geistigen und körperlichen Aufgaben konfrontiert zu sein.

Wissenswertes über den Australian Shepherd

Als Schäferhund bekannt, kommt der Australian Shepherd zwar aus Australien, entwickelt hat sich die Rasse aber in Nordamerika. Baskische Schafhirten brachten ihn im 19. Jahrhundert in den Norden Amerikas. Der Australian Shepherd ist daher keine klassisch gezüchtete Hunderasse, sondern eine eher zufällig entstandene Rasse. Forscher gehen davon aus, dass sich Collies und australische Wildhunde gepaart haben und so der Australian Shepherd entstand. Erst sehr viel später hat man andere Hunderassen mit dem ursprünglichen Australischen Schäferhund gekreuzt (u.a. Dalmatiner und Bullterrier). Aus diesen Kreuzungen entstand dann schließlich in Amerika im Jahr 1872 der heutige Australian Shepherd.

Charakter und Haltung des Australian Shepherd

Australian Shepherds sind eifrige und gutmütige Arbeitstiere. Als Hütehunde steckt es ihnen im Blut, auf eine Herde aufzupassen und mit täglichen geistigen und körperlichen Aufgaben konfrontiert zu sein. Für Stadtbewohner, die ihrem Haustier nur gelegentliche Spaziergänge oder Fahrradfahrten bieten können, sind Australian Shepherds nicht geeignet.

Abgesehen davon, dass sie eine geringe Reizschwelle haben und nur nach einiger Gewöhnungszeit mit dem Lärm und den Ablenkungen einer Stadt zurechtkommen, brauchen sie enorm viel körperliche und geistige Auslastung, um wirklich glücklich zu sein.

Wer seinem Australian Shepherd nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt, wird schnell feststellen, dass sich der Hund eigene Beschäftigungen suchen wird. Um es also nicht mit einem verhaltensauffälligen Hund zu tun zu bekommen, empfiehlt es sich, ihn entsprechend zu fordern. Im Welpenalter kann es zunächst aber auch wichtig sein, Übereifer abzutrainieren.

Bei sportaffinen Familien, die viel in der Natur oder im Hundesportbereich aktiv sind, fühlen sich Australian Shepherds wohl. Durch ihren Arbeitswillen lassen sie sich vergleichsweise leicht erziehen - genügend Einfühlungsvermögen vorausgesetzt. Als Wachhunde eignen sie sich wegen ihres Hüte- und Bewachungsinstinkts. Sind sie allerdings nicht ausreichend geistig und körperlich gefordert, können sie überwachsam und nervös werden.

Rassemerkmale des Australian Shepherd

Der Australian Shepherd ist bei der FCI (Fédération Cynologique Internationale) erst seit dem Jahr 1996 als Hunderasse anerkannt. Das liegt vor allem daran, dass man den Australischen Schäferhund (auch gerne „Aussie“ genannt) erst seit den 1970er Jahren in Europa als Hund kennt.

FCI-Gruppe 1: Hüte- und Treibhunde

Australian Shepherds haben eine Widerristhöhe von ungefähr 46 bis 58 cm und ein Gewicht zwischen 16 und 28 kg, wobei Rüden in der Regel einige Zentimeter größer sind und etwas mehr wiegen als Hündinnen. Ihr Fell ist mittellang und wetterfest und kann gerade oder gewellt sein. Je nach klimatischen Bedingungen ändert sich die Dichte der Unterwolle. Das Deckhaar kann verschiedene Farben annehmen, unter anderem Blue Merle, Red Merle, schwarz oder rot.

Verpaarungen von zwei Merle-Typen sind in Deutschland verboten, da sie zu Sehbehinderung führen können. Ihre Lebenserwartung liegt bei ungefähr 13 bis 15 Jahren. Zu häufigen Erkrankungen zählen Epilepsie, Katarakt, Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie. Auch weisen einige Tiere eine Überempfindlichkeit gegenüber Arzneimitteln auf.

Aktivitäten mit dem Australian Shepherd

Da der Australian Shepherd ein Hütehund ist, braucht er auch eine entsprechende Aufgabe. Aber er passt nicht nur gern auf Schafe auf, auch bei Ausritten mit dem Pferd ist er gern dabei. Seine Besitzer sollten also damit rechnen, dass sie ihren Australischen Schäferhund täglich ein paar Stunden beschäftigten müssen. Dazu eignen sich Such- und Wartespiele ebenso wie das Apportieren von Gegenständen. Im Hundesport ist ein Australian Shepherd auch sehr gut aufgehoben. Geeignete Sportarten sind der Hindernislauf, Dogtrekking oder das Longieren.

Futter und Ernährung für den Australian Shepherd

Wie bei jeder Hunderasse hängt die tägliche Ration Hundefutter von einigen Faktoren ab. Da der Australian Shepherd aber gern und viel draußen ist und sich auch entsprechend viel bewegt, braucht er ein Futter, das ihn mit ausreichend Nährstoffen und Mineralien versorgt. Der Tierarzt kann genaue Angaben zur Futtermenge und der richtigen Zusammenstellung machen.

Für wen eignet sich ein Australian Shepherd?

Als Besitzer eines Australien Shepherd sollte man eine gewisse Affinität zu verschiedenen (Hunde)Sportarten haben und sich allgemein gern draußen aufhalten. Diese Hunderasse eignet sich nicht für Menschen, die ihre Freizeit lieber auf dem Sofa verbringen. Auch zu kleine Wohnungen und zu viel Straßenlärm mag der „Aussie“ nicht. Mit Kindern kommt er gut zurecht, allerdings nur, wenn er gut ausgelastet ist. 

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Australian Shepherd - Steckbrief

Familienhund: ja, bei ausreichender Auslastung

Charakter: aktiv, freundlich, intelligent 

Lebenserwartung: 13 bis 15 Jahre

Größe: 46 bis 58 cm

Gewicht: 16 und 28 kg

Pflege: je nach Fell wöchentliches Bürsten erforderlich

Auslauf: je nach spielerischer Auslastung bis zu 2 Stunden täglich

FCI-Gruppe: Gruppe 1 | Jagd- und Hütehunde