Du hast in Deiner Kindheit die Peanuts und vor allem den smarten Snoopy geliebt, der nichts mehr mochte, als auf dem Dach seiner Hütte zu dösen? Du suchst nach einem Hund, der perfekt zu Dir passt? Dann ist es definitiv der Beagle. Komm mit uns auf eine Reise durch die spannende Rassegeschichte des Beagle. Erfahre, was den britischen Laufhund sowohl optisch als auch charakterlich ausmacht. Und lerne, was Du bei der Haltung unbedingt berücksichtigen musst.

Steckbrief

Name Beagle
Herkunftsland Großbritannien
FCI-Gruppe Gruppe 6 „Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen“
Verwendung Familien-, Lauf- und Jagdhund
Gewicht 9 bis 12 kg (Hündin), 11 bis 18 kg (Rüde)
Widerristhöhe 33 bis 38 cm (Hündin), 36 bis 41 cm (Rüde)
Lebenserwartung 12 bis 15 Jahre
Wesen Intelligent, aktiv, familienfreundlich, verspielt
Felllänge kurz
Fellfarbe rot-weiß, braun-weiß, orange-weiß, zitronengelb-weiß, zweifarbig braun-weiß, dreifarbig, chocolate-tricolour
Kranheitsanfällig eher selten
Geeignet für Familien, aktive Menschen

Herkunft und Geschichte – Ursprünge im mittelalterlichen England

Der Beagle ist ein ganz besonderer Hund, der es trotz seines süßen Aussehens faustdick hinter den Ohren hat. Immerhin schätzt man den Beagle in Europa bereits seit vielen Jahrhunderten als Jagdhunde, womit die Rasse zu den ältesten Hunderassen Europas gehört. In der Wissenschaft ist man sich heute einig, dass die Wurzeln des modernen Beagle bis in das mittelalterliche Nordfrankreich zurückreichen.

Im Jahr 1066 waren es nämlich die Normannen (streng genommen Wikinger), die den Vorfahren des Beagle nach der erfolgreichen Schlacht von Hastings und der folgenden Invasion von Großbritannien mit auf die Insel brachten. Urvater des Beagle ist der mit ausgezeichneten Jagdfähigkeiten ausgestattete Hubertushund bzw. Northern Hound. Im mittelalterlichen England entwickelte sich der Hubertushund schnell zu einem allgegenwärtigen Jagdbegleiter.

Um das Jahr 1400 wurde er schließlich mit dem aus dem Süden Frankreichs importierten Southern Hound verpaart. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Beagle jedoch erst im Jahr 1515 in einem der Haushaltsbücher von König Heinrich VIII. Umso verwunderlicher, dass der kleine Jagdhund erst 1890 durch den British Kennel Club anerkannt wurde.

Schon gewusst? – Der Beagle für die Satteltasche

In einer Chronik aus dem Jahr 1615 taucht auch eine Rasse namens „Little Beagle“ auf. Diese soll mit Absicht so klein gezüchtet worden sein, dass Jäger sie bei der Jagd bequem in der Satteltasche mitführen konnten.

Aussehen und Erscheinung – Was zeichnet den Beagle aus?

Der Beagle ist ein mittelgroßer Hund mit extrem feiner Nase, einer robusten Statur und einem kurzen Fell. Bei einer Körpergröße von 33 cm bis 38 cm erreicht eine Beagle-Hündin ein Gewicht von neun bis zwölf Kilogramm. Nur unwesentlich größer ist der typische Beagle-Rüde mit 36 cm bis 41 cm – dabei aber mit bis zu 18 Kilogramm deutlich schwerer. Typisch für den Beagle sind relativ kurze, aber kräftige Beine. Diese verleihen dem Beagle beim Rennen über Stock und Stein eine außergewöhnliche Schnelligkeit.

Gepaart mit der hervorragenden Ausdauer und dem kompakten Rumpf präsentiert sich der Beagle somit als optimaler Hund für die Jagd in der Hundemeute. Das wahre Erkennungszeichen ist jedoch der längliche Kopf mit den charakteristischen Schlappohren, für die der Beagle berühmt ist. Ein weiterer Effekt der Zucht ist ein glänzendes und sehr kurzes Fell. Dieses ist enorm pflegeleicht und macht Dir die Arbeit nach einem ausgiebigen Spaziergang deutlich leichter.

Hinsichtlich der Fellfarben sind neben dem häufig in Film und Fernsehen zu bewundernden Mix aus Schwarz, Braun und Weiß viele weitere Farben üblich. Darunter rot-weiß, braun-weiß, orange-weiß, zitronengelb-weiß, zweifarbig braun-weiß, dreifarbig und chocolate-tricolour. Wichtig: Der Rassestandard schreibt vor, dass die Rutenspitze des Beagles immer weiß sein muss.

Charakter des kleinen Energiebündels

Dass der Beagle mittlerweile zu den beliebtesten Familienhunden gehört, hat das Schlappohr dem Filmhund Snoopy zu verdanken. Auch wenn es unglaublich erscheint, geht genau diese Eigenschaft auf die Zucht des Beagles als Meutehund zurück. Tatsächlich fühlt sich der verspielte und enorm kinderliebe Beagle in Gesellschaft am wohlsten.

Ob dies nun die Gesellschaft seines menschlichen Rudels ist oder ob sich der Beagle mit anderen Haustieren austoben darf – das ist der Fellnase egal. Er liebt beides. Allerdings solltest Du niemals vergessen, dass es sich nach wie vor um einen Jagdhund handelt. Das bedeutet einerseits, dass der Beagle sehr aktiv ist, über einen ausgeprägten Sturkopf verfügt und einen überdurchschnittlichen Jagdtrieb hat.

Davon abgesehen ist der Beagle freundlich, zutraulich und enorm verfressen. Beagle lieben das Fressen. Wenn Du nicht aufpasst und dem Hundeblick mit den großen Augen allzu oft nachgibst, kann er schnell Probleme mit Übergewicht bekommen.

Auf der anderen Seite kannst Du Dir den Hang zum Futter aber auch zum Vorteil machen. Denn Leckerchen sind das effektivste Trainingsmittel. Leider wird der Beagle aber auch jeden Langfinger schwanzwedelnd willkommen heißen, wenn dieser etwas Leckeres dabei hat. Als Wachhund oder gar Schutzhund eignet sich der Beagle daher nicht.

Haltung und Ernährung – Worauf muss ich achten?

Wie bereits erwähnt fressen Beagle für ihr Leben gern. Dementsprechend solltest Du unbedingt auf einen ausgewogenen Ernährungsplan achten und das tägliche Futter am besten abwiegen. Wer nicht aufpasst, hat schnell einen übergewichtigen Hund, der zu Arthrose, Gelenkschäden und Diabetes neigt. Während die körperliche Pflege durch das kurze Fell recht einfach ist, sieht das in Sachen Erziehung ein wenig anders aus.

Hier musst Du einiges an Geduld und Konsequenz aufbringen, um die natürlichen Triebe des schlappohrigen Dickkopfs in den Griff zu bekommen. Besonders wichtig ist das Training des zuverlässigen Rückrufs mit und ohne Leine. Ansonsten kann es Dir leicht passieren, dass Dein Beagle bei einem Spaziergang schon beim ersten Rascheln im Unterholz auf die Jagd geht.

Sind bei Beagles spezielle Krankheiten typisch?

Unter optimalen Umständen kann der Beagle mit Dir gemeinsam 15 Jahre durch das Leben gehen. Jedenfalls, sofern er gesund bleibt. Das größte Risiko für die Hundegesundheit ist das allgegenwärtige Übergewichtsrisiko. Abgesehen von Überlastungserscheinungen durch Fehlernährung präsentiert sich der Beagle recht robust.

Eine typische Erkrankung bei Beagles ist jedoch das „Beagle Pain Syndrome“ bzw. Meningitis-Arteriitis. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Rückenmarkserkrankung mit unbekannter Ursache. Diese tritt aber auch bei anderen Hunderassen auf und lässt sich durch die Dauergabe von Antibiotika gut in den Griff bekommen.

Noch deutlich seltener aber eben für Beagle typisch ist die häufig auch als degenerative Myelopathie bezeichnete Hound-Ataxie. Bei dieser neurologischen Störung kann es zu Bewegungsstörungen kommen. Einige Wissenschaftler vermuten als Auslöser das Zufüttern von Pansen. Abgesehen von diesen Erkrankungen ist der Beagle sehr robust und bringt keine besonderen, rassetypischen Erkrankungen mit.

Ist ein Beagle der richtige Hund für mich?

Auch wenn der Beagle noch so putzig aus den großen Augen schaut und zu den beliebtesten Familienhunden zählt, ist die Rasse nichts für unerfahrene Hundehalter. Als Ersthund ist ein Beagle also nicht die beste Wahl. Ebenfalls wichtig ist, dass der Beagle charakterlich zu Dir passt. Er braucht nämlich einiges an Bewegung.

Ob Du nun lieber lange Spaziergänge unternimmst, mit der Supernase einer Rettungshundestaffel beitrittst oder eine andere Hundesportart betreibst – wichtig ist nur, dass Du das Tier vernünftig auslastest. Wenn Du dagegen ein Couch-Potatoe bist und nur einen gemütlichen Haushund suchst, schaust Du Dich besser nach einer anderen Rasse um. Für aktive Singles oder Familien und natürlich Jäger ist der Beagle dagegen ideal.