Die Hundekrankenversicherung: Welche Versicherung für den Hunde ist am besten?

Dein Hund ist ein Familienmitglied und Dein bester Freund. Doch was passiert, wenn er erkrankt? Tierarztkosten können, je nach Behandlung, mehrere tausend Euro betragen. Mit einer Hundekrankenversicherung kannst Du Dich finanziell absichern und Deinem Hund die beste Behandlung ermöglichen.

Was ist eine Hundekrankenversicherung?

Eine Hundekrankenversicherung ist wie ein private Krankenversicherung beim Menschen zu verstehen. Sie kommt, je nach Leistungsumfang, für die Tierarztkosten, Kosten für Operationen oder/und die Medikamente auf. Wie auch wir Menschen werden Hunde krank. Meistens lässt sich die Erkrankung schnell und einfach behandeln, die Kosten bleiben überschaubar. Doch hat der Hund einen Unfall oder leidet an einer chronischen Krankheit, können die Behandlungskosten schnell mehrere tausend Euro kosten. Eine Hundekrankenversicherung übernimmt die Kosten für die Behandlung und die Operation. Als Hundehalter solltest Du Dir gleich bei der Anschaffung des Tieres Gedanken um eine Krankenversicherung für Hunde machen. Bei den meisten Anbietern kannst Du Deinen Hund nur bis zu einem bestimmten Alter versichern. Die Versicherer möchten so ausschließen, dass Du Deinen Hund erst im hohen Alter krankenversicherst, wo altersbedingte Leiden oft vorhersehbar sind.

Die Frage für wen eine Hundekrankenversicherung sinnvoll ist, lässt sich leicht beantworten: eigentlich für jeden Hundehalter. Auch wenn Du noch so sehr auf die Gesundheit Deines Hundes achtest, gibt es Faktoren, die Du nicht beeinflussen kannst. Unser Dackel Isidor (der bereits seit drei Jahren im Hundehimmel ist) erkrankte mit zehn Jahren an einem bösartigen Tumor der Schilddrüse. Er wurde in der Tierklinik behandelt und operiert. Die gesamte Behandlung, nebst Medikamenten und Nachsorge, kostete über 5.000 Euro. Man kann sich vorstellen, dass wir dafür an unsere Ersparnisse gehen mussten. Sicher haben wir das gern getan und Isidor lebte noch drei wundervolle Jahre, aber eine Hundekrankenversicherung hätte den Großteil der Kosten übernommen.

Welche Hundeversicherungen gibt es?

Mit einer Hundekrankenversicherung, die einen Vollschutz gewährleistet, hätten wir für unseren Dackel damals kaum Behandlungskosten bezahlt. Das Leistungsspektrum einer solchen Krankenversicherung für Hunde ist ziemlich groß. Denn die Versicherung übernimmt nicht nur die reinen OP-Kosten, sondern auch die Kosten der Vor- und Nachbehandlung des Hundes. Aber die Hundekrankenversicherung zahlt nicht nur, wenn der Hund operiert werden muss, der Vollschutz gewährleistet auch, dass reguläre Vorsorgeuntersuchungen bezahlt werden. Auch Verbandsmaterial, Medikamente, Impfungen und Wurmkuren werden – je nach Tarif – bezuschusst oder voll bezahlt. Bei einer Hundekrankenversicherung hast Du als Besitzer die freie Wahl, zu welchem Tierarzt zu gehen möchtest.

Wichtige Bausteine einer Hundekrankenversicherung

Bei einer reinen OP-Versicherung übernimmt die Hundekrankenversicherung die Kosten für die Operation und – abhängig vom Tarif – auch die Kosten für Vor- und Nachbehandlung. Das ist ein guter Schutz, aber wer schon mal notfallmäßig beim Tierarzt war, der weiß, dass das sehr teuer werden kann. Hier noch einmal eine Anekdote von mir:

"Unser Dackel Igor (damals zwei Jahre alt) hatte abends auf einmal starke Bauchschmerzen. Man hörte richtig, wie es im Bauch rumorte. Er bekam schrecklichen Durchfall, ein paar Stunden später hatte er dann Verstopfung. Gegen elf Uhr nachts begann er dann fürchterlich zu zittern. Wir packten ihn sofort ein und fuhren mit ihm in die Tierklinik. Die Diagnose: ein großes Stück getrocknetes Ochsenohr, das wir zum Kauen gegeben hatten, steckte im Darm fest. Das war nicht weiter schlimm, Igor bekam etwas gegen die Bauchschmerzen und gegen die Blähungen. Zum Glück durften wir ihn wieder mit nach Hause nehmen. Was wir allerdings aus der Tierklinik ebenfalls mitgenommen haben, war eine Rechnung in Höhe von fast 500 Euro. Allein das Röntgenbild kostete über einhundert Euro. Eine Hundekrankenversicherung mit Vollschutz hätte einen Großteil der Kosten übernommen."

Manchmal macht es Sinn noch weitere Bausteine zur Hundekrankenversicherung hinzuzufügen:

  • Auslandskrankenversicherung für Hunde: wenn Du oft mit Deinem Hund auf Reisen bist, solltest Du bei Deinem Anbieter nachfragen, ob er auch Tierarztkosten übernimmt, die im Ausland angefallen sind.
  • Alternative Behandlungsmöglichkeiten: viele Tierärzte empfehlen alternative Behandlungen wie zum Beispiel Akkupunktur oder homöopathische Mittel. Diese Behandlungen müssen extra versichert werden.
  • Ungewollte Deckung: wenn Dein Rüde nicht kastriert ist, macht Gelegenheit Liebe. Einige Hundekrankenversicherungen übernehmen die Tierarztkosten für den Halter der Hündin in Folge einer ungewollten Schwangerschaft.
  • Rabattsystem: einige Krankenversicherungen für Hunde bieten die Möglichkeit eines Rabattsystems. Wenn Du also in einem Jahr keine Leistungen in Anspruch genommen hast, kann der Versicherer im Folgejahr einen höheren Gesamtrechnungsbetrag erstatten.

Für welche Hunderassen rechnet sich eine Krankenversicherung

Man könnte vielleicht denken, eine Hundekrankenversicherung lohnt sich nur für große Hunde. Aber auch kleine Hunde können beim Tierarzt ganz schön teuer werden. Die Top 5 der meisten Behandlungen beim Tierarzt zeigen, dass sich eine Krankenversicherung für Hunde jeder Rasse lohnt:

Platz 5: Entzündung der Ohren

Du hast einen Hund mit Schlappohren? Die sind oft recht anfällig für schlimme Ohrenentzündungen. Das feuchtwarme Klima im Ohrinneren ist ein Paradies für Milben. Behandlungskosten: 200 – 500 Euro

Platz 4: Grauer Star

Beim Grauen Star verändert sich die Linse der Augen, was in vielen Fällen zur vollständigen Erblindung führen kann. Betroffen sind Hunderassen, deren Genetik für den Grauen Star verantwortlich ist. Leider kommt es, je nach Züchtung, bei großen wie auch bei kleinen Hunden manchmal zur Trübung der Linse. Auch viele Mischlinge sind betroffen. Behandlungskosten: 1.500 – 2.000 Euro.

Platz 3: Hüftdysplasie

Bestimmte Rassen wie der Schäferhund und andere große Hunde sind häufiger von einer Hüftdysplasie betroffen. Die vollständige Behandlung, inklusive aller Vor- und Nachbehandlungen kann sich über mehrere Monate erstrecken. Behandlungskosten: 2.000 – 5.000 Euro.

Platz 2: Zahnsteinentfernen

Eigentlich keine große Sache, aber die meisten Hunde mögen es nicht besonders, wenn ihnen der Zahnstein entfernt wird. Oftmals wird eine kurze Vollnarkose benötigt. Behandlungskosten: 300 Euro.

Platz 1: Vorsorgeuntersuchungen, Impfung und Wurmkur

Egal welche Rasse: Hunde müssen regelmäßig zum Gesundheitscheck, sie brauchen Impfungen und Wurmkuren. Die Kosten der einzelnen Behandlungen sind zwar überschaubar, aber im Laufe eines Hundelebens kommt eine ordentliche Summe zusammen. Behandlungskosten: 1.500 Euro.

Statistik: Tierarztkosten der häufigsten Erkrankungen und Unfälle bei Hunden in der Schweiz im Jahr 2015 (in CHF) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei  Statista

Vor und Nachteile der Hundekrankenversicherung

Vorteile:

Nachteile:

Kosten werden fast vollständig übernommen

Belege müssen gesammelt und eingereicht werden

Finanzielle Sicherheit für den Halter

Je nach Tarif oft hohe Selbstbeteiligung

Überschaubare und gleichbleibende monatliche Kosten

Schnelle Erstattung der Kosten

Je nach Tarif auch alternative Behandlungen möglich

Schutz im Ausland und bei ungewollter Hundeschwangerschaft

Keine finanziellen Bedenken bei teuren Behandlungen

Lohnt sich eine Hundekrankenversicherung überhaupt?

Einige Hundehalter haben Bedenken, dass sie im Laufe des Tierlebens mehr Beiträge in die Hundekrankenversicherung einzahlen als Kosten beim Tierarzt angefallen wären. Diese Bedenken sind in den allermeisten Fällen unbegründet. Betrachtet man den Verlauf eines „normalen“ Hundelebens, geht man von etwa 10-12 Jahren aus. In dieser Zeit muss das Tier jährlich geimpft werden und bekommt pro Jahr ein bis zwei Wurmkuren. Im besten Fall wir der Hund nie in eine Keilerei verwickelt, aber auch das passiert schneller als man denkt. Zwar muss der andere Hundebesitzer für die Behandlung aufkommen, aber der kann sich recht schnell aus dem Staub machen. Fast jede Rasse kämpft mit altersbedingten Krankheiten, deren Behandlung oft sehr teuer ist. Man sieht also, eine Hundekrankenversicherung lohnt sich in jedem Fall. 

Was kostet die Hundekrankenversicherung?

Die Kosten einer Krankenversicherung für Hunde sind oft ziemlich unterschiedlich. Hundehalter sollten nicht sofort den billigsten Anbieter wählen, denn dort ist die Selbstbeteiligung meistens enorm hoch. Eine reine OP-Versicherung kostet, abhängig der Größe des Hundes, etwa 15 – 20 Euro pro Monat. Für eine Hundekrankenversicherung mit Vollschutz musst Du rund 40 – 60 Euro pro Monat einplanen.

Gerechnet auf ein Hundeleben kostet eine OP-Schutz-Versicherung etwa 2.000 Euro und eine Vollschutz-Versicherung 6.000 Euro. Wenn Du nun an meine beiden Anekdoten zurückdenkst, hätte sich bei Isidor eine Hundekrankenversicherung mit Vollschutz auf jeden Fall gelohnt. Auch für unseren Dackel Igor lohnt sich die Krankenversicherung für Hunde: er ist jetzt drei Jahre alt und die Tierarztkosten (inkl. Vorsorgeuntersuchungen, Wurmkuren und Impfungen) beliefen sich bereits auf 3.340 Euro.

Übrigens: auch eine Hundehaftpflichtversicherung ist durchaus sinnvoll, denn so ein Vierbeiner kann auch mal was kaputt machen. Unser Dackel Isidor hatte im Laufe seines Lebens zwei Anzughosen (Kosten insgesamt 850 Euro), ein Tischbein bei Bekannten (Kosten: 60 Euro) und diverse Paar Schuhe (Kosten insgesamt: 530 Euro) auf dem Gewissen. Zugegeben, er war auch sehr kaufreudig, aber man hat nun mal nicht immer ein Auge auf seinen Hund.

Hund krank Hundekrankenversicherung pin

Hundekrankenversicherung zusammengefasst

  • Finanzielle Sicherheit für den Halter
  • Bestmögliche Behandlungen für den Hund
  • Übernahme von Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Wurmkuren
  • Überschaubare und gleichbleibende monatliche Belastung
  • Krankenschutz auch im Ausland möglich

Julia Schürer

Ich schreibe, lebe und liebe zusammen mit Ehemann Gregor, Sohn Paul und Dackel Igor in München. Seit April 2018 kümmere ich als Redaktionsleitung um mein zweites Haustier; schlappohr.de. Ich bin für die inhaltliche Planung, das Layout und die Weiterentwicklung von "Schlappi" verantwortlich. Natürlich schreibe ich auch gerne über meine persönlichen Erfahrungen als Hundebesitzerin und recherchiere als Expertin rund um die Themen Hund, Katze und Nagetiere.