DONNERSTAG, 24.01.2019 Caro Schulz-Osterloh

Schon sein Name sagt einiges über den Hovawart aus: Das mittelhochdeutsche „hova“ bedeutet „Hof“ und „wart“ „Wächter“. Die ursprüngliche Aufgabe des Hovawarts war es also, Haus und Hof zu bewachen. Und heute?

Charakter und Haltung Hovawart

Der Hovawart wurde ab 1922 aus verschiedenen Schutz- und Wachhunden herausgezüchtet. Daher ist er für diese Aufgaben auch heute noch gut geeignet. Dennoch ist er ebenso als Familienhund sehr beliebt und benötigt den familiären Anschluss.

Wer den Hovawart richtig erzieht und hält, hat mit ihm einen kinderlieben, verträglichen und ausgeglichenen Begleiter. Besonders gut eignet sich der intelligente und lernwillige Vierbeiner für sportliche Menschen, die sich gern an der frischen Luft mit ihm bewegen.

Der Hovawart ist ein sehr selbstständiger und selbstbewusster Hund, der jedoch nicht angriffslustig, sondern ausgeglichen ist. Lediglich wenn er falsch oder gar nicht erzogen wird, neigt er zur Dominanz. Hat er einen Halter, der Kompetenz ausstrahlt und ihm gewaltfrei die Anleitung gibt, die er benötigt, ist er sehr lernwillig. Eine gewisse Selbstständigkeit behält er jedoch auch dann bei.

Der Hovawart braucht von Natur aus viel Beschäftigung. Wird er nicht ausgelastet, macht er sich auch mal selbst auf die Suche nach einer Tätigkeit – nicht immer zur Freude seiner Familie. Wer einen Hovawart adoptiert, sollte also ausreichend Zeit und Energie für ihn übrig haben: mindestens drei bis vier Gassirunden solltest Du pro Tag einplanen, eine davon mit mindestens einer Stunde Lauf am Stück.

Neben körperlicher Auslastung will er auch geistig beschäftigt werden. Denn der mittelgroße, langhaarige Hund, den es in den drei Farbschlägen Blond, Schwarzmarken und Schwarz gibt, ist sehr intelligent.

Mit einem Leben in einer kleinen Wohnung, in der er tagsüber während der Arbeitszeiten täglich mehrere Stunden am Stück alleine ist, wäre ein Hovawart auf Dauer unterfordert. Er benötigt ein Haus mit Garten, in dem er seinen Bewegungsdrang ausleben und sich beschäftigen kann.

Der treue Vierbeiner hängt sehr an seiner Familie. Da er einen ausgeprägten Schutzinstinkt hat, muss er lernen, wann es angebracht ist, diesem zu folgen und wann nicht. Andernfalls könnte es passieren, dass er die Kinder oder sein Revier unangemessen gegen Fremde verteidigt.

Seine Sensibilität und Anhänglichkeit machen es jedoch gut möglich, seine angeborenen Eigenschaften in die richtigen Bahnen zu lenken. Der Hovawart benötigt eine enge Bindung an seine Familie und ist mit der entsprechenden Erziehung und Auslastung ein sehr verträglicher Familienhund, der sehr kinderlieb ist.

Auch wenn die Erziehung konsequent sein sollte, muss sie auf jeden Fall gewaltfrei sein. Du solltest dem tierischen Familienmitglied auch Geduld entgegenbringen. Nur so verdienst Du Dir Respekt bei ihm. Der Hovawart wünscht sich viel Nähe zu seiner Familie und möchte am liebsten immer bei allem dabei sein. Für eine Zwingerhaltung ist das anhängliche und freundliche Tier nicht geeignet.

Spiele und Aktivitäten mit dem Hovawart

Aufgrund des großen Beschäftigungs- und Bewegungsbedürfnisses des Hovawarts ist er der ideale Begleiter für sportliche, aktive Menschen beim Wandern, Joggen, Radfahren oder Reiten. Auch für Hundesport ist das ausdauernde und lernwillige Tier gut geeignet.

Du solltest lediglich darauf achten, dass Du nicht zu früh mit dem Training beginnst, da Hovawarte oft Spätentwickler sind und es durch verfrühte Belastungen zu Wachstumsstörungen und Gelenkproblemen kommen kann.

Am besten holst Du Dir den Rat Deines Tierarztes ein, ab wann Du mit Deinem Hovawart mit dem Hundesport beginnen kannst. Vorab solltest Du auch einen Gesundheitscheck machen. So gehst Du auf Nummer sicher, dass Dein Vierbeiner komplett gesund ist und die sportliche Betätigung ihm guttut.

Der Hovawart ist nicht nur als Freizeitbegleiter und für Hundesport gut geeignet, er lässt sich auch zum Rettungs-, Lawinen-, Such-, Therapie- oder Behindertenhund ausbilden. Er gehört zu den anerkannten Dienst- und Gebrauchshunderassen.

Hovawart: Futter und Ernährung

Der Hovawart hat anders als manche anderen Hunderassen keine speziellen Anforderungen an seine Ernährung und ist in puncto Fütterung generell eher unkompliziert. Dennoch solltest Du natürlich – wie bei allen Tieren – Wert auf die Qualität des Futters legen, da eine gute Versorgung mit Nährstoffen eine wichtige Basis für die Gesundheit ist.

Gerade bei einem so bewegungsfreudigen Tier solltest Du bedenken, dass der Energiebedarf entsprechend höher ist als bei einem sehr ruhigen Hund, der den ganzen Tag vor sich hindöst. Anspruchsvolle Aufgaben wie im Hundesport oder beim Einsatz als Rettungshund können nur zuverlässig gelöst werden, wenn das Tier ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist.

Am besten lässt Du Dir auch hier von Deinem Tierarzt oder einem Futterberater helfen, das richtige Futter und die passende Menge individuell auszuwählen und bei Änderungen des Alltages wieder anzupassen.

Typische Krankheiten des Hovawarts

Die ursprüngliche Anfälligkeit des Hovawarts für Hüftgelenksdysplasie wurde inzwischen durch jahrzehntelange Zuchtauswahl stark eingedämmt. Beim Kauf eines Welpen solltest Du dieses Thema dennoch am besten beim Züchter ansprechen und Dir die Gesundheit bescheinigen lassen.

Auch die häufiger auftretenden Erkrankungen des Knorpels am Kniegelenk – ebenfalls eine Erbkrankheit – werden entsprechend bekämpft. Im Großen und Ganzen sind Hovawarts gesundheitlich sehr robuste Tiere.

Für wen eignet sich ein Hovawart?

Der Hovawart ist kein Anfängerhund, sondern eher für erfahrene Hundehalter geeignet, da er die richtige Erziehung und einen souveränen menschlichen Partner benötigt. Sind diese Voraussetzungen gegeben, eignet sich der Hovawart sehr gut als Familienhund, da er Kindern gegenüber tolerant, freundlich und verspielt ist.

Aufgrund seiner Größe und einer gewissen Tollpatschigkeit beim Spielen sollten die Kinder aber besser nicht mehr zu klein sein. Außerdem sollte er zu sportbegeisterten, aktiven Menschen kommen, die ihn sowohl körperlich als auch geistig fordern und fördern – am besten mit Haus und Garten.