„Aus!“

Dieser Befehl ist dazu da, um Deinen Hund von etwas abzuhalten. Zum Beispiel, wenn er sich an etwas festgebissen hat oder etwas, das er im Maul hat, nicht hergeben will. Als Signal kannst Du das Wort „Aus“ nutzen, alternativ sind auch „Nein“, „Pfui“ oder Ähnliches möglich. Dieses Kommando ist sowohl zum Schutz Deines Hundes als auch für andere sehr wichtig. Du kannst ihn so zum Beispiel davon abhalten, etwas Ungesundes zu fressen oder sich an etwas zu verbeißen, was nicht ihm gehört.

Das Kommando „Aus“ benötigst Du in Situationen, in denen Du Deinen Hund davon überzeugen musst, dass er von etwas ablässt, das er nicht mehr hergeben will. Daher solltest Du ihn davon überzeugen, dass Du ihm etwas Besseres dafür geben kannst. 

Lass ihn etwas ins Maul nehmen, zum Beispiel einen Ball, ein altes Tuch oder eine alte Sockenrolle. Will er den Gegenstand in den Mund nehmen, musst Du sofort mit dem Signalwort reagieren. Lässt er davon ab, belohne ihn mit etwas Leckerem, Lob und Zuneigung. Dadurch lernt er, dass er etwas Besseres bekommt, wenn er Dir den Gegenstand überlässt. Ist Dein Hund hartnäckig und will nicht loslassen, solltest Du hartnäckig bleiben und ihn davon überzeugen, dass Dein Angebot sehr viel schmackhafter oder aufregender ist als das, was er nicht mehr hergeben will.

„Sitz!“

Wie der Name schon sagt, soll sich Dein Hund hinsetzen. Dieses Kommando ist dafür geeignet, ihn zu beruhigen und seine Aufmerksamkeit auf Dich zu lenken. Beibringen kannst Du es Deinem Hund, indem Du Leckerlis zur Hand nimmst. Zeige ihm das Futter und hebe Deine Hand über seinen Kopf. Er wird sich automatisch hinsetzen, um die Nascherei besser im Blick halten zu können. Gleichzeitig solltest Du das Kommando „Sitz!“ anbringen. Du kannst zusätzlich ein Handzeichen mit einbauen, zum Beispiel einen ausgestreckten Zeigefinger. So bringst Du ihm zwei Signale bei, auf die er simultan achten kann. Natürlich musst Du Deinen Liebling dann auch belohnen, wenn er sich setzt, damit er lernt, was das Kommando bedeutet.

„Platz!“

Das Kommando „Platz“ ähnelt dem Prinzip von „Sitz“: Dein Hund soll sich beruhigen. Dazu legt er sich in diesem Fall allerdings hin. Es ist sinnvoll, Deinem Liebling diesen Befehl erst beizubringen, wenn er bereits auf das Sitz-Kommando hört. Auch hier lässt sich das erwünschte Verhalten wieder mit Leckerlis beibringen.

Lege Deine Hand, in der sich die Nascherei für Deinen Hund befindet, mit geschlossenen Fingern vor ihm auf den Boden. Bewegst Du Deine Hand nun von Deinem Liebling weg, wird er sich hinlegen, um näher am Futter zu sein. Sobald er komplett liegt, musst Du das Kommando „Platz“ geben und ihn belohnen. Wie bei Sitz kannst Du das gesprochene Signal mit einer Geste kombinieren. Zum Beispiel mit einer geöffneten Hand, deren Handfläche nach unten zeigt und die Du nach unten senkst.

Bei kleinen Hunden kann es sein, dass diese Variante des Trainings nicht reicht. Für sie gibt es einen anderen Trick. Suche eine kleine Öffnung, durch die sie müssen, um an das Leckerli zu gelangen. So garantierst Du, dass sie sich während des Trainings auch hinlegen. Geeignet sind zum Beispiel ein Stuhl oder die Öffnung unter Deinem angewinkelten Bein. Auch hier versteckst Du wieder etwas Leckeres in deiner geschlossenen Hand. Ziehe diese so durch die Öffnung, dass Du Deinen Hund hindurchlockst. Achte aber darauf, dass er dabei liegt. Sobald er eine liegende Position eingenommen hat, gibst Du das Kommando „Platz“ und belohnst ihn.

Bei beiden Wegen ist es wichtig, sie solange regelmäßig zu wiederholen, bis Dein Hund auf den Befehl hört. Vergiss aber nie, ihn auch zu belohnen. Nach und nach solltest Du darauf verzichten, einen Stuhl oder Dein Bein zur Hilfe zu nehmen. Immerhin soll sich Dein Liebling irgendwann von allein hinlegen. Nach einigen Übungseinheiten solltest Du aufrecht stehen können und Deinen Hund dennoch erfolgreich „Platz“ machen lassen.

„Bleib!“

Die nächste Stufe nach „Sitz“ und „Platz“ ist das Kommando „Bleib“. Dein Hund soll auf der Stelle stehen bleiben und warten. Dabei musst Du Deinem Liebling Geduld beibringen. Das funktioniert am besten, wenn Du ihn Platz machen lässt und einige Schritte von ihm weggehst. Halte Blickkontakt und achte darauf, dass er seine Position nicht verlässt. Wenn er aufstehen und zu Dir kommen möchte, gib ihm erneut das Bleib-Kommando und zeige mit einem Handzeichen, zum Beispiel einer geöffneten Hand, deren Fläche zum Hund zeigt, dass er an der Stelle bleiben soll.

Sollte Dein Hund trotzdem aufstehen, solltest Du ihn wieder in Position bringen und das Training von vorn beginnen, vergiss dabei nicht, ihn zu loben, wenn er liegt und bleibt. Nach und nach solltest Du die Dauer, in der Dein Liebling bleiben soll, verlängern. Später kannst Du ihm auch den Rücken zuwenden. Diese Übungen kannst Du mit dem „Komm“-Befehl abschließen. So rufst Du Deinen Hund zu Dir und kannst ihn für seine Leistung belohnen.

„Komm!“

Mit „Komm“ rufst Du Deinen Hund zu dir. Das Kommando ist nicht nur hilfreich, wenn Du die Befehle Sitz oder Platz auflösen möchtest, sondern kann auch in Gefahrensituationen verwendet werden. Du kannst das Signalwort mit einer entsprechenden Geste kombinieren, um Deinem Hund auch visuell zu zeigen, was Du möchtest. Strecke zum Beispiel Deinen Arm senkrecht in die Höhe.

Um diesen Befehl und das entsprechende Verhalten zu üben, beginnst Du am besten damit, Deinen Liebling „Sitz“ oder „Platz“ machen zu lassen. Er muss lernen, in der entsprechenden Situation so lange zu verharren, bis Du ihn mit „Komm“ zu Dir rufst. Gibst Du das Kommando und er kommt sogleich zu dir, belohne ihn mit Leckerlis, Lob und Streicheleinheiten. Zögert er, versuche ihn dazu zu animieren, zu Dir zu kommen. Zum Beispiel durch Gesten. Nach und nach solltest Du die Entfernung und die Dauer in der Sitz- oder Platzposition verlängern.

„Hier!“

Während das „Komm“-Kommando eine Position wie „Sitz“ oder „Platz“ auflöst und es daher als „Freigabezeichen“ gilt, soll der „Hier“-Befehl die Aufmerksamkeit Deines Hundes voll und ganz auf Dich lenken. Mit „Komm“ löst Du eine Spannung auf, indem Du Deinen Vierbeiner motivierst, zu Dir zu kommen. Das „Hier“-Kommando baut Spannung auf, indem Du ihn von etwas ablenkst, auf das seine Aufmerksamkeit gerichtet ist und diese auf Dich ziehst.

Das Training solltest Du an einem ruhigen, eher abgeschiedenen Ort beginnen, an dem es nicht viel Ablenkung gibt. Verwende zur Sicherheit eine lange Leine. Lasse Deinen Liebling herumtollen und erkunden und warte auf einen Moment, in dem er völlig von Dir abgelenkt ist. Rufe ihn dann beim Namen. Wenn er Dir gegenüber wieder aufmerksam ist, gib das Kommando „Hier“ und vollführe am besten die gleiche Geste, die Du auch verwendest, wenn Du den Befehl „Komm“ gibst. Dann sollte Dein Hund zu Dir kommen.

Kommt er allerdings nicht, solltest Du ihn zu Dir locken oder leicht an der Leine ziehen, damit er besser versteht, was Du von ihm möchtest. Bewegt er sich eher zögerlich in Deine Richtung, motiviere ihn weiter, zu Dir zu kommen und belohne ihn anschließend. So lernt er, dass es sich lohnt, immer zu Dir zu laufen, wenn Du nach ihm rufst. Ist Dein Vierbeiner bei Dir, kannst Du ihn nach seiner Belohnung direkt wieder wegschicken und so das Kommando auflösen.

Achtung: Wende das Kommando nur an, wenn Du die Aufmerksamkeit Deines Hundes wieder auf Dich gezogen hast. Reagiert er nicht auf Dich, wenn Du seinen Namen rufst, kannst Du Dich von ihm entfernen und Dich verstecken. Behalte ihn dabei aber immer im Auge. So lernt er, dass es Konsequenzen hat, wenn er nicht auf Dich hört.