Giardien beim Hund erkennen und behandeln

DONNERSTAG, 27.12.2018 Julia Weinzierler

Durchfall und Erbrechen sind beides Anzeichen für Giardien beim Hund. Das ist nicht nur unangenehm für das Tier, sondern auch gefährlich. Diese Form der Darmparasiten kommt besonders häufig im Welpenalter vor. Damit Du weißt, was Du im Notfall tun musst, hat Dir unsere Redakteurin alle wichtigen Informationen zusammengestellt.

Was sind Giardien beim Hund?

Giardien sind kleine Mikroben, die im Darm leben. Viele Hunde tragen den Erreger im Körper. Die Krankheit Giardiose bricht jedoch vor allem bei Welpen und älteren Tieren aus, während Vierbeiner mit einem gesunden Immunsystem die Krankheit oft umgehen können.

Doch besonders für Welpen, die vom Muttertier getrennt werden und sich in einer ungewohnten Umgebung – wie Deinem Zuhause – zurechtfinden müssen, können die Erreger schlimme Folgen haben, da die neuen Erlebnisse Stress bedeuten. Auch ältere oder kranke Tiere haben ein erhöhtes Risiko zu erkranken.

Giardien beim Hund: Symptome

Dir wird in der Regel sehr schnell auffallen, dass bei Deinem Hund eine Giardiose ausgebrochen ist, da sich der Allgemeinzustand Deiner Fellnase merklich verschlechtern wird. Ohne Behandlung können Giardien für Deinen Hund schlimme Folgen haben.

Bei auch nur einem der folgenden Symptomen solltest Du daher unbedingt einen Arzt aufsuchen – vor allem wenn Dein Hund sehr jung oder alt ist oder schon mit einer anderen Krankheit zu kämpfen hat:

  • Extremer schleimiger Durchfall mit gelb-grünlicher Farbe und üblem Geruch
  • Durchfall kann blutig werden
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Zeitweise kann leichtes Fieber auftreten

Eine Ansteckung geht schnell

Die schlimmen Symptome zehren nicht nur am Körper Deines Hundes, sondern auch an Deinen Nerven. Daher ist es nur logisch, dass Du eine Ansteckung vermeiden möchtest. Leider kannst Du kaum etwas tun, um Deine Fellnase zu schützen.

Denn die Übertragung kann bereits über den Kot eines anderen Tieres erfolgen. Dabei reicht schon eine kleine Menge, um Dein Tier zu infizieren. Einmal am falschen Grashalm geschnüffelt, die Nase abgeschleckt – und schwups, trägt Dein Liebling die Erreger in sich.

Giardien beim Hund: Die richtige Behandlung

Am wichtigsten ist, dass Du schon bei Verdacht auf eine Infektion durch Giardien bei Deinem Hund für die Behandlung Kotproben für den Arzt sammelst und diesem dann auch schnellstmöglich einen Besuch abstattest. Symptome wie Gewichtsverlust bis hin zu Schwächeanfällen können mit der richtigen Behandlung vermieden werden. Der Tierarzt Deines Vertrauens berät Dich zudem über alle weiteren Behandlungsschritte.

Dein Arzt wird bei Giardien-Befall Deines Hundes eine Therapie einleiten. Meist wird Dein Hund medikamentös behandelt, daneben wird ein Ernährungsplan erarbeitet. Die Behandlung Deines Tieres wird einige Zeit benötigen, sollte aber mit größter Sorgfalt von Dir durchgeführt werden – sonst waren alle Mühen umsonst.

Hygiene ist das A&O

Neben der Behandlung durch den Arzt, musst Du in Deiner Umgebung Maßnahmen treffen, da eine Reinfektion mit Giardien bei Deinem Hund immer möglich ist. Daher ist elementar, dass Du auf absolute Hygiene bei allen Dingen achtest, mit denen Dein Hund in Berührung kommt.

Es ist ein sehr mühsamer Prozess, der vor allem Deine Zuhause betrifft, aber ebenso den Garten und andere Bereiche, in denen sich Dein Vierbeiner aufhält. Alle Oberflächen müssen desinfiziert, alle Näpfe, Spielzeuge und Textilien heiß gewaschen werden.

Zur Vorbeugung helfen Inkontinenzmatten und Zeitungspapier. Ebenfalls wichtig ist Deinen Hund sauber zu halten. So solltest Du ihn nach jedem Geschäft mit Babyfeuchttüchern abwischen und gegebenenfalls baden.

Psychische Folgen nicht vernachlässigen

Bei der gesamten Behandlung und allen Vorsichtsmaßnahmen solltest Du aber nie vergessen, dass die Psyche Deines Hundes unter diesen schweren Umständen stark angegriffen wird. Durchfall ist keinesfalls schön, aber gerade im Welpenalter ist Kontakt zu Deinem kleinen Hund sehr wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden.

Signalisiere Deinem Hund niemals Abneigung oder Ekel, um Sozialisierungsstörungen zu vermeiden. Lass ihn zudem so oft wie möglich an die frische Luft, um den Druck zu nehmen – denn Stubenreinheit bekommt bei Durchfall eine ganz andere Dimension.

Giardien beim Hund: Die richtige Ernährung ist wichtig

Haben Giardien Deinen Hund befallen, solltest Du auf die richtige Ernährung achten. Denn die Einzeller zehren von Deinem tierischen Freund und rauben ihm damit Energie. Folgende Ernährungstipps können Deiner Fellnase durch die schwierige Zeit helfen:

  • Füttere kohlenhydratarmes Futter um Giardien auszuzehren – aber nur in Absprache mit Deinem Arzt
  • Füttere etwa 30 Minuten vor der regulären Mahlzeit eine Möhrensuppe, da das Gemüse die Darmdünnwand besetzt und die Mikroben mit dem Essen herausgeschwemmt werden können
  • Auch wenn es Deinem Hund besser geht hilft Schonkost, die leicht verdaulich ist, aber dennoch Nährstoffe enthält

Eine Infektion mit Giardien ist für Deinen Hund äußerst unangenehm und kann sich zu einem dauerhaften Problem entwickeln. Daher ist es nicht nur wichtig, dass Du frühzeitig einen Tierarzt aufsuchst, sondern auch sofort alle nötigen Hygienemaßnahmen einleitest. Es ist lästig, alles entsprechend sauber zu halten – doch eine erneute Infektion ist immer möglich. Dann muss die Behandlung von vorne beginnen, mit all ihren unangenehmen Nebenwirkungen. Wichtig ist vor allem eines: Wende dich nicht von Deinem Hund ab, sondern unterstütze ihn in dieser schwierigen Situation.

Giardien Hund pin

Giardien beim Hund: Was tun?

Wenn Du bemerkst, dass Dein Hund häufig Durchfall hat, kann es sich um eine Infektion von Giardien handeln. Vor allem Welpen und ältere oder kranke Hunde sind betroffen und müssen unbedingt von einem Arzt behandelt werden. Daneben solltest Du auf eine ausreichende Hygiene achten, um eine Wiederansteckung zu vermeiden. Vor allem, da die Behandlung einer Giardiose sehr kräftezehrend sein kann, solltest Du sehr sorgfältig vorgehen. Bei allen Maßnahmen darfst Du aber eine Sache nicht vergessen: Vor allem im Welpenalter durchläuft Dein Hund wichtige Sozialisierungsschritte, weswegen Du immer liebevoll mit ihm umgehen solltest.

Julia Weinzierler