Parasitenbefall durch Flöhe, Zecken, Würmer und Co.

Hunde erkunden gerne die Welt und treiben sich in Ecken herum, in die sich ein Mensch nie hineinwagen würde. Kein Wunder also, dass sie von Parasiten befallen werden, die im hohen Gras oder im Gebüsch auf Beute lauern. Gefährlich wird es nur in seltenen Fällen, allerdings solltest Du Deinen Hund immer gut im Auge behalten. Denn ein Parasitenbefall kann, je nachdem, welche Schädlinge sich Deinen Hund als Wirt aussuchen, nicht nur zu Hautproblemen führen, sondern auch zu anderen Krankheiten wie zum Beispiel einer Ohrenentzündung.

Einen Flohbefall erkennst Du daran, dass Dein Gefährte unter Juckreiz leidet und sich vermehrt kratzt und beißt. Zudem befinden sich auf der Haut verräterische Bisse. Lebensbedrohlich sind Flöhe nicht, aber sie können Bandwürmer übertragen oder eine Allergie gegen ihren Speichel auslösen. Gegen Flöhe helfen entsprechende Medikamente oder ein Flohhalsband.

Bei Zecken musst Du oft genau hinschauen und das Fell Deines Hundes durchforsten, um die kleinen Blutsauger zu finden. Hier ist Gründlichkeit wichtig, denn die gefährlichen Zecken übertragen Krankheiten wie FSME oder Borreliose mit ihrem Biss. Wenn Du so ein Spinnentier findest, das sich an Deinem Liebling festgebissen hat, solltest Du es umgehend und vorsichtig entfernen. Zur Sicherheit solltest Du danach die Stelle nochmals überprüfen.

Auch ein Wurmbefall kommt bei Hunden häufig vor. Normalerweise verkraftet ein Hund das gut, doch in manchen Fällen kann der Befall Ursache für Blutarmut, Mangelernährung oder andere Krankheiten sein. Daher solltest Du darauf achten, zweimal im Jahr eine Wurmkur bei ihm durchführen zu lassen.

Tumorerkrankungen

Oft beginnt es damit, dass Frauchen oder Herrchen beim Streicheln und Kuscheln einen Knubbel oder Knoten ertastet. Wenn Dir das auch passiert, machst Du Dir zurecht Sorgen, und Du solltest auf jeden Fall ein paar Dinge im Auge behalten. Wird die Beule größer? Wenn ja, wie schnell? Wo befindet sie sich? Leidet Dein Hund unter Schmerzen? Frisst er noch oder verliert er an Gewicht? Hast Du einmal so eine Geschwulst gespürt, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Vor allem ältere Hunde erkranken häufig an Tumorerkrankungen. Auch manche Hunderassen sind vermehrt von der Tumorbildung betroffen.

Wenn sich im Körper Deines Hundes ein Tumor bildet, heißt das nicht zwangsläufig, dass er an bösartigem Krebs leidet. Gutartige Tumore, auch Lipome genannt, sind Fettgeschwulste. Solange sie Deinen Liebling nicht einschränken, müssen sie nicht entfernt werden. Kritisch wird es erst dann, wenn sie zum Beispiel die Atemwege abdrücken oder ihn beim Laufen behindern. Ein bösartiges Geschwür muss allerdings durch eine Operation entfernt werden. Zusätzlich gibt es auch Chemo- und Strahlentherapieren.

Hüftgelenk-Dysplasie (HD)

Die Hüftgelenk-Dysplasie (HD) betrifft vor allem große Hunderassen und wird häufig in den ersten 15 Lebensmonaten eines Hundes diagnostiziert. Die Krankheit ist ein Leiden, das häufig durch Überzüchtung entsteht. Dabei passt der Gelenkkopf des Oberschenkelknochens nicht in die Gelenkpfanne. Durch die Fehlstellung wird das Gelenk überbeansprucht und Knorpel reibt sich ab.

Die Schwierigkeit bei dieser Krankheit liegt darin, dass sie mitunter nicht erkannt wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Symptome nicht deutlich genug auftreten oder der Hund seine Schmerzen verbirgt. Warnzeichen sind Schmerzen beim Laufen oder ein seltsamer Gang. Das siehst Du daran, dass das Becken leicht seitwärts positioniert ist. Auch wenn ein Knacken beim Gehen zu hören ist oder ein eigentlich fit wirkendes Tier sich während des Gassigehens mehrfach hinlegt, sind das Warnsignale für HD.

Die Gelenke von an HD erkrankten Hunden sollten auf jeden Fall geschont werden. Kurze Spaziergänge sind besser als lange. Du solltest darauf achten, dass die Gelenke nicht zu sehr belastet werden. Sprünge und Treppensteigen sollten vermieden werden. Stattdessen tut es unter HD erkrankten Hunden gut, wenn sie schwimmen gehen. Auf Empfehlung des Tierarztes können auch entzündungshemmende Nahrungsmittel Sinn machen wie beispielsweise Grünlipp-Muschel. In schweren Fällen muss häufig operiert oder eine künstliche Hüfte eingesetzt werden. Eine Hüftgelenk-Dysplasie sollte unbedingt behandelt werden, da sie zu Arthrose führen kann.

Arthritis und Arthrose

Merkmale von Arthritis und Arthrose sind, wenn Dein Hund starke Schmerzen beim Gehen oder Aufstehen hat. Auch ein sonst aktives und lebendiges Tier, das kaum noch aufsteht, kann unter einer der beiden Krankheiten leiden. Wirkt Dein Hund steif und unbeweglich, ist das ein weiteres Warnzeichen.

Bei Arthritis und Arthrose handelt es sich um sehr schmerzhafte Gelenkerkrankungen, die vor allem alte, übergewichtige und überbeanspruchte Hunde betreffen. Arthritis ist eine Entzündung des Gelenks. Bei Arthrose hingegen wurde das Gewebe am Knorpel abgenutzt, weswegen die Gelenkknorpel aneinander reiben. Betroffene Körperstellen sind dabei die Gelenke, also Ellenbogen, Hüfte, Knie, Schulter oder die Wirbelsäule.

Leider gibt es keine Möglichkeit, die beiden Erkrankungen zu heilen. Dir bleibt nur, die Belastung für das Tier so gering wie möglich zu halten und bereits auftretende Symptome zu mildern. Das funktioniert beispielsweise durch schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente oder Nahrungsmittel, wie zum Beispiel der Grünlipp-Muschel. Auch ist es wichtig, überbeanspruchte Tiere zu schönen, indem Du keine extremen Sportarten mehr mit ihnen ausübst. Zudem solltest du Deinen Hund schonen und darauf achten, dass er nicht zu lange unterwegs ist und auch Pausen einlegt. Auch Treppensteigen oder Springen sollte vermieden werden. Übergewichtige Tiere müssen auf Diät gesetzt werden, um das Gewicht zu reduzieren und Gelenke nicht mehr so stark zu belasten.

Dackellähmung

Bei der Dackellähme, auch Diskopathie oder Teckellähme genannt, handelt es sich um eine Wirbelsäulenerkrankung. Sie betrifft überwiegend Hunderassen mit kurzen Beinen, also beispielsweise Möpse, Spaniel, Zwergpudel, Pekinesen, einige Terrierrassen sowie Französische und Englische Bulldoggen. Dackellähme tritt häufig bei einem Tier auf, das zwischen zwei und sieben Jahren alt ist. Bei dieser besonders gravierenden Form des Bandscheibenvorfalls werden Nerven im Rückenmark gequetscht, die im schlimmsten Fall absterben. Das kann zu einer Querschnittslähmung führen.

Begünstigt wird das Auftreten der Dackellähme, wenn der Körper Deines Hundes oft stark belastet wird, zum Beispiel durch hohe Sprünge, Treppensteigen oder Übergewicht. Warnzeichen sind Schmerzen in den Beinen oder im Rücken, wenn Dein Hund seine Beine nicht mehr richtig einsetzen kann oder gar humpelt oder lahmt. Schon wenn er nicht mehr selbst springen will und seltsam steif oder wackelig wirkt, solltest Du ihn schonen. Bei Verdacht auf Dackellähme solltest Du mit Deinem Vierbeiner am besten schnellstmöglich zum Tierarzt, selbst wenn es so wirkt, als würden die Symptome abklingen. So kann Deinem kleinen Vierbeiner besser geholfen werden. Je nach Schweregrad der Dackellähme gibt es bestimmte Behandlungsmöglichkeiten, die von bloßer Schonung über den Einsatz von Medikamenten oder Physiotherapie bis hin zur Operation reichen. In besonders gravierenden Fällen kommt ein Hunderollstuhl zum Einsatz. Die Erkrankung ist zwar therapierbar, aber nicht heilbar. Ist eine Bandscheibe einmal geschädigt, bleibt dies auch so.

Allergien und Unverträglichkeiten

Je nachdem, welche Allergie oder Unverträglichkeit vorliegt, gibt es unterschiedliche Symptome wie Durchfall, Erbrechen oder andere allergische Reaktionen, die auf den Kontakt oder die Aufnahme bestimmter Stoffe folgen. Verträgt Dein Hund bestimmte Lebensmittel nicht, muss durch eine Diät herausgefunden werden, um welchen Stoff es sich handelt. Dabei wird nach und nach auf bestimmte Stoffe verzichtet und getestet, wie das Tier reagiert. Bleibt eine allergische Reaktion aus, kann das Futter weitergegeben werden. Das wird solange durchgeführt, bis herausgefunden wird, um welches Lebensmittel es sich handeln könnte. Wie auch bei Menschen gibt es mittlerweile spezielle Nahrungsmittel oder Ersatzprodukte, um unverträgliche Stoffe ersetzen zu können.

Diabetes mellitus

Auch Hunde können an Diabetes erkranken. Dabei handelt es sich um eine Stoffelwechselkrankheit, bei der das Hormon Insulin nicht mehr ausreichend in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Warnzeichen sind dabei ähnlich wie beim Menschen: Das Tier hat viel Durst, trinkt und uriniert viel. Auch ein Gewichtsverlust trotz hoher Nahrungsaufnahme ist häufig ein Symptom für die Zuckerkrankheit. Je nach Schweregrad und Typ des Diabetes gibt es bestimmte Behandlungsmethoden, die in günstigen Fällen die Krankheit auch besiegen können. Im Normalfall wird dem tierischen Patienten Insulin gespritzt, auch kann er mit einer Infusion versorgt werden. In den meisten Fällen folgt außerdem eine Ernährungsumstellung. Ernst nehmen solltest Du die Krankheit auf jeden Fall, damit Dein Hund keine dauerhaften Stoffwechselprobleme bekommt. Im schlimmsten Fall kann er daran sterben.

Augenentzündung und Grauer Star

Wenn Dir bei Deinem Hund auffällt, dass seine Augen gerötet sind und tränen, er sie häufig reibt, zukneift oder Dein Vierbeiner übermäßig viel blinzelt, könnte er an einer Augenentzündung leiden. Hervorgerufen wird sie zum Beispiel durch Schmutz oder eine Verletzung am oder im Auge. Auch Zugluft kann ein Auslöser sein. Wenn Dein Liebling betroffen ist, solltest Du mit ihm zum Tierarzt gehen, um das Auge behandeln zu lassen. So beugst du permanenten Schäden vor, die bis zur Blindheit führen können. Bei einem erkrankten Hund helfen Augentropfen oder eine -salbe.

Bei Grauem Star wird das Auge trüb und es färbt sich – wie der Name der Krankheit schon sagt – grau. Solltest Du das an Deinem Hund wahrnehmen, solltest Du schnellstmöglich zum Tierarzt, damit er Deinem Liebling helfen kann. Anders als bei einer Entzündung kann die Erkrankung nicht mit Tropfen oder einer Salbe behandelt werden. Um Grauen Star zu entfernen, muss operiert werden. Allerdings ist das nicht für jeden Hund und jeden Halter die beste Option. Ein Arzt berücksichtigt bei der Diagnose verschiedene Faktoren wie das Alter oder den Gesundheitszustand des Hundes, bevor er eine Einschätzung gibt, ob eine Operation sinnvoll ist.

Magendrehung

Die Magendrehung ist eine sehr gefährliche Krankheit, an der vor allem große Hunderassen leiden, die aber alle Hunde treffen kann. Um das Risiko dafür möglichst klein zuhalten, solltest Du darauf achten, dass Dein Liebling nicht übermäßig schlingt und er nach dem Fressen nicht zu wild herumtobt. Besser ist es außerdem, kleinere Mahlzeiten als große zu servieren. Denn im Ernstfall kann es sehr gefährlich werden: Der Magen dreht sich um die eigene Achse. Dadurch werden Speiseröhre, Darmeingang und Blutgefäße abgeschnürt. Der Hund bricht daraufhin zusammen und muss sofort zum Tierarzt, wo eine Notoperation durchgeführt wird.

Ohrenentzündung

Wie bei Menschen kann eine Ohrenentzündung (Otitis) auch beim Hund das Innen-, Mittel- oder Außenohr betreffen, wobei die häufigste Form bei Hunden die Außenohrentzündung ist. Auslöser für eine Otitis können Parasiten, Pilze, Milben oder Bakterien sein. Um den Ausbruch zu verhindern, ist es deswegen sinnvoll, wenn Du die Ohren Deines Hundes regelmäßig reinigst, um ihn von den Auslösern zu befreien. Wenn Dein Liebling sich außergewöhnlich häufig an den Ohren kratzt, das Ohr unangenehm riecht, du Rötungen oder (eitrigen) Ausfluss feststellst, solltest Du einen Tierarzt aufsuchen. Ist Dein Hund erkrankt, kann er durch Tropfen und Antibiotika behandelt werden. Zudem werden die Ohren gereinigt, damit die Ursachen getilgt werden.