Bindehautentzündung ist eine recht häufige Augenerkrankung beim Hund, deren Fachbegriff „Konjunktivitis“ lautet. Sie kann unterschiedliche Formen annehmen und auch ansteckend sein oder chronisch werden. Wie kommt es zu einer Bindehautentzündung beim Hund und woran erkennst Du sie? Welche Behandlung wird der Tierarzt vornehmen und wie kannst Du am besten vorbeugen, dass Dein Vierbeiner gesund bleibt?

BINDEHAUTENTZÜNDUNG BEIM HUND: DIE URSACHEN

Konjunktivitis kann sowohl eine eigene Erkrankung sein, als auch als Begleiterscheinung bei anderen Schwierigkeiten wie Infektionskrankheiten oder trockenen Augen auftreten. Genau genommen handelt es sich dabei um eine Entzündung der Lidbindehäute.

Mögliche Ursachen für eine Bindehautentzündung:

  • Erreger wie Bakterien, Viren, Mykoplasmen, Pilze oder Parasiten
  • Reizung des Auges durch Zugluft, Staub, Zigarettenrauch oder Fremdkörper
  • Allergieauslösende Stoffe wie Pollen
  • Augenerkrankungen wie zu geringe Produktion von Tränenflüssigkeit
  • Rassetypische Anfälligkeit

Bindehautentzündung beim Hund kann ansteckend sein oder nicht. Ansteckend ist sie, wenn infektöse Erreger die Ursache sind wie Bakterien, Viren, Mykoplasmen, Pilze oder Parasiten. Häufig liegt in diesem Fall bereits eine andere Erkrankung vor, die das Immunsystem schwächt und so die Augen anfälliger macht. Es gibt auch Krankheiten, die Auslöser einer Bindehautentzündung beim Hund sein können wie Staupe oder Zwingerhusten, wogegen geimpft werden kann. Da Bakterien auch für Menschen ansteckend sind, sollte man sich nach Berührung des Hundes die Hände waschen, um eine Übertragung zu vermeiden.

Die nicht ansteckende Form der Konjunktivitis liegt vor, wenn sie durch Fremdkörper im Auge wie Staub oder durch Zugluft ausgelöst wurde. Auch Allergien können die Ursache für Bindehautentzündung sein. Ebenso wie nicht ansteckende Augenkrankheiten wie eingerollter oder ausgestülpter Lidrand, zu geringe Produktion von Tränenflüssigkeit oder ein verstopfter Tränennasengangkanal.

Einige Hunderassen sind anfälliger für Bindehautentzündungen als andere, darunter kurznasige Rassen, Rassen mit hängenden unteren Augenlidern und Rassen mit vielen Gesichtshautfalten wie Mops, Bulldogge, Shar-Pei, Bernhardiner oder Basset. Auch behaarte Lidränder wie beim Cockerspaniel oder Bluthund sind häufige Auslöser.

Bindehautentzündung bei Hunden kann akut oder chronisch sein. Im akuten Fall treten die Entzündungen plötzlich auf, im chronischen Fall hat der Vierbeiner die Konjunktivitis schon länger.

Woran erkennst Du eine Bindehautentzündung beim Hund?

Die Entzündung kann sowohl nur bei einem als auch bei beiden Augen auftreten. Erkennbar ist sie an einer Rötung der Bindehäute der betroffenen Sehorgane, Tränen und Ausfluss. Juckreiz und Schmerzen können dazu führen, dass der Hund sich vermehrt die Augen reibt und kratzt, blinzelt und menschliche Berührungen in der Nähe der Augen zu vermeiden versucht. Auch plötzliche Lichtempfindlichkeit kann ein Hinweis auf Konjunktivitis sein – ebenso wie Schwellungen der Bindehaut.

Behandlung der Bindehautentzündung beim Hund

Wenn Dein Vierbeiner eine Bindehautentzündung hat, solltest Du immer zum Tierarzt gehen. Eine Konjunktivitis kann – wie schon erwähnt – chronisch werden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird und langfristig unbehandelt sogar zur Erblindung führen. Außerdem ist sie häufig sehr schmerzhaft für das Tier und nicht nur eine Kleinigkeit, wie manchmal angenommen wird. In manchen Fällen, wie beispielsweise bei Verletzungen, ist es außerdem wichtig, sofort zu handeln, um das Auge zu erhalten.

Um für die Bindehautentzündung beim Hund die passende Behandlung zu finden, wird der Tierarzt ihn zuerst gründlich untersuchen. Auf diese Art und Weise findet er eine der oben genannten Ursachen heraus und wird entsprechend eine der folgenden Maßnahmen einleiten:

  • Ambulante Entfernung von Fremdkörpern
  • Operative Entfernung von Fremdkörpern
  • Entzündungshemmende Augensalben oder -tropfen
  • Antibiotika in Form von Augensalben oder -tropfen
  • Einsatz von Antipilzmitteln oder Antiparasitika
  • Bei Allergien möglicherweise kortisonhaltige Augensalben oder -tropfen

Zur Entfernung kleinerer Fremdkörper aus dem Auge wird der Tierarzt möglicherweise das Augenlid nach außen stülpen, um den Übeltäter zu finden. Eine Operation kann in besonders schwierigen Fällen nötig sein, wenn beispielsweise ein Splitter im Auge steckt oder sich eine Zecke dort festgesaugt hat. Vermutet der Tierarzt dagegen eine ansteckende Infektion, wird er erst mal einen Abstrich vornehmen und diesen im Labor untersuchen. Vom Ergebnis hängt dann auch ab, was der Tierarzt für die Bindehautentzündung beim Hund für ein Medikament auswählt. Meistens handelt es sich um Augensalben oder -tropfen, die je nach Ursache unterschiedliche Wirkstoffe enthalten. Ist eine Allergie die Ursache, kann eine Hyposensibilisierung langfristig zur Lösung des Problems führen. Dabei wird das Tier in einer längeren Therapie an die allergieauslösenden Stoffe gewöhnt, bis es idealerweise keine Symptome mehr hat.

Wer die Bindehautentzündung beim Hund kurieren möchte, sollte auf jeden Fall den Tierarzt das passende Medikament auswählen lassen und nicht allein daran herumdoktorn. Auch wer Hausmittel einsetzen möchte, sollte dies nur in Absprache mit einem fachkundigen Tiermediziner tun und nur nach einem dortigen Besuch mit gründlicher Untersuchung, um die Ursache zu klären. Im Fall einer harmloseren Ursache wie Staub im Auge kann nach dessen Entfernung dem Tier mit Augentrost etwas Schmerzlinderung verschafft werden. Sollte sich der Zustand des Patienten wieder verschlechtern, solltest Du aber umgehend den Tierarzt aufsuchen. Kamillentee eignet sich entgegen häufiger Annahme nicht zur Behandlung der Augen bei Hunden, da er die Schleimhäute austrocknet.

Die Dauer einer Bindehautentzündung beim Hund fällt je nach Ursache unterschiedlich aus. Sie kann nach wenigen Tagen ohne Komplikationen kuriert sein, es kann aber auch Wochen dauern, vor allem bei ernsthaften Infektionen. Während dieser Zeit muss der Tierhalter regelmäßig die benötigten Medikamente verabreichen bzw. ins Auge träufeln. In der Regel heilt die Konjunktivitis beim Hund bei richtiger und rechtzeitiger Behandlung gut und ohne größere Komplikationen aus. Es gibt aber auch Bindehautentzündungen, die lebenslang behandelt werden müssen.

Wie kann man einer Bindehautentzündung beim Hund vorbeugen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einer Konjunktivitis beim Hund vorzubeugen. Du solltest darauf achten, dass Dein Hund auf seinem Platz oder häufig besuchten Orten keinen Zug bekommt. Kleine Vierbeiner sind in Bodennähe von Luftströmen in der Wohnung betroffen, die ein Mensch möglicherweise nur bemerkt, wenn er gezielt nachkontrolliert. Im Winter kann es nötig sein, Ritzen unter Türen oder Fenstern mit Zugluftstoppern abzudichten. Im Sommer sollte die Klimaanlage nicht pausenlos laufen und keinesfalls über dem Platz des Hundes installiert sein. Auch das Öffnen des Fensters beim Autofahren kann Augenentzündungen zur Folge haben. Vielen Hunden macht es Spaß, bei der Fahrt den Kopf aus dem Auto zu strecken – dies kann jedoch für die Augen alles andere als gesund sein. Wenn Du Deinem Hund diese Freude dennoch nicht nehmen willst oder eingefleischter Cabrio-Fahrer bist, solltest Du ihm während der Fahrt eine entsprechende Cabrio-Brille aufsetzen, die das Eindringen von Zugluft verhindert. Bei rassebedingten Augenproblemen bleibt auch zur Vorbeugung nur die Rücksprache mit dem Tierarzt.

BINDEHAUTENTZÜNDUNG BEIM HUND: ÜBERBLICK

  • Eine Bindehautentzündung kann unterschiedliche Ursachen haben, ansteckend sein und auch chronisch werden.
  • Wenn Dein Haustier eine Bindehautentzündung hat, solltest Du immer zum Tierarzt gehen, damit er die Ursache feststellen und die richtige Behandlung verordnen kann.
  • Es kann wichtig sein, schnell zu handeln, um das Augenlicht zu erhalten.
  • Hausmittel solltest Du nur in Absprache mit dem Tierarzt anwenden.
  • Beuge einer Bindehautentzündung bei Deinem Hund so gut wie möglich vor und verhindere, dass er Zugluft ausgesetzt ist.
  • Besprich rassetypische Probleme als Auslöser mit Deinem Tierarzt.