Arthrose beim Hund: Alles, was Du wissen musst

SAMSTAG, 26.01.2019 Julia Weinzierler

Arthrose beim Hund ist zu einer echten Volkskrankheit unter den Vierbeinern geworden und gehört zu den häufigsten Ursachen von Schmerzen. Die Gelenkerkrankung kann nicht geheilt werden, ganz ohne Behandlung führt sie im schlimmsten Fall zu einem frühen Tod. Doch was sind die Anzeichen einer Arthrose beim Hund und was können Frauchen und Herrchen gegen die Schmerzen tun?

Was ist eine Arthrose beim Hund? 

Wie auch beim Menschen ist eine Arthrose beim Hund eine chronische Gelenkerkrankung, die zu schlimmen Schmerzen führen kann. Dabei bildet sich der Gelenkknorpel zurück und wird auf Dauer sogar gänzlich zerstört. Der Knorpel ist eine Art Stoßdämpfer und ermöglicht im gesunden Zustand eine reibungslose Bewegung ohne Schmerzen. Im Laufe der Erkrankung sind durch die entzündlichen Veränderungen auch Bänder, Sehnen und Muskeln betroffen.

Die Folge: Durch die Verschleißerscheinungen kann es zu Einschränkungen kommen, da die Schmerzen von bestimmten Bewegungen abhalten. Nicht nur das Laufen fällt betroffenen Vierbeinern dann schwer – auch andere alltägliche Bewegungen werden zur Qual, weswegen die Erkrankung mit einem deutlichen Verlust an Lebensqualität einhergeht.

Besonders tragisch ist dabei, dass eine Arthrose nicht geheilt werden kann und sich stetig verschlimmert, insofern die Erkrankung nicht behandelt wird. Wenn Du also die ersten Symptome einer Arthrose beim Hund bemerkst, solltest Du sofort etwas dagegen tun. Nur so kannst Du Deinem geliebten Vierbeiner schlimme Schmerzen ersparen.

Eine Arthrose beim Hund kann in jedem Gelenk im Körper entstehen, betroffen sind meist aber stark beanspruchte Stellen. Knapp ein Fünftel aller Hunde leidet ab einem gewissen Alter an der degenerativen Gelenkerkrankung. Damit stehen die Chancen leider gut, dass es auch Deinen Vierbeiner irgendwann mal trifft.

Daher ist es wichtig zu wissen, wie Du eine Arthrose beim Hund erkennen kannst – denn je früher Du mit einer Behandlung gegen die Arthrose beginnst, desto länger kann Dein Tier mit der Diagnose leben. Damit es gar nicht erst so weit kommt, solltest Du eine Arthrose beim Hund vorbeugen.

Welche Ursachen hat eine Arthrose beim Hund?

Die Ursachen für eine Arthrose beim Hund sind äußerst vielfältig. Meist gibt es nicht nur einen Grund für den Gelenkverschleiß – es handelt sich vielmehr um ein Zusammenspiel von vielen verschiedenen Faktoren. Doch einige Muster werden bei der Arthrose immer wieder beobachtet:

  • Übergewicht
  • Überbelastung der Gelenke
  • Unterbelastung der Gelenke
  • Unfälle, Verletzungen und Operationen
  • Zu schnelles Wachstum im Welpenalter
  • Hohes Alter durch gestiegene Lebenserwartung
  • Angeborene Missbildungen von Gliedmaßen und Fehlstellungen

 Wie äußert sich eine Arthrose beim Hund?

Die Entstehung einer Arthrose beim Hund ist ein schleichender, teils sehr langer Prozess. Im Laufe des zunehmenden Gelenkverschleißes verschlimmern sich auch die Begleiterscheinungen bei Deinem Hund. Von kleinen Anzeichen zu Beginn kommt es mehr und mehr zu Bewegungseinschränkungen. Doch egal wann Du den Prozess bemerkt – es ist nie zu spät eine Arthrose zu behandeln! Folgende Verhaltensweisen können auf einen Gelenkverschleiß hindeuten:

  • Probleme beim Erheben nach dem Schlafen oder nach längeren Liegezeiten
  • Ständige Änderungen der Liegeposition
  • Lahmheit einzelner Gliedmaßen, etwa beim Laufen
  • Verminderte Beweglichkeit bei Hürden, wie dem Sprung ins Auto oder beim Treppensteigen
  • Rutschen beim Laufen über glatte Flächen
  • Verminderte Freude am Spazierengehen
  • Nachlassende Aktivität und Schonhaltung
  • Verminderte Bewegungen ohne Ortswechsel, etwa beim Kratzen hinter dem Ohr, Heben des Beines beim Klogang oder dem Rollen auf dem Boden

Fällt Dir also auf, dass Deinem Hund die sonst so gewohnten Bewegungen immer schwerer fallen, solltest Du seine Gelenke unter die Lupe nehmen. Bei einer fortgeschrittenen Arthrose sind diese sichtbar geschwollen und gerötet. Wenn Du die Stelle berührst, könnte Dein Hund durch seine Schmerzen empfindlich reagieren. Ein weiteres Indiz: Dein Hund beißt sich immer wieder auf die betroffene Stelle, in der Hoffnung seine Schmerzen zu lindern.

Was die Symptome angeht, solltest Du aber achtsam bleiben: Nicht jeder Hund mit Arthrose muss all diese Symptome zeigen. Jedes Tier äußert seine Schmerzen anders. Aber wenn Du merkst, dass Deinem Tier Bewegungen immer schwerer fallen, liegt eine Arthrose beim Hund nahe.

Arthrose beim Hund vorbeugen

Es gibt nicht den einen Weg zur Vorbeugung einer Arthrose, im Mittelpunkt steht allerdings ein Deinem Vierbeiner angepasstes und gesundes Leben. Einige Dinge solltest Du vor allem während des Wachstums Deines Welpens beachten.

Als erstes sollte Dein kleiner Vierbeiner von Anfang an angepasstes Futter bekommen. Große Hunderassen sollten in dieser Phase gelenkbelastende Bewegungen bestmöglich vermeiden.

Wie bei vielen anderen Krankheiten ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung für Deinen Vierbeiner das A und O. Über hochwertiges Futter mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren solltest Du Dir also ausreichend Gedanken machen. Dein Arzt berät Dich gerne. Speziell um Arthrose vorzubeugen, sollte Übergewicht vermieden werden – denn jedes Kilo zu viel ist eine zusätzliche Belastung für die Gelenke!

Oftmals geht einer Arthrose beim Hund eine Verletzung voraus. Selbst kleinere Wunden können auf lange Sicht zu einer Gelenkerkrankung führen. Daher solltest Du mit Deinem Vierbeiner immer früh genug zum Arzt gehen und auch kleinere Verletzungen abklären lassen.

Arthrose beim Hund: Behandlung und Therapie

Bei Auffälligkeiten solltest Du sofort einen Tierarzt aufsuchen – je früher die Behandlung einer Arthrose beim Hund beginnt, desto besser! Dieser kann andere Ursachen für mögliche Schmerzen ausschließen und die richtige und auf Deinen Vierbeiner zugeschnittene Therapie anordnen.

Bevor Dein Tierarzt eine Diagnose stellen kann, muss er einige Dinge überprüfen. Neben einer ausführlichen Anamnese wird er Dich nach einzelnen Bereichen im Leben Deines Tieres befragen. Zudem wird er die Bewegung Deines Hundes sowie seine Haltung genauer unter die Lupe nehmen. Im Anschluss wird der Arzt die Gelenke abtasten und ein Röntgen- oder Ultraschallbild erstellen.

Da eine Arthrose beim Hund nicht geheilt werden kann, geht es bei der Behandlung vor allem um das Aufhalten oder die Eindämmung des Krankheitsbildes, weswegen der Schutz des Knorpels sowie die Hemmung der Entzündung Priorität haben. Die Behandlung des Gelenkverschleißes wird sich den Rest des Lebens Deines Vierbeiners hinziehen, weswegen eine gute Qualität der Behandlung im Mittelpunkt steht.

Wenn Dein Hund durch den Gelenkverschleiß starke Schmerzen hat, steht zunächst die richtige Schmerzbehandlung auf dem Programm. Denn sie heilt nicht nur das Leid Deines Tieres, zudem wird Dein Hund nur so seine Schonhaltung verlassen und seine Gelenke wieder belasten. So werden die anderen Gelenke entlastet und Gelenkflüssigkeit produziert.

Dein Arzt wird Dich zu der richtigen Schmerztherapie beraten. Wichtig: Wie bei Menschen belasten Schmerzmittel den Magen des Tieres. Daher sollten magenschonende Medikamente eingenommen werden.

Eine Operation ist nur im Ausnahmefall eine Option. Wenn alle Therapieschritte keine Abhilfe schaffen, wirst Du einer Operation allerdings nicht aus dem Weg gehen können. Nur so können mögliche Knochensplitter entfernt werden. Im Zweifelsfall kann es sogar nötig sein, ein künstliches Gelenk einzusetzen.

Arthrose beim Hund: Was tun?

Die erste Umstellung nach der Diagnose ist das eigene Zuhause. Wenn Du Dich bei einer Arthrose beim Hund fragst "Was tun?" gibt es einige Dinge, die Du im Alltag beachten solltest.

Die perfekte Grundlage für Deinen Vierbeiner ist ein orthopädisches Bett mit weicher Liegefläche. Zudem können ein erhöhter Futterplatz und eine Hunderampe fürs Auto die Gelenke entlasten. Insofern keine Entzündung vorliegt, hat sich außerdem Wärme bewährt – denn sie lindert Schmerzen und fördert die Durchblutung.

Ernährung ist das A und O

Verschiedene Futterergänzungen sollten bei einer Arthrose beim Hund in Erwägung gezogen werden. So können zum Beispiel knorpelaufbauende Glykosaminoglykane verhindern, dass Verschleißerscheinungen auftreten. Der Grund ist einfach: Die Substanzen sind ein Bestandteil des Knorpels und können als eine Art Schmierflüssigkeit dienen.

Auch Omega-3-Fettsäuren werden eine positive Wirkung bei der Vorbeugung von Arthrose beim Hund zugesagt. Die Säuren haben nicht nur eine entzündungshemmende Wirkung, sondern sind auch gut für die Gelenke.

Andere Futterergänzungsmittel wie Antioxidantien und Hyaluronsäure können nach Absprache mit dem behandelnden Arzt ebenso sinnvoll sein. Allerdings ist nicht wissenschaftlich bewiesen, dass sie tatsächlich eine Wirkung entfalten.

Als unterstützende Maßnahme spricht nichts gegen die Zugabe von Nahrungsergänzungsmitteln, aber im Mittelpunkt der Behandlung einer Arthrose sollte weiterhin das Normalgewicht Deines Vierbeiners stehen.

Die richtige Bewegung

Eine angepasste Bewegung ist für gesunde Gelenke von immenser Bedeutung. Kontrollierte und regelmäßige Spaziergänge sind dabei sehr wichtig. Das Credo lautet: Die Bewegung Deines Vierbeiners sollte auf sein Alter sowie seinen Gesundheitszustand angepasst sein.

An dieser Stelle stellt ein Tierphysiotherapeut eine gute Unterstützung dar. Denn der Experte weiß genau, welche Bewegungen Deinem Hund helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Mit passiven und aktiven Bewegungsübungen wird Stück für Stück daran gearbeitet, Deinem Vierbeiner wieder die Bewegungsfreude zurückzugeben. Außerdem weiß die Physiotherapie, wie Muskeln am besten wiederaufgebaut werden, um die Gelenke in Zukunft optimal zu schützen.

Folgen einer unbehandelten Arthrose beim Hund

Wenn Dein Vierbeiner Anzeichen für eine Arthrose zeigt, solltest Du auf jeden Fall handeln. Wenn eine Arthrose beim Hund nicht behandelt wird, kann das schlimme Folgen haben.

Denn nicht nur die Schmerzen raffen Deinen vierbeinigen Freund dahin, auch die aus ihnen folgende Bewegungslosigkeit führt bei ausbleibender Behandlung zu einem frühen Tod. Denn durch die fehlende Aktivität leidet auch die Gesundheit Deines Tieres. Ganz zu schweigen von der Psyche!

Konkret heißt das: Bringe Dein geliebtes Haustier lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu selten. Dieser berät Dich in allen Fragen, die Du zu der möglichen Arthrose hast und kann eine wirkungsvolle Therapie veranlassen.

Arthrose beim Hund pin

Arthrose beim Hund

Die Arthrose beim Hund gehört zu den häufigsten Krankheiten von unseren tierischen Begleitern und führt auf Dauer zu einem schlimmen Einschnitt in der Lebensqualität Deines Tieres. Durch ein gesundes und dem Hund angepasstes Leben kannst Du einige Risikofaktoren ausschließen, bevor die Erkrankung ausbricht. Wenn es doch zu einer Arthrose kommt, heißt es schnell zu reagieren. Während die betroffenen Gelenke nie vollständig geheilt werden können, kannst Du den Prozess durch ein frühes Eingreifen verlangsamen und gegen die Schmerzen vorgehen.

Bei folgenden Anzeichen solltest Du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen: 

  • Lahmheit einzelner Gliedmaßen
  • Bewegungsprobleme und Schonhaltung
  • Unlust an Spaziergängen und Aktivität
  • Schwellungen und Rötungen von Gliedmaßen

Julia Weinzierler